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WHO2022

Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz: WHO-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Etwa 15 % der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter leben mit einer psychischen Erkrankung.
  • Organisatorische Interventionen zur Reduktion psychosozialer Risiken werden für alle Arbeitnehmer empfohlen.
  • Für Arbeitnehmer mit psychischen Erkrankungen sollen angemessene Vorkehrungen (Reasonable Accommodations) getroffen werden.
  • Führungskräfte sollten geschult werden, um die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu unterstützen und Stigmatisierung abzubauen.
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Hintergrund

Weltweit leben schätzungsweise 15 % der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter mit einer psychischen Erkrankung. Häufige psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände kosten die Weltwirtschaft jährlich etwa 1 Billion US-Dollar, hauptsächlich durch Produktivitätsverluste (Präsentismus) und Fehlzeiten. Arbeit ist ein sozialer Determinant der mentalen Gesundheit: Sinnvolle Arbeit wirkt protektiv, während schlechte Arbeitsbedingungen psychische Erkrankungen verschlechtern oder verursachen können.

Psychosoziale Risikofaktoren am Arbeitsplatz

Die Leitlinie identifiziert verschiedene Kategorien von Risikofaktoren, die die mentale Gesundheit beeinträchtigen können:

KategorieBeispiele für Risikofaktoren
ArbeitsinhaltMonotone Arbeit, Unterforderung, hohe Unsicherheit
ArbeitsbelastungÜberlastung, hoher Zeitdruck, ständige Deadlines
ArbeitszeitenSchichtarbeit, Nachtschichten, unflexible oder unvorhersehbare Zeiten
KontrolleGeringe Mitbestimmung, fehlende Kontrolle über das Arbeitspensum
ArbeitsumfeldMangelhafte Ausrüstung, Lärm, Platzmangel
OrganisationskulturSchlechte Kommunikation, mangelnde Unterstützung, unklare Ziele
ZwischenmenschlichesIsolation, Konflikte, Mobbing, Belästigung, fehlende soziale Unterstützung
KarriereentwicklungJobunsicherheit, schlechte Bezahlung, Unter- oder Überforderung
Schnittstelle Beruf/PrivatKonflikte zwischen Arbeit und Familie, geringe Unterstützung zu Hause

Organisatorische Interventionen

Die WHO spricht folgende Empfehlungen auf organisatorischer Ebene aus:

  • Universelle organisatorische Interventionen: Maßnahmen, die psychosoziale Risikofaktoren adressieren (inklusive partizipativer Ansätze), können in Betracht gezogen werden, um emotionale Belastungen zu reduzieren (Bedingte Empfehlung, sehr niedrige Evidenz).
  • Gesundheits-, Humanitär- und Rettungskräfte: Für diese Risikogruppen können spezifische organisatorische Maßnahmen (z. B. Anpassung von Arbeitsbelastung und Dienstplänen, Verbesserung von Kommunikation und Teamwork) erwogen werden (Bedingte Empfehlung, sehr niedrige Evidenz).
  • Arbeitnehmer mit psychischen Erkrankungen: Es sollten angemessene Vorkehrungen (Reasonable Accommodations) am Arbeitsplatz im Einklang mit internationalen Menschenrechtsprinzipien getroffen werden (Starke Empfehlung, sehr niedrige Evidenz). Zu den Anpassungen gehören flexible Arbeitszeiten, modifizierte Aufgabenbeschreibungen oder Anpassungen der physischen Arbeitsumgebung.

Führungskräftetraining

Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle bei der Unterstützung der mentalen Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Die Leitlinie empfiehlt:

  • Training für Führungskräfte: Schulungen sollten durchgeführt werden, um das Wissen, die Einstellungen und das Verhalten von Managern in Bezug auf mentale Gesundheit zu verbessern und das Hilfesuchverhalten der Mitarbeiter zu fördern (Starke Empfehlung, moderate Evidenz). Manager sollen jedoch keine Diagnosen stellen oder als Therapeuten agieren.
  • Spezifische Berufsgruppen: Auch für Führungskräfte von Gesundheits-, Humanitär- und Rettungskräften wird ein solches Training ausdrücklich empfohlen (Starke Empfehlung, moderate Evidenz).

💡Praxis-Tipp

Integrieren Sie regelmäßige Schulungen für Führungskräfte, um psychosoziale Risiken frühzeitig zu erkennen. Bieten Sie Mitarbeitern mit psychischen Belastungen proaktiv flexible Arbeitszeiten oder angepasste Aufgaben an, ohne sie zu stigmatisieren.

Häufig gestellte Fragen

Dazu gehören hohe Arbeitsbelastung, fehlende Kontrolle, Schichtarbeit, Jobunsicherheit, Mobbing und Konflikte zwischen Beruf und Privatleben.
Dies sind Anpassungen der Arbeitsbedingungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen, wie flexible Arbeitszeiten, angepasste Aufgaben oder ein ruhigerer Arbeitsplatz.
Ja, die WHO empfiehlt stark, Führungskräfte zu schulen, um ihr Wissen zu verbessern und das Hilfesuchverhalten der Mitarbeiter zu fördern. Sie sollen jedoch keine Diagnosen stellen.
Gesundheits-, Humanitär- und Rettungskräfte sind durch traumatische Ereignisse, lange Arbeitszeiten und hohe emotionale Anforderungen besonders gefährdet.

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