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Sitzende Lebensweise nach Schlaganfall: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Nach einem Schlaganfall verbringen Betroffene häufig viel Zeit im Sitzen oder Liegen. Objektive Messungen zeigen, dass diese Personen typischerweise mehr als 10 Stunden pro Tag sitzen.

Eine solche sitzende Lebensweise ist mit einem erhöhten kardiometabolischen Risiko verbunden. Sie steigert die Wahrscheinlichkeit für rezidivierende Schlaganfälle, Herzinfarkte und eine erhöhte Mortalität.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt generell, dass Erwachsene mit Behinderungen ihre Sitzzeiten reduzieren sollten. Ein Cochrane Review (2021) hat daher untersucht, ob spezifische Interventionen diese Zeiten nach einem Schlaganfall wirksam verkürzen können.

Empfehlungen

Der systematische Review fasst die aktuelle Evidenz zu Interventionen zur Veränderung einer sitzenden Lebensweise zusammen.

Wirksamkeit der Interventionen

Die analysierten Studien untersuchten verschiedene Ansätze, darunter Bewegungsprogramme und aus mehreren Komponenten bestehende Lebensstil-Interventionen. Laut Review zeigen die aktuellen Daten jedoch keine signifikanten Effekte auf die Reduktion der tatsächlichen Sitzzeit (sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Klinische Endpunkte und Sicherheit

Es wird berichtet, dass die Interventionen weder positive noch negative Auswirkungen auf harte klinische Endpunkte hatten. Folgende Ergebnisse wurden dokumentiert:

  • Keine Veränderung der Mortalitätsrate (niedrige Vertrauenswürdigkeit)

  • Keine Reduktion von rezidivierenden kardiovaskulären oder zerebrovaskulären Ereignissen (niedrige Vertrauenswürdigkeit)

  • Keine Erhöhung des Sturzrisikos oder anderer unerwünschter Ereignisse (moderate Vertrauenswürdigkeit)

Zusammenfassung der Endpunkte

EndpunktEffekt der InterventionVertrauenswürdigkeit (GRADE)
MortalitätKein Unterschied (RD 0.00)Niedrig
Rezidivierende kardiovaskuläre EreignisseKein Unterschied (RD -0.01)Niedrig
StürzeKein Unterschied (RD 0.00)Niedrig
Andere unerwünschte EreignisseKein UnterschiedModerat
Sitzzeit (Stunden/Tag)Keine signifikante ReduktionSehr niedrig

Implikationen für die Praxis

Obwohl die spezifische Evidenz für Schlaganfallpatienten noch unvollständig ist, verweisen die Autoren auf die übergeordneten WHO-Richtlinien. Es wird vorgeschlagen, dass Behandler bestehende therapeutische Maßnahmen nutzen könnten, um eine Reduktion der Sitzzeiten am Tag zu fördern.

Da die Interventionen das Sturzrisiko nicht erhöhen, gilt der Versuch, weniger zu sitzen, als sicher. Die Autoren betonen, dass ein Aufschieben solcher Maßnahmen die Betroffenen einem weiterhin hohen kardiovaskulären Risiko aussetzen würde.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl die aktuelle Studienlage keine signifikante Reduktion der Sitzzeiten durch spezifische Interventionen belegt, zeigt der Review, dass solche Maßnahmen sicher sind und das Sturzrisiko nicht erhöhen. Es wird daher im Einklang mit den WHO-Richtlinien als sinnvoll erachtet, Patienten nach einem Schlaganfall im Rahmen der regulären Therapie zu mehr Alltagsaktivität zu motivieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine Hinweise darauf, dass Maßnahmen zur Verringerung der Sitzzeit das Risiko für Stürze oder andere unerwünschte Ereignisse erhöhen. Die Interventionen gelten in dieser Hinsicht als sicher.

Beobachtungsstudien zeigen, dass Betroffene nach einem Schlaganfall typischerweise mehr als 10 Stunden pro Tag im Sitzen oder Liegen verbringen. Diese Inaktivität bleibt oft auch Jahre nach dem Ereignis bestehen.

Die aktuell verfügbare Evidenz zeigt keinen signifikanten Effekt von Anti-Sitz-Interventionen auf die Mortalität oder rezidivierende kardiovaskuläre Ereignisse. Die Autoren betonen jedoch, dass die Studienlage hierzu noch sehr begrenzt ist.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt generell, dass Erwachsene mit Behinderungen ihre Sitzzeiten begrenzen sollten. Es wird angeraten, sitzende Tätigkeiten durch körperliche Aktivität zu ersetzen, um gesundheitliche Vorteile zu erzielen.

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Quelle: Cochrane Review: Interventions for reducing sedentary behaviour in people with stroke (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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