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WHO2025

WHO-Leitlinie 2025: A(H5) Vogelgrippe-Impfstoffe

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Weltweit sind 13 Impfstoffe für die interpandemische und Emergenz-Phase zugelassen.
  • Alle zugelassenen A(H5)-Impfstoffe erfordern ein 2-Dosen-Schema im Abstand von mindestens 21 Tagen.
  • Die Impfstoffe gelten als sicher, weisen jedoch aufgrund von Adjuvanzien eine höhere lokale Reaktogenität auf als saisonale Grippeimpfstoffe.
  • Saisonale Grippeimpfstoffe erzeugen keine neutralisierenden Antikörper gegen aktuelle A(H5N1)-Stämme.
  • Eine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung von A(H5)-Viren ist bisher nicht belegt.
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Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2025) adressiert den Einsatz von humanen Influenza-A(H5)-Impfstoffen während der interpandemischen Phase und der Emergenz-Phase. Seit 2020 zeigt sich eine beispiellose geografische Ausbreitung von A(H5)-Viren (insbesondere Klade 2.3.4.4b) bei Wildvögeln, Geflügel und über 50 Säugetierarten (inklusive Milchkühen in den USA).

PhaseDefinition laut WHO
InterpandemischKeine humanen A(H5)-Fälle gemeldet, Infektionen bei Tieren kommen vor.
EmergenzSporadische humane Fälle oder Cluster, keine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

Epidemiologie und Krankheitslast

Die meisten humanen Infektionen resultieren aus direktem oder indirektem Kontakt mit infizierten Tieren oder kontaminierten Umgebungen. Eine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bisher nicht belegt.

  • Gesamtfälle (2003 bis Sept 2025): 991 humane Fälle, 476 Todesfälle.
  • Aktuelle Fälle (Jan 2024 bis Sept 2025): 111 Fälle (v.a. Kambodscha, USA).
  • Verlauf aktueller Fälle: Überwiegend mild bis moderat (78 Fälle), 10 schwere/kritische Fälle, 15 Todesfälle (13 %).

Verfügbare A(H5)-Impfstoffe

Derzeit verfügen mindestens 21 A(H5)-Impfstoffe über eine aktive Zulassung, davon sind 13 für die interpandemische und/oder Emergenz-Phase zugelassen.

EigenschaftDetails
Impfschema2 Dosen im Abstand von mindestens 21 Tagen
HerstellungÜberwiegend eibasiert, 5 Impfstoffe zellbasiert
ImpfstofftypMeist inaktivierte Impfstoffe (IIV), ein Lebendimpfstoff (LAIV)
AdjuvanzienHäufig Squalen-basiert (AS03, MF59) oder Aluminium, ermöglicht geringere Antigendosis

Sicherheit und Verträglichkeit

Die Impfstoffe wurden an über 32.000 Personen in klinischen Studien getestet und gelten als sicher und gut verträglich. Das Sicherheitsprofil ähnelt dem saisonaler Grippeimpfstoffe.

  • Lokale Reaktionen: Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle sind die häufigsten Nebenwirkungen, bedingt durch die Adjuvanzien. Sie sind meist mild und selbstlimitierend.
  • Systemische Reaktionen: Kopfschmerzen, Myalgien und Fatigue sind transient. Kinder zeigen häufiger systemische Reaktionen wie Fieber und Irritabilität.
  • Besondere Gruppen: Bei älteren Erwachsenen ist die lokale Reaktogenität leicht erhöht. Daten zur Anwendung bei Schwangeren, Stillenden und Immunsupprimierten sind begrenzt.

Immunogenität und Schutzdauer

Die behördliche Zulassung basiert primär auf Immunogenitäts- und Sicherheitsdaten, da aufgrund der geringen Viruszirkulation keine klinischen Wirksamkeitsdaten vorliegen.

  • Antikörperantwort: Moderate bis starke Serokonversion nach 2 Dosen. Adjuvanzien verstärken die Immunantwort signifikant.
  • Schutzdauer: Antikörpertiter fallen ab ca. 6 Monaten nach der Grundimmunisierung ab. T-Zell-Antworten (CD4+) bleiben jedoch robust, und eine gewisse Antikörperpersistenz kann bis zu 2 Jahre nachweisbar bleiben.
  • Kreuzreaktivität: Eine Kreuzimmunität durch die H5-Komponente gegen zirkulierende Stämme (z.B. Klade 2.3.4.4b) ist zu erwarten. Studien zeigen, dass A(H5N8)-Impfstoffe funktionale Antikörper gegen aktuelle A(H5N1)-Ausbruchsstämme induzieren.
  • Saisonale Impfstoffe: Eine vorherige saisonale Grippeimpfung erzeugt keine neutralisierenden Antikörper gegen A(H5N1) Klade 2.3.4.4b, auch wenn T-Zell-Kreuzreaktivitäten durch frühere Infektionen oder Impfungen beobachtet wurden.

💡Praxis-Tipp

Saisonale Influenza-Impfstoffe bieten keinen verlässlichen Schutz vor A(H5N1). Bei beruflich stark exponiertem Personal sollte, sofern national empfohlen, ein spezifischer adjuvantiert A(H5)-Impfstoff im 2-Dosen-Schema (Abstand >21 Tage) eingesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Saisonale Grippeimpfstoffe erzeugen keine neutralisierenden Antikörper gegen aktuelle A(H5N1)-Stämme, auch wenn eine gewisse T-Zell-Kreuzreaktivität bestehen kann.
Alle zugelassenen A(H5)-Impfstoffe erfordern ein 2-Dosen-Schema, das im Abstand von mindestens 21 Tagen verabreicht wird.
Bisher gibt es keine Beweise für eine anhaltende Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Infektionen entstehen meist durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren oder kontaminierten Umgebungen.
Das Profil ähnelt saisonalen Impfstoffen. Da die meisten A(H5)-Impfstoffe adjuvantiert sind, treten lokale Reaktionen (Schmerz, Rötung, Schwellung) sowie transiente systemische Beschwerden (Kopfschmerz, Fatigue) häufig auf, sind aber meist mild.

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