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WHO2025

WHO Labour Care Guide 2025: Leitlinie zur Implementierung

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der WHO Labour Care Guide (LCG) ersetzt das bisherige WHO-Partogramm zur Überwachung unter der Geburt.
  • Der Fokus liegt auf personenzentrierter Betreuung, gemeinsamer Entscheidungsfindung und der Vermeidung unnötiger Interventionen.
  • Die Implementierung erfolgt strukturiert in 5 Reifegraden (Maturity Levels) und 7 konkreten Handlungsschritten.
  • Der LCG umfasst 7 Sektionen, darunter explizit unterstützende Maßnahmen wie Geburtsbegleitung, Mobilität und Schmerzlinderung.
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Hintergrund

Der WHO Labour Care Guide (LCG) ersetzt das bisherige modifizierte WHO-Partogramm. Er integriert die neuesten evidenzbasierten Empfehlungen zur intrapartalen Betreuung (Intrapartum Care, IPC), um eine positive Geburtserfahrung zu fördern. Ziel ist es, die mütterliche und neonatale Mortalität sowie Totgeburten durch evidenzbasierte, personenzentrierte Betreuung zu senken und unnötige medizinische Interventionen zu vermeiden.

Die 7 Sektionen des Labour Care Guides

Der LCG ist als umfassendes Instrument zur Entscheidungsfindung konzipiert und in sieben Bereiche unterteilt:

SektionInhaltBemerkung
1IdentifikationBasisdaten und Aufnahmecharakteristika
2Unterstützende BetreuungBegleitperson, Schmerzlinderung, orale Flüssigkeit, Mobilität/Position
3KindFetale Herzfrequenz (FHR), Fruchtwasser, Kopfschwellung (Caput), Schädelnahtüberlappung (Moulding)
4MutterPuls, Blutdruck, Temperatur, Urin
5GeburtsfortschrittWehentätigkeit, Zervixdilatation (aktive Phase ab 5 cm)
6MedikamenteOxytocin, intravenöse Flüssigkeiten, weitere Medikamente
7Gemeinsame EntscheidungsfindungBeurteilung, Plan, Dokumentation der geteilten Entscheidungen

Reifegradmodell der Implementierung (Maturity Levels)

Die Einführung des LCG erfolgt schrittweise über fünf Reifegrade:

LevelBeschreibungFokus
Level 1Bewusstsein schaffen & AdaptionVorbereitung, Situationsanalyse, Anpassung an den lokalen Kontext
Level 2Transformative PraktikenLCG ersetzt das Partogramm, Schulung des Personals, evidenzbasierte Überwachung
Level 3KonsolidierungNachhaltige Nutzung des LCG, Nutzung von Daten für Audits und Qualitätsverbesserung
Level 4Erweiterte MaßnahmenVollständige Umsetzung aller IPC-Empfehlungen für eine positive Geburtserfahrung
Level 5Kontinuierliche VerbesserungLaufendes Monitoring, Supervision, Entwicklung innovativer Lösungsansätze

Die 7 Handlungsschritte (Actions) zur Implementierung

Die Umsetzung basiert auf dem PDSA-Zyklus (Plan-Do-Study/Learn-Act) zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung:

  • Action 1: Aufbau von Führungsstrukturen und Unterstützung (z. B. nationales Steering Committee).
  • Action 2: Durchführung einer Situationsanalyse (Verständnis des lokalen Kontextes mittels LCG-SAQT).
  • Action 3: Übernahme von Verantwortung und Erstellung eines Implementierungsplans (Roadmap).
  • Action 4: Sicherstellung der essenziellen Infrastruktur (Ausrüstung, Medikamente, Schulungsmaterialien).
  • Action 5: Kapazitätsaufbau und Start der Implementierung (Training, Mentoring, Supervision).
  • Action 6: Kontinuierliche Messung von Versorgungsqualität und Outcomes.
  • Action 7: Verfeinerung der Strategien für einen nachhaltigen Scale-up.

Qualitätsindikatoren (Monitoring & Evaluation)

Zur Überprüfung der Versorgungsqualität (Quality of Care, QoC) auf Einrichtungsebene empfiehlt die WHO spezifische Indikatoren:

IndikatorDefinitionZiel / Zweck
LCG-NutzungAnteil der Frauen, für die der LCG vollständig ausgefüllt wurdeÜberprüfung der LCG-Implementierung
FHR bei AufnahmeAnteil der Frauen mit dokumentierter fetaler Herzfrequenz bei AufnahmeMessung der Versorgungsqualität
Blutdruck bei AufnahmeAnteil der Frauen mit dokumentiertem Blutdruck bei AufnahmeMessung der Versorgungsqualität
BegleitpersonAnteil der Frauen, die eine Begleitperson wünschten und hattenFörderung der personenzentrierten Betreuung
KaiserschnittrateAnteil der Geburten per Sectio caesarea (nach Robson-Klassifikation)Überwachung von Interventionen
Totgeburten (Einrichtung)Anzahl/Anteil der Totgeburten in der EinrichtungOutcome-Messung

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie den LCG nicht nur als reines Dokumentationswerkzeug, sondern als aktives Instrument zur gemeinsamen Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) mit der Gebärenden.

Häufig gestellte Fragen

Der LCG ersetzt das bisherige modifizierte WHO-Partogramm zur Überwachung von Wehen und Geburt.
Der LCG fordert explizit die Dokumentation und Förderung von Geburtsbegleitung, Mobilität, freier Wahl der Geburtsposition, oraler Flüssigkeitsaufnahme und Schmerzlinderung.
Die Implementierung erfolgt über einen 7-stufigen Aktionsplan, der auf PDSA-Zyklen (Plan-Do-Study-Act) basiert, und durchläuft 5 Reifegrade (Maturity Levels).
Zu den Kernindikatoren gehören die LCG-Nutzungsrate, die Dokumentation der fetalen Herzfrequenz und des mütterlichen Blutdrucks bei Aufnahme, die Anwesenheit einer Begleitperson sowie die Kaiserschnittrate.

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