WHO2020

Zervixkarzinom: Screening, Kolposkopie und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Zervixkarzinome werden primär durch persistierende Infektionen mit Hochrisiko-HPV-Genotypen verursacht. Die WHO-Leitlinie fokussiert sich auf die technische Ausstattung zur Prävention in ressourcenschwachen Regionen.

Ein zentrales Konzept der Leitlinie ist der "Screen-and-Treat"-Ansatz. Hierbei erfolgt die Behandlung von präkanzerösen Läsionen idealerweise in derselben Sitzung ("Single Visit Approach") unmittelbar nach einem positiven Screening-Ergebnis.

Um eine sichere und effektive Versorgung zu gewährleisten, definiert das Dokument Mindestanforderungen an die Qualität, Leistung und Wartung der eingesetzten Medizinprodukte und In-vitro-Diagnostika (IVD).

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert folgende technische und prozessuale Kernempfehlungen:

Screening und Diagnostik

Für die Erkennung präkanzeröser Läsionen werden verschiedene Methoden beschrieben:

  • HPV-Tests (NAT): Erkennung von Hochrisiko-Genotypen (mindestens HPV 16 und 18). Die Selbstabnahme durch die Patientin wird als valide Alternative zur ärztlichen Abstrichnahme beschrieben.

  • VIA (Visual Inspection with Acetic Acid): Es wird die Verwendung von 3-5%iger Essigsäure empfohlen, idealerweise angemischt mit destilliertem Wasser.

  • Kolposkopie: Empfohlen wird eine Vergrößerung von 3x bis 15x sowie eine Weißlicht-Beleuchtung (Halogen oder LED) mit einem Grünfilter zur besseren Gefäßdarstellung.

Therapieoptionen

Die Leitlinie vergleicht drei primäre Behandlungsmodalitäten für präkanzeröse Läsionen:

TherapiemethodeWirkprinzipInfrastruktur-BedarfGewebeprobe möglich
ThermoablationGewebezerstörung durch Hitze (100 °C)Zuverlässige Stromquelle (auch Akku)Nein
KryotherapieGewebezerstörung durch Kälte (<-50 °C)Medizinisches Gas (CO2/N2O) oder StromNein
LLETZ (LEEP)Gewebeentfernung durch elektrisches SchneidenKontinuierliche Stromquelle, RauchabzugJa

Technische Anforderungen an Therapiegeräte

Für die Durchführung der Behandlungen definiert die Leitlinie spezifische Geräteanforderungen:

  • Thermoablation: Die Sondenspitze muss eine Zieltemperatur von 100 °C erreichen. Es werden flache oder leicht genippelte Sonden (max. 5 mm Extrusion) empfohlen.

  • Kryotherapie: Die Sondenspitze muss Temperaturen von unter -50 °C im Zentrum erreichen. Es wird die Nutzung geschlossener Systeme empfohlen.

  • LLETZ: Erfordert elektrochirurgische Einheiten (ESU) mit Monopolar-Modus und einer "Blended Current"-Funktion (30-50 Watt für Schneiden und Koagulieren).

Hygiene und Wartung

Es wird eine strikte Dekontamination aller wiederverwendbaren Instrumente (wie Spekula und Sonden) gemäß den Herstellerangaben empfohlen.

Zudem betont die Leitlinie die Wichtigkeit eines Qualitätsmanagementsystems (QMS) sowie regelmäßiger Wartungsintervalle für alle technischen Geräte.

Kontraindikationen

Laut Leitlinie dürfen konische Sondenspitzen oder Sonden, die in die Endozervix hineinreichen, weder bei der Thermoablation noch bei der Kryotherapie von präkanzerösen Läsionen verwendet werden.

Es wird davon abgeraten, bei LLETZ-Prozeduren unzureichend isolierte Spekula zu verwenden, da diese das Verletzungsrisiko durch fehlgeleiteten Strom erhöhen.

Die Leitlinie warnt vor der Durchführung monopolarer Elektrochirurgie bei Patientinnen mit implantierten elektronischen Geräten (z. B. Herzschrittmachern) ohne vorherige fachärztliche Konsultation.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird dringend empfohlen, bei der LLETZ-Prozedur ein Rauchabzugssystem zu verwenden. Die Leitlinie warnt davor, dass der entstehende Geweberauch karzinogene Bestandteile enthalten kann und zudem die visuelle Beurteilung der Zervix während des Eingriffs stark behindert.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt für die visuelle Inspektion (VIA) eine Essigsäurekonzentration von 3 bis 5 Prozent. Diese sollte idealerweise mit destilliertem Wasser frisch angemischt werden.

Es wird empfohlen, dass die Sondenspitze bei der Thermoablation eine Zieltemperatur von exakt 100 °C erreicht. Dies gewährleistet eine ausreichende Gewebenekrose ohne Verkohlung.

Laut Leitlinie eignen sich sowohl Kohlendioxid (CO2) als auch Lachgas (N2O) für die Kryotherapie. CO2 wird jedoch oft bevorzugt, da es kostengünstiger und leichter verfügbar ist.

Ja, die Leitlinie beschreibt die Selbstabnahme von vaginalen Abstrichen als valide Alternative zur ärztlichen Probenentnahme. Dies wird besonders in ressourcenschwachen Regionen als vorteilhaft bewertet.

Für die LLETZ-Prozedur wird eine elektrochirurgische Einheit (ESU) mit einem Monopolar-Modus empfohlen. Zudem ist eine "Blended Current"-Funktion erforderlich, die das gleichzeitige Schneiden und Koagulieren ermöglicht.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: WHO technical guidance and specifications of medical devices for screening and treatment of precancerous lesions in the prevention of cervical cancer (WHO, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.