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WHO2021

SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltests: WHO-Leitlinie (2021)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die WHO fordert für Antigen-Schnelltests eine Mindestsensitivität von ≥ 80 % und eine Spezifität von ≥ 97 % im Vergleich zur PCR.
  • Die höchste Zuverlässigkeit wird bei symptomatischen Patienten in den ersten 5-7 Tagen nach Symptombeginn erreicht.
  • Bei einer lokalen Prävalenz von unter 5 % sinkt der positiv prädiktive Wert stark ab, was Bestätigungstests erfordert.
  • Massenscreenings von asymptomatischen Personen ohne bekannte Exposition werden aufgrund fehlender Evidenz nicht empfohlen.
  • Falsche Lagertemperaturen (Hitze oder Kälte) können die Testgüte bereits nach wenigen Minuten signifikant verschlechtern.
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Hintergrund

Die diagnostische Testung auf SARS-CoV-2 ist ein kritischer Bestandteil der Präventions- und Kontrollstrategie. Antigen-Schnelltests (Ag-RDTs) bieten eine schnellere und kostengünstigere Möglichkeit zur Diagnose einer aktiven Infektion als Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAATs, z. B. PCR). Sie weisen virale Proteine (z. B. Nukleoprotein) in den oberen Atemwegen oder im Speichel nach.

Die Zuverlässigkeit von Ag-RDTs ist am höchsten in Gebieten mit einer SARS-CoV-2-Prävalenz von ≥ 5 %. Bei fehlender oder sehr geringer Transmission ist der positiv prädiktive Wert (PPV) niedrig, was zu vielen falsch-positiven Ergebnissen führt. In solchen Szenarien ist die PCR als Erstlinientest oder zur Bestätigung positiver Ag-RDT-Ergebnisse vorzuziehen.

Mindestanforderungen und Testgüte

Die WHO empfiehlt ausschließlich den Einsatz von Ag-RDTs, die folgende Mindestanforderungen im Vergleich zu einem NAAT-Referenztest erfüllen:

  • Sensitivität: ≥ 80 %
  • Spezifität: ≥ 97 %

Die tatsächliche klinische Performance hängt stark von der getesteten Population ab. Eine systematische Übersichtsarbeit (Herstellerangaben-konform) zeigte folgende Werte:

PopulationSensitivität (95% CI)Spezifität (95% CI)
Alle Probanden72,0 %99,2 %
Symptomatische75,1 %99,5 %
Asymptomatische48,9 %98,1 %

Ag-RDTs funktionieren am besten bei Personen mit hoher Viruslast (Ct-Wert ≤ 25-30) und in der Frühphase der Infektion (1-3 Tage vor bis 5-7 Tage nach Symptombeginn).

Indikationen und Priorisierung

Ag-RDTs sollten in Settings eingesetzt werden, in denen sie den größten Einfluss auf die Früherkennung und Kontaktverfolgung haben. Die Prioritäten umfassen:

  1. Symptomatische Personen: Testung von Verdachtsfällen innerhalb der ersten 5-7 Tage nach Symptombeginn.
  2. Ausbruchsuntersuchungen: Schnelle Identifikation von Clustern in geschlossenen Einrichtungen (z. B. Schulen, Pflegeheime, Gefängnisse, Arbeitsplätze).
  3. Hochrisiko-Asymptomatische: Screening von Gesundheitspersonal und Kontaktpersonen von bestätigten Fällen.

Einsatz in spezifischen Populationen

PopulationEmpfehlungBemerkung
Symptomatische VerdachtsfälleEmpfohlenBei negativem Test und hohem Risiko NAAT-Bestätigung erwägen.
Kontaktpersonen (asymptomatisch)EmpfohlenBesonders bei hohem Risiko für schwere Verläufe oder hoher Exposition.
GesundheitspersonalEmpfohlenRegelmäßige Testung und syndromische Surveillance.
ReisendeNicht routinemäßig empfohlenGeringe Prävalenz führt zu hohem Risiko für falsch-positive Ergebnisse.
Massenscreening (Allgemeinbevölkerung)Nicht empfohlenMangelnde Evidenz für Kosten-Nutzen-Effektivität; bindet zu viele Ressourcen.

Präanalytik und Fehlerquellen

Die Qualität der Probenentnahme ist einer der kritischsten Faktoren für die Testleistung. Zudem sind Ag-RDTs sehr temperaturempfindlich. Studien zeigen:

  • Kurze Expositionen (10 Minuten) bei erhöhten Temperaturen (37 °C) können die Sensitivität um das Zehnfache reduzieren.
  • Expositionen bei 2-4 °C für 30 Minuten können die Spezifität verringern.
  • Die Tests sollten strikt nach Herstellerangaben gelagert und durchgeführt werden (Ziel-Haltbarkeit meist 12-18 Monate bei bis zu 30 °C).

💡Praxis-Tipp

Achten Sie strikt auf die Lagertemperatur der Testkits. Bereits kurze Expositionen gegenüber Hitze (37 °C) oder Kälte (2-4 °C) können Sensitivität und Spezifität signifikant reduzieren.

Häufig gestellte Fragen

In den ersten 5-7 Tagen nach Symptombeginn, da die Viruslast in diesem Zeitraum am höchsten ist.
Die Tests müssen im Vergleich zur PCR eine Sensitivität von mindestens 80 % und eine Spezifität von mindestens 97 % aufweisen.
Nein, die WHO empfiehlt anlasslose Massenscreenings aufgrund der geringen Prävalenz und fehlender Kosten-Nutzen-Evidenz derzeit nicht.
Bei einer Prävalenz von unter 5 % ist der positiv prädiktive Wert gering. Ein positives Ergebnis sollte in diesem Fall mittels PCR (NAAT) bestätigt werden.
Bereits kurze Hitzeexpositionen (z. B. 10 Minuten bei 37 °C) können die Sensitivität stark senken, während Kälte (2-4 °C) die Spezifität reduzieren kann.

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