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WHO2025

Tollwut-Surveillance & PEP: Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das globale Ziel 'Zero by 30' strebt die Eliminierung hundevermittelter Tollwut-Todesfälle beim Menschen bis 2030 an.
  • Die Postexpositionsprophylaxe (PEP) richtet sich nach der WHO-Wundkategorie (I-III).
  • Eine sofortige Wundspülung für 15 Minuten mit Wasser und Seife ist bei jeder potenziellen Exposition essenziell.
  • Bei Kategorie-III-Wunden oder Immunsuppression ist zusätzlich zur Impfung Tollwut-Immunglobulin (RIG) indiziert.
  • Die PEP darf nur verzögert werden, wenn das Tier verfügbar ist und für 10 Tage tierärztlich überwacht werden kann.
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Hintergrund

Tollwut ist eine durch Impfung vermeidbare, zoonotische Viruserkrankung, die nach Auftreten klinischer Symptome nahezu zu 100 % tödlich verläuft. In bis zu 99 % der Fälle sind Hunde für die Übertragung auf den Menschen verantwortlich. Das globale Ziel der WHO lautet „Zero by 30“ – die weltweite Eliminierung von Todesfällen durch hundevermittelte Tollwut bis zum Jahr 2030. Eine strukturierte Datenerfassung und Surveillance sind essenziell, um dieses Ziel zu erreichen und zu validieren.

Falldefinitionen

Die WHO definiert Tollwut-Fälle wie folgt:

  • Verdachtsfall: Akutes neurologisches Syndrom (Enzephalitis) mit Hyperaktivität (rasende Tollwut) oder Paralysen, oft begleitet von Hydrophobie, Aerophobie oder lokalen Schmerzen.
  • Wahrscheinlicher Fall: Verdachtsfall mit verlässlicher Anamnese eines Kontakts zu einem tollwütigen Tier.
  • Bestätigter Fall: Laboranalytisch bestätigter Verdachts- oder wahrscheinlicher Fall.

Expositionskategorien und Postexpositionsprophylaxe (PEP)

Die Indikation zur PEP richtet sich nach der Art des Kontakts. Jede Wunde muss sofort für 15 Minuten mit reichlich Wasser und Seife gespült werden.

KategorieArt der ExpositionEmpfohlene Maßnahme
IBerühren oder Füttern von Tieren, Lecken auf intakter HautKeine PEP erforderlich
IIKnabbern an unbedeckter Haut, kleine Kratzer/Abschürfungen ohne BlutungWundspülung + Tollwut-Impfung
IIITransdermale Bisse/Kratzer, Schleimhautkontakt, Kontakt mit FledermäusenWundspülung + Tollwut-Impfung + Tollwut-Immunglobulin (RIG/RmAbs)

Risikobewertung und PEP-Management

Die Entscheidung zur PEP erfordert eine sorgfältige Risikobewertung des Tieres und der Wunde:

  • Sofortige PEP: Indiziert bei Bissen an Kopf, Hals, stark innervierten Arealen, multiplen/tiefen Wunden sowie bei Kindern.
  • Verzögerung der PEP: Nur vertretbar in Gebieten mit fortschrittlicher Surveillance, wenn das Tier (Hund, Katze, Frettchen) verfügbar ist und tierärztlich als risikoarm eingestuft wird.
  • Abbruch der PEP: Wenn das Tier nach einer 10-tägigen Beobachtungszeit gesund bleibt oder negativ auf Tollwut getestet wird.
  • Immunsupprimierte Patienten: Erhalten bei Kategorie II und III immer eine vollständige Impfserie plus RIG, unabhängig von früheren Impfungen.

Kernindikatoren der Surveillance

Zur Überwachung von Tollwut-Programmen empfiehlt die WHO die Erfassung folgender Kernindikatoren:

IndikatorDefinitionBedeutung
Tollwut-FälleGesamtzahl der menschlichen Tollwut-FälleMessung der Krankheitslast und Überwachung des Fortschritts
Hundevermittelte FälleAnteil der durch Hunde übertragenen FälleÜberwachung des „Zero by 30“ Ziels
PEP-RateAnteil der Exponierten, die PEP erhaltenVorhersage des Impfstoffbedarfs und Effizienz der Versorgung
PEP-AbschlussrateAnteil der Patienten, die das Impfschema beendenMessung der Therapie-Compliance

💡Praxis-Tipp

Spülen Sie jede potenzielle Tollwut-Wunde sofort für mindestens 15 Minuten mit Wasser und Seife. Verzögern Sie die PEP niemals, es sei denn, das Tier kann sicher 10 Tage lang tierärztlich überwacht werden.

Häufig gestellte Fragen

Ab einer Exposition der Kategorie II (kleine Kratzer ohne Blutung). Bei Kategorie III (transdermale Bisse, Fledermauskontakt) ist zusätzlich Tollwut-Immunglobulin (RIG) erforderlich.
Hunde, Katzen und Frettchen müssen für 10 Tage nach der Exposition beobachtet werden. Bleiben sie gesund, kann die PEP abgebrochen werden.
Bei Kategorie-II-Expositionen oder wenn der Patient in der Vergangenheit bereits vollständig gegen Tollwut geimpft wurde (Ausnahme: immunsupprimierte Patienten benötigen immer RIG).
Es ist das globale Ziel der WHO, bis zum Jahr 2030 weltweit alle Todesfälle durch hundevermittelte Tollwut beim Menschen zu eliminieren.

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