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WHO2025

Leishmaniose in Afrika: WHO-Bericht 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die viszerale Leishmaniose (VL) verläuft unbehandelt in über 95 % der Fälle tödlich; Ostafrika ist ein globaler Hotspot.
  • Die kutane Leishmaniose (CL) ist die häufigste Form und verursacht stigmatisierende Hautulzera und Narben.
  • Eine Kombinationstherapie aus Natriumstibogluconat und Paromomycin verkürzt die VL-Behandlung von 30 auf 17 Tage.
  • Armut, Mangelernährung, Migration und Klimawandel sind die primären Risikofaktoren für die Krankheitsübertragung.
  • VL/HIV-Koinfektionen führen zu hohen Rückfallquoten und dienen als Infektionsreservoir.
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Hintergrund

Die Leishmaniose ist eine vernachlässigte Tropenkrankheit (NTD), die durch Protozoen der Gattung Leishmania verursacht wird. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Stich infizierter weiblicher Sandmücken. Weltweit sind über 90 Länder endemisch betroffen. Die Krankheit tritt in verschiedenen klinischen Formen auf, die sich in ihrem Schweregrad deutlich unterscheiden.

Formen der Leishmaniose

KrankheitsformBeschreibungPrognose / Komplikationen
Viszerale Leishmaniose (VL)Auch bekannt als Kala-Azar. Führt zu Fieber, Gewichtsverlust, Hepatosplenomegalie und Anämie.Unbehandelt in >95 % der Fälle tödlich.
Kutane Leishmaniose (CL)Häufigste Form. Verursacht Hautläsionen und Ulzera an exponierten Körperstellen.Hinterlässt lebenslange, oft stigmatisierende Narben.
Mukokutane Leishmaniose (ML)Führt zur partiellen oder vollständigen Zerstörung der Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen.Schwere Entstellungen und Behinderungen.
Post-Kala-Azar dermale Leishmaniose (PKDL)Makulärer, papulöser oder nodulärer Ausschlag (meist Gesicht, Arme, Rumpf).Tritt als Folgeerkrankung der VL auf und dient als Infektionsreservoir.

Epidemiologie und Risikofaktoren

In der afrikanischen WHO-Region ist Ostafrika (insbesondere Eritrea, Äthiopien, Kenia, Südsudan und Uganda) ein globaler Hotspot für die viszerale Leishmaniose. Diese Länder gehören zu den 11 Staaten weltweit, die gemeinsam 95 % aller VL-Fälle ausmachen. Die kutane Leishmaniose tritt gehäuft in Algerien, Äthiopien und Burkina Faso auf.

Die Übertragung wird durch verschiedene Faktoren begünstigt:

RisikofaktorBeschreibung
Sozioökonomische BedingungenArmut, schlechte Wohnverhältnisse und fehlende Abwasserentsorgung fördern Brutstätten für Sandmücken.
MangelernährungEin Mangel an Protein, Eisen, Vitamin A und Zink erhöht das Risiko, dass eine Infektion zur manifesten Erkrankung fortschreitet.
BevölkerungsmobilitätMigration, Flucht und Vertreibung (z. B. im Südsudan) bringen nicht-immune Personen in Endemiegebiete.
Umwelt und KlimaAbholzung, Überschwemmungen und Dürren verändern die Vektorpopulationen und zwingen Menschen zur Migration.

Diagnostik und Therapie

Die frühzeitige Diagnose und effektive Behandlung sind essenziell, um die Übertragung zu stoppen und die Letalität zu senken.

  • Kombinationstherapie: Als First-Line-Therapie der viszeralen Leishmaniose in Ostafrika hat sich die Kombination aus Natriumstibogluconat und Paromomycin etabliert.
  • Behandlungsdauer: Durch die Kombination konnte die Therapiedauer von 30 Tagen auf 17 Tage verkürzt werden.
  • Zweitlinientherapie: Liposomales Amphotericin B wird bei speziellen Indikationen (z. B. HIV-Koinfektion, schwere Mangelernährung, Organversagen) eingesetzt.

Prävention und Kontrolle

Die WHO empfiehlt fünf Kernstrategien zur Eliminierung der Leishmaniose:

  • Frühe Diagnose und Therapie: Reduziert das Infektionsreservoir.
  • Integriertes Vektormanagement: Einsatz von Insektiziden (Indoor Residual Spraying) und imprägnierten Moskitonetzen.
  • Krankheitsüberwachung (Surveillance): Integration in nationale Meldesysteme (z. B. DHIS2) zur schnellen Ausbruchserkennung.
  • Soziale Mobilisierung: Aufklärung der Bevölkerung und Stärkung von Partnerschaften.
  • Forschung: Entwicklung von Point-of-Care-Schnelltests, oralen Medikamenten und Impfstoffen.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei Patienten mit viszeraler Leishmaniose in Endemiegebieten stets auf eine mögliche HIV-Koinfektion. Diese Patienten haben ein hohes Rückfallrisiko und dienen als Reservoir für die Krankheitsübertragung.

Häufig gestellte Fragen

Die viszerale Leishmaniose (Kala-Azar). Sie verläuft unbehandelt in über 95 % der Fälle tödlich.
Die Übertragung erfolgt durch den Stich infizierter weiblicher Sandmücken.
Durch die Kombinationstherapie aus Natriumstibogluconat und Paromomycin konnte die Behandlungsdauer auf 17 Tage verkürzt werden.
Armut, Mangelernährung, klimabedingte Umweltveränderungen sowie Migration und Flucht von nicht-immunen Personen in Endemiegebiete.

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