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WHO2025

Buruli-Ulkus: Leitlinie zur Datenerfassung (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Buruli-Ulkus wird durch Mycobacterium ulcerans verursacht und äußert sich durch schmerzlose Knoten, Plaques oder Ödeme, die ulzerieren.
  • Die Diagnose sollte in mindestens 95 % der Fälle mittels PCR (IS2404) bestätigt werden.
  • Die Therapie besteht primär aus einer 8-wöchigen Antibiotikagabe (Rifampicin und Clarithromycin).
  • Die Erkrankung wird nach Läsionsgröße und -art in drei Kategorien (I-III) eingeteilt.
  • Ein wichtiges WHO-Ziel bis 2030 ist es, den Anteil der Spätdiagnosen (Kategorie III) auf unter 10 % zu senken.
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Hintergrund

Das Buruli-Ulkus ist eine vernachlässigte Tropenkrankheit (NTD) der Haut, die durch eine Infektion mit Mycobacterium ulcerans verursacht wird. Die Übertragungswege sind bisher nicht vollständig geklärt. Die Erkrankung manifestiert sich zunächst in nicht-ulzerativen Formen wie schmerzlosen Knoten, Plaques oder Ödemen, die innerhalb von 4 bis 6 Wochen ulzerieren können. Charakteristisch sind unterminierte Ränder und ein gelblich-weißer, nekrotischer Belag.

Falldefinitionen

Die WHO definiert Verdachtsfälle und bestätigte Fälle wie folgt:

  • Verdachtsfall: Eine Person mit einem schmerzlosen Knoten, einer Papel, Plaque oder einem Ödem, das sich in einem Endemiegebiet zu einem schmerzlosen Ulkus mit unterminierten Rändern entwickelt.
  • Bestätigter Fall: Ein Verdachtsfall, der durch Labordiagnostik (vorrangig PCR) bestätigt wurde.
  • Neuer Fall: Ein Patient mit einer Läsion, der zuvor noch keine vollständige Antibiotikatherapie gegen die Erkrankung erhalten hat.
  • Rezidivfall: Ein Patient, der zuvor eine vollständige Antibiotikatherapie abgeschlossen hat und innerhalb eines Jahres nach Therapieende eine neue Läsion (an gleicher oder anderer Stelle) entwickelt.

Klinische Kategorien

Die Schwere der Erkrankung wird bei der ersten klinischen Untersuchung in drei Kategorien eingeteilt. Ein wichtiges Ziel der WHO bis 2030 ist es, den Anteil der Patienten, die sich erst im Stadium der Kategorie III vorstellen, auf unter 10 % zu senken.

KategorieDefinition
Kategorie IEinzelne Läsion <= 5 cm im Durchmesser
Kategorie IIEinzelne Läsion 5–15 cm im Durchmesser
Kategorie IIIEinzelne Läsion > 15 cm, multiple Läsionen, Läsionen an kritischen Stellen oder Osteomyelitis

Diagnostik

Die PCR (IS2404) ist der Goldstandard zur Bestätigung eines Buruli-Ulkus. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 3 bis 7 Tage. Alternativ können direkte Mikroskopie, Histopathologie oder Kulturen verwendet werden, diese weisen jedoch eine geringere Sensitivität auf.

Diagnostisches Ziel: Bis 2030 sollen mindestens 95 % der Verdachtsfälle mittels PCR bestätigt werden.

Therapie und Behandlungsziele

Die Behandlung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten von primär chirurgischen Eingriffen hin zu einer 8-wöchigen Antibiotikatherapie (Rifampicin und Clarithromycin) verlagert. Kleine Läsionen (Kategorie I und II) heilen meist ohne Operation. Chirurgische Eingriffe sollten insbesondere bei Läsionen im Gesicht oder im Genitalbereich möglichst hinausgezögert oder vermieden werden.

IndikatorWHO-Zielvorgabe (bis 2030)
Antibiotika-Abschlussrate>= 98 % der bestätigten Fälle schließen die volle Therapie ab
Kategorie III bei Diagnose< 10 % der Fälle
Ulzerierte Läsionen bei Diagnose< 60 % der Fälle
Gelenkeinschränkungen bei Diagnose< 15 % der Fälle

Funktionelle Einschränkungen

Um Behinderungen und Spätfolgen zu dokumentieren, wird ein Score zur funktionellen Einschränkung der Gelenke verwendet:

  • Score 1 (Normale Beweglichkeit): Patient kann das Gelenk problemlos und altersentsprechend bewegen.
  • Score 2 (Bewegung mit Schwierigkeiten): Bewegung ist möglich, aber eingeschränkt oder nur unter Schwierigkeiten durchführbar.
  • Score 3 (Keine Bewegung möglich): Patient kann das Gelenk aufgrund des Buruli-Ulkus nicht ohne fremde Hilfe bewegen.

💡Praxis-Tipp

Zögern Sie bei kleinen Läsionen (Kategorie I und II) sowie bei Läsionen an kritischen Stellen (Gesicht, Genitalien) mit chirurgischen Eingriffen. Diese heilen oft allein durch die 8-wöchige Antibiotikatherapie ab. Achten Sie bei Läsionen an den unteren Extremitäten auf Differenzialdiagnosen wie diabetische, arterielle oder venöse Ulzera.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose erfolgt primär anhand des klinischen Bildes und der Epidemiologie. Sie sollte durch eine PCR (IS2404) als Goldstandard bestätigt werden.
Die Standardtherapie besteht aus einer 8-wöchigen Antibiotikagabe mit Rifampicin und Clarithromycin.
Kategorie III liegt vor bei einer Einzelläsion > 15 cm, multiplen Läsionen, Läsionen an kritischen Körperstellen oder bei einer Knochenbeteiligung (Osteomyelitis).
Ein Rezidiv ist das Auftreten einer neuen Läsion innerhalb eines Jahres nach Abschluss einer vollständigen Antibiotikatherapie.

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