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WHO2022

Kala-azar (Viszerale Leishmaniose): Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Eliminationsziel für Kala-azar liegt bei einer Inzidenz von < 1 Fall pro 10.000 Einwohner und einer Letalität von < 1 %.
  • Die Diagnostik erfolgt primär über rK39-Schnelltests bei Patienten mit Fieber von mehr als 2 Wochen Dauer.
  • Liposomales Amphotericin B ist die bevorzugte Therapie für Kala-azar in Südostasien.
  • Alle Kala-azar-Patienten müssen bis zu 3 Jahre nachbeobachtet werden, um eine Post-Kala-azar dermale Leishmaniose (PKDL) zu erfassen.
  • Ein integriertes Vektormanagement (IVM) inklusive Indoor Residual Spraying (IRS) ist essenziell für die Unterbrechung der Transmission.
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Hintergrund

Kala-azar (Viszerale Leishmaniose, VL) wird durch den intrazellulären Parasiten Leishmania donovani verursacht und durch Sandmücken (Phlebotomus argentipes) übertragen. Unbehandelt führt die Erkrankung meist innerhalb von zwei Jahren durch interkurrente Infektionen zum Tod. Bis zu 15 % der Patienten entwickeln 1 bis 10 Jahre nach scheinbarer Heilung eine Post-Kala-azar dermale Leishmaniose (PKDL).

Klinische Leitsymptome:

  • Langanhaltendes Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Schwäche
  • Anämie
  • Hepatosplenomegalie

Diagnostik und Surveillance

Die Diagnose basiert auf der Kombination von klinischer Untersuchung und parasitologischen, serologischen oder molekularen Tests.

  • rK39-Schnelltest (RDT): Validiert für Patienten mit Fieber > 2 Wochen. Achtung: Der Test bleibt nach einer Infektion jahrelang positiv und kann nicht zwischen aktueller und vergangener Infektion unterscheiden. Bei PKDL und HIV-Koinfektionen hat der Test Limitationen.
  • Surveillance-Ziele: Inzidenz < 1 Fall pro 10.000 Einwohner auf Distriktebene und eine Letalität von < 1 %.
  • HIV-Screening: Alle Kala-azar-Patienten müssen auf HIV getestet werden. Umgekehrt sollten alle HIV-Patienten in Endemiegebieten auf Kala-azar gescreent werden.

Therapie der Viszeralen Leishmaniose (Kala-azar)

Die WHO empfiehlt für Südostasien (Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal) folgende Therapieregime (nach Präferenz geordnet):

WirkstoffDosierungBemerkung
Liposomales Amphotericin B3-5 mg/kg/d (Gesamtdosis 15 mg/kg) oder 10 mg/kg als EinzeldosisBevorzugte Therapie (Infusion)
KombinationstherapienLip. Amphotericin B + Miltefosin ODER ParomomycinCo-Administration
Amphotericin B Desoxycholat0,75-1,0 mg/kg/d15-20 Dosen (Infusion)
MiltefosinGewichtsabhängig (z.B. >50 kg: 150 mg/d)28 Tage oral
Paromomycin15 mg/kg/d21 Tage i.m.

Therapie der Post-Kala-azar dermalen Leishmaniose (PKDL)

PKDL-Patienten stellen ein wichtiges Erregerreservoir dar und erfordern eine lange Behandlungsdauer. Die Hautveränderungen zeigen sich oft als makulöser oder polymorpher Ausschlag.

WirkstoffDosierungDauer
Amphotericin B Desoxycholat1 mg/kg/d als Infusion60-80 Dosen über 4 Monate
MiltefosinGewichtsabhängig (wie bei Kala-azar)12 Wochen oral

Vektorkontrolle und Prävention

Ein integriertes Vektormanagement (IVM) ist entscheidend, um die Transmission an der Quelle zu unterbrechen.

  • Indoor Residual Spraying (IRS): Primäre Intervention zur Vektorkontrolle in Endemiegebieten.
  • Wohnraumanpassung: Das Abdichten von Rissen, Verputzen von Innenwänden und die Vermeidung des Schlafens auf dem Boden reduzieren das Risiko von Sandmückenstichen.
  • Nachbeobachtung: Alle Kala-azar-Patienten müssen mindestens 3 Jahre klinisch nachbeobachtet werden, um >95 % der PKDL-Fälle frühzeitig zu erfassen und zu behandeln.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei Patienten mit Fieber > 2 Wochen aus Endemiegebieten einen rK39-Schnelltest durch. Denken Sie an das obligatorische HIV-Screening bei Kala-azar-Patienten und planen Sie eine Nachbeobachtung von 3 Jahren ein, um eine PKDL rechtzeitig zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen

Kala-azar (Viszerale Leishmaniose) ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Leishmania donovani verursacht und durch Sandmücken übertragen wird. Leitsymptome sind langanhaltendes Fieber, Gewichtsverlust und Hepatosplenomegalie.
PKDL steht für Post-Kala-azar dermale Leishmaniose. Es handelt sich um einen Hautausschlag, der 1 bis 10 Jahre nach der scheinbaren Heilung von Kala-azar auftritt. Diese Patienten sind ein wichtiges Reservoir für die Krankheitsübertragung.
Der rK39-Schnelltest ist bei Patienten validiert, die seit mehr als zwei Wochen an Fieber leiden und sich in einem Endemiegebiet aufgehalten haben.
Die bevorzugte Therapie in Südostasien ist Liposomales Amphotericin B, entweder als Einzeldosis (10 mg/kg) oder über 3-5 Tage verteilt (Gesamtdosis 15 mg/kg).
Patienten sollten für mindestens 3 Jahre klinisch nachbeobachtet werden, um die Entwicklung einer PKDL rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

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