IQWiG2009

Varizenchirurgie: Diagnostik, CEAP und OP-Verfahren

Diese Leitlinie stammt aus 2009 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2009)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Varikosis ist eine degenerative Erkrankung der Venenwand im oberflächlichen Venensystem, die mit sackförmigen oder zylindrischen Erweiterungen einhergeht. Die Prävalenz in westlichen Staaten beträgt bis zu 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Der vorliegende IQWiG-Rapid-Report aus dem Jahr 2009 wertet internationale Leitlinien, insbesondere der finnischen Fachgesellschaft Duodecim, sowie systematische Übersichten aus. Ziel war die Identifikation möglicher qualitätssichernder Maßnahmen für die operative Versorgung.

Als wesentliche Indikatoren für die Versorgungsqualität werden in der Literatur die Rezidivhäufigkeit, postoperative Komplikationen sowie die Spezialisierung und Ausbildung der behandelnden Ärzte diskutiert.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht fasst folgende Kernempfehlungen zur operativen Versorgung zusammen:

Diagnostik

Laut Bericht wird zur primären Diagnostik eine klinische Untersuchung empfohlen, die die Inspektion der Haut auf Schwellungen, Indurationen, Pigmentierungen und Ulzera umfasst.

Für das Screening wird ein Hand-Doppler empfohlen, mit dem sich etwa 90 Prozent der oberflächlichen Venenprobleme identifizieren lassen.

Als Untersuchung der ersten Wahl für die Diagnostik der tiefen und oberflächlichen venösen Insuffizienz sowie zur Operationsplanung wird die Farb-Duplexsonografie genannt. Eine Kontrastmitteluntersuchung (Phlebografie) wird heutzutage nur noch selten angewendet.

Indikationsstellung und CEAP-Klassifikation

Die Leitlinie empfiehlt, die Indikation zur operativen Therapie anhand der CEAP-Klassifikation zu stellen. Ein chirurgischer Eingriff ist in der Regel bei den Schweregraden C4 bis C6 indiziert.

Bei milderen Ausprägungen (C2 und C3) wird eine Operation befürwortet, wenn eine signifikante funktionelle Beeinträchtigung vorliegt.

StadiumKlinischer Befund
C0Keine sichtbaren Zeichen einer Venenerkrankung
C1Besenreiser, Teleangiektasien oder retikuläre Venen
C2Varikose ohne klinische Zeichen einer chronisch venösen Insuffizienz
C3Varikose mit Ödem
C4Varikose mit trophischen Hautveränderungen
C5Varikose mit abgeheiltem Ulkus
C6Varikose mit floridem Ulkus

Operative und minimalinvasive Verfahren

Beim klassischen chirurgischen Vorgehen wird die Ligatur der Vena-saphena-Mündung und ihrer Äste beschrieben. Anschließend erfolgt das Stripping des femoralen Hauptstamms bis auf Kniehöhe in retrograder Technik.

Der Bericht weist zudem auf neuere minimalinvasive Verfahren hin, die zunehmend Anwendung finden. Dazu zählen:

  • Radiofrequenzablation (RFA)

  • Endovenöse Lasertherapie (EVLT)

  • Transilluminated Powered Phlebectomy (TIPP)

  • Ultraschallgestützte Schaumsklerosierung

Für die chirurgische Behandlung von Perforansvenen wird ein endoskopischer Eingriff (SEPS, subfascial endoscopic perforator surgery) aufgeführt.

Perioperative Versorgung

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Kompressionstherapie. Es wird der Einsatz von Kompressionsstrümpfen sowohl vor als auch zwingend nach dem operativen Eingriff empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass neben dem klassischen Venenstripping zunehmend minimalinvasive Verfahren wie die Radiofrequenz- oder Laserablation in den Vordergrund rücken. Es wird betont, dass die Indikationsstellung stets strukturiert nach der CEAP-Klassifikation erfolgen sollte, wobei Eingriffe bei den Stadien C2 und C3 nur bei deutlicher funktioneller Einschränkung gerechtfertigt sind. Zudem wird auf die zwingende Notwendigkeit einer konsequenten perioperativen Kompressionstherapie verwiesen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist eine operative Sanierung primär bei den CEAP-Stadien C4 bis C6 indiziert. Bei den Stadien C2 (Varikose) und C3 (Ödem) wird ein Eingriff nur bei signifikanten funktionellen Beschwerden empfohlen.

Die Farb-Duplexsonografie gilt als Untersuchung der ersten Wahl zur Beurteilung der venösen Insuffizienz und zur Operationsplanung. Die Phlebografie mit Kontrastmittel wird nur noch in seltenen Ausnahmefällen angewendet.

Der Bericht listet die Radiofrequenzablation (RFA), die endovenöse Lasertherapie (EVLT) und die ultraschallgestützte Schaumsklerosierung als neuere minimalinvasive Behandlungsoptionen auf.

Für den Verschluss von Perforansvenen wird in der Leitlinie die subfasziale endoskopische Perforanschirurgie (SEPS) als etabliertes Verfahren beschrieben.

Ja, die Leitlinie stuft die Anwendung von Kompressionsstrümpfen sowohl in der präoperativen Phase als auch zwingend in der postoperativen Nachbehandlung als unerlässlich ein.

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Quelle: IQWiG V09-01D: Orientierende Aufbereitung für das Thema "Varizenchirurgie" - Rapid Report (IQWiG, 2009). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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