Körperliche Aktivität bei Kindern: WHO-Leitlinie
📋Auf einen Blick
- •Starke Evidenz zeigt, dass mehr körperliche Aktivität die kardiorespiratorische und muskuläre Fitness bei Kindern und Jugendlichen verbessert.
- •Moderate bis starke körperliche Aktivität (MVPA) senkt kardiometabolische Risikofaktoren, insbesondere Triglyceride und Nüchterninsulin.
- •Körperliche Aktivität fördert signifikant den Knochenaufbau, die Knochendichte (BMD) und die Knochenfestigkeit.
- •Hochintensives Intervalltraining (HIIT) zeigt positive Effekte auf Blutdruck, Glukose- und Lipidstoffwechsel.
Hintergrund
Die vorliegende Leitlinie der WHO fasst die Evidenz zur körperlichen Aktivität (Physical Activity, PA) und zum sitzenden Verhalten (Sedentary Behaviour, SB) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis unter 18 Jahren zusammen. Untersucht wurden die Auswirkungen auf verschiedene gesundheitsrelevante Endpunkte wie körperliche Fitness, kardiometabolische Gesundheit und Knochengesundheit.
Körperliche Fitness
Es besteht starke Evidenz, dass ein höheres Maß an körperlicher Aktivität mit einer besseren kardiorespiratorischen und muskulären Fitness assoziiert ist.
| Interventionsart | Intensität | Effekt auf Fitness |
|---|---|---|
| Ausdauertraining | Moderate-to-Vigorous (MVPA) | Signifikante Steigerung der kardiorespiratorischen Fitness |
| Krafttraining | Widerstandstraining | Signifikante Steigerung der muskulären Fitness |
| Hochintensives Intervalltraining (HIIT) | Hoch (VPA) | Moderater positiver Effekt auf die kardiorespiratorische Fitness im Vergleich zu moderatem Training |
- Es zeigt sich ein Dosis-Wirkungs-Gradient zwischen hochintensiver körperlicher Aktivität (VPA) und der aeroben Fitness.
- Leichte körperliche Aktivität (LPA) zeigt in den meisten Studien keine signifikante Assoziation mit der aeroben Fitness.
Kardiometabolische Gesundheit
Die Evidenz belegt einen moderaten positiven Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und der kardiometabolischen Gesundheit. Starke Evidenz liegt insbesondere für die Senkung von Plasma-Triglyceriden (TG) und Insulin vor.
| Parameter | Effekt durch körperliche Aktivität | Evidenzgrad (PAGAC) |
|---|---|---|
| Triglyceride (TG) | Positiv (Senkung) | Stark |
| Insulin (nüchtern) | Positiv (Senkung) | Stark |
| Blutdruck (systolisch/diastolisch) | Positiv (Senkung) durch HIIT und schulbasierte Programme | Moderat |
| HDL-Cholesterin | Positiv (Erhöhung) durch MVPA | Moderat |
- Schulbasierte PA-Programme sind mit signifikanten Verbesserungen des diastolischen Blutdrucks und des Nüchterninsulins assoziiert.
- Hochintensives Intervalltraining (HIIT) führt zu Verbesserungen bei systolischem und diastolischem Blutdruck, Glukose, Gesamtcholesterin, HDL, LDL und Triglyceriden.
Knochengesundheit
Es gibt starke Evidenz, dass Kinder und Jugendliche, die körperlich aktiver sind, eine höhere Knochenmasse, eine verbesserte Knochenstruktur und eine größere Knochenfestigkeit aufweisen.
- Die Knochendichte (BMD) nimmt in Phasen körperlichen Trainings stärker zu als in inaktiven Phasen.
- Moderate bis intensive körperliche Aktivität (MVPA) und intensive körperliche Aktivität (VPA) sind positiv mit dem Knochenmineralgehalt (BMC) und der Knochendichte assoziiert.
- Es besteht ein Dosis-Wirkungs-Gradient für Aktivitäten mit hoher Stoßbelastung (Impact) und der Knochendichte (z. B. am Oberschenkelhals).
💡Praxis-Tipp
Integrieren Sie hochintensives Intervalltraining (HIIT) oder Aktivitäten mit Stoßbelastung in den Alltag von Kindern, da diese besonders effektiv für die kardiometabolische Gesundheit und den Knochenaufbau sind.