WHO EML 2023: Hormone und Kontrazeptiva (Sektion 16)
Hintergrund
Die WHO Model List of Essential Medicines (EML) identifiziert die wirksamsten, sichersten und kosteneffizientesten Medikamente für prioritäre Erkrankungen. Laut der 23. Ausgabe aus dem Jahr 2023 umfasst die gesamte Liste etwa 670 essenzielle Arzneimittel und dient weltweit als Leitfaden für die Entwicklung nationaler Formulare und Beschaffungsentscheidungen.
Die Sektion 16 der aktuellen WHO EML widmet sich spezifisch den Hormonen, anderen endokrinen Medikamenten und Kontrazeptiva. Diese Sektion umfasst insgesamt 14 essenzielle Medikamente, darunter Schilddrüsenhormone, Kortikosteroide, Kontrazeptiva, Oxytozika und Ovulationsinduktoren.
Empfehlungen
Gemäß der WHO EML 2023 werden in Sektion 16 verschiedene Wirkstoffgruppen als essenziell eingestuft. Die Leitlinie unterteilt diese in mehrere Kernbereiche:
Kortikosteroide
Die WHO listet Dexamethason, Hydrocortison und Prednisolon als essenzielle Glukokortikoide. Fludrocortison wird laut Expertenkonsens spezifisch für den Mineralokortikoid-Ersatz aufgeführt.
Schilddrüsenmedikamente
Levothyroxin gilt als essenzielles Schilddrüsenhormon. Für die Behandlung der Thyreotoxikose oder für nukleare Notfälle empfiehlt die WHO Kaliumiodid. Propylthiouracil wird als essenzielles Thyreostatikum gelistet.
Oxytozika
Zur Geburtseinleitung sowie zur Behandlung der postpartalen Hämorrhagie (PPH) führt die Liste Oxytocin auf. Misoprostol wird laut Leitlinie für die PPH-Prävention sowie für den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch als essenziell bewertet.
Kontrazeptiva
Die WHO EML empfiehlt eine Reihe von Verhütungsmitteln, darunter kombinierte orale Kontrazeptiva (Ethinylestradiol + Levonorgestrel), Notfallkontrazeptiva (Levonorgestrel), injizierbare Präparate (Medroxyprogesteronacetat) sowie langwirksame reversible Methoden wie das kupferhaltige Intrauterinpessar (IUD) und das Etonogestrel-Implantat.
Dosierung
Die WHO EML 2023 definiert für die gelisteten Hormone und Kontrazeptiva spezifische Darreichungsformen und Stärken:
| Wirkstoff | Darreichungsform | Stärke | Applikationsweg |
|---|---|---|---|
| Dexamethason | Tablette, Injektion | 0,5 - 4 mg | Oral, IV, IM |
| Hydrocortison | Tablette, Injektion | 5 - 20 mg; 100 mg | Oral, IV, IM |
| Prednisolon | Tablette, orale Lösung | 5 - 25 mg | Oral |
| Fludrocortison | Tablette | 0,1 mg | Oral |
| Levothyroxin | Tablette, orale Lösung | 25 - 100 µg | Oral |
| Kaliumiodid | Tablette | 60 mg | Oral |
| Propylthiouracil | Tablette | 50 mg | Oral |
| Oxytocin | Injektion | 10 IE/mL | IV, IM |
| Misoprostol | Tablette | 200 µg | Oral, vaginal |
| Ethinylestradiol + Levonorgestrel | Tablette | 30 µg + 150 µg | Oral |
| Levonorgestrel | Tablette, IUS | 30 µg; 52 mg IUS | Oral, intrauterin |
| Medroxyprogesteronacetat | Injektion | 150 mg/mL | IM |
| Kupfer-IUD | Intrauterinpessar | - | Intrauterin |
| Etonogestrel | Subdermales Implantat | 68 mg | Subdermal |
💡Praxis-Tipp
Laut der WHO EML 2023 wird Misoprostol (200 µg) nicht nur für den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch, sondern auch spezifisch zur Prävention der postpartalen Hämorrhagie (PPH) als essenzielles Arzneimittel gelistet.
Häufig gestellte Fragen
Gemäß der aktuellen WHO-Liste beinhaltet die Sektion 16 insgesamt 14 essenzielle Medikamente aus dem Bereich der Hormone und Kontrazeptiva.
Die WHO EML 2023 führt das kupferhaltige Intrauterinpessar (IUD), das Levonorgestrel-IUS (52 mg) sowie das subdermale Etonogestrel-Implantat (68 mg) als essenzielle langwirksame Kontrazeptiva auf.
Laut Leitlinie wird Kaliumiodid in einer Stärke von 60 mg als essenzielles Medikament für nukleare Notfälle sowie zur Behandlung der Thyreotoxikose gelistet.
Die WHO stuft Dexamethason, Hydrocortison und Prednisolon als essenzielle Glukokortikoide ein. Für den Mineralokortikoid-Ersatz wird zusätzlich Fludrocortison aufgeführt.
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Quelle: WHO EML 2023: Section 16 - Hormones, Other Endocrine Medicines, and Contraceptives (WHO Essential Medicines List, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.