Angststörungen bei Erwachsenen: USPSTF Screening-Leitlinie
Hintergrund
Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat im Jahr 2023 erstmals eine Empfehlung zum Screening auf Angststörungen bei Erwachsenen ausgesprochen. Laut Leitlinie richtet sich diese Maßnahme an Personen im Alter von 19 bis 64 Jahren, wobei explizit auch schwangere und postpartale Personen eingeschlossen sind.
Die USPSTF identifiziert verschiedene Risikofaktoren, die mit einem erhöhten Risiko für Angststörungen einhergehen. Dazu zählen laut Expertenkonsens das weibliche Geschlecht, ein jüngeres Lebensalter sowie das Vorliegen chronischer Erkrankungen. Weiterhin werden eine familiäre Vorbelastung für Angststörungen, widrige Kindheitserlebnisse, belastende Lebensereignisse und Substanzgebrauch als relevante Faktoren in der Leitlinie genannt.
Empfehlungen
Die USPSTF spricht für das Screening auf Angststörungen bei Erwachsenen (19-64 Jahre) eine Empfehlung vom Grad B aus. Dies bedeutet laut Leitlinie, dass mit hoher Sicherheit ein moderater Nettonutzen oder mit moderater Sicherheit ein moderater bis substanzieller Nettonutzen besteht.
Für die praktische Umsetzung gibt die Leitlinie folgende Empfehlungen:
Screening-Instrumente
Es wird empfohlen, primär den GAD-2 (2-Item-Fragebogen) als initiales Screening-Tool zu nutzen. Fällt dieser positiv aus, rät die USPSTF zur Anwendung des GAD-7 (7-Item-Fragebogen). Ein GAD-7-Wert von >= 10 Punkten weist dabei auf eine mittelschwere bis schwere Symptomatik hin.
Intervall
Das Screening sollte laut Leitlinienempfehlung periodisch erfolgen.
Begleiterkrankungen
Die USPSTF empfiehlt, parallel auf begleitende Depressionen und Substanzgebrauchsstörungen zu screenen.
Therapiezugang
Ein Screening wird nur dann empfohlen, wenn der Zugang zu einer adäquaten Behandlung (wie kognitive Verhaltenstherapie (CBT) oder medikamentöse Therapie mit SSRI/SNRI) sichergestellt ist.
Für ältere Erwachsene ab 65 Jahren stuft die USPSTF die Evidenz als unzureichend ein (Grad I), weshalb für diese Altersgruppe keine klare Empfehlung für oder gegen ein Screening ausgesprochen wird.
💡Praxis-Tipp
Laut USPSTF-Leitlinie hat sich in der Praxis ein zweistufiges Vorgehen bewährt: Zunächst wird der kurze GAD-2-Fragebogen eingesetzt; bei einem positiven Ergebnis folgt der ausführlichere GAD-7, um den Schweregrad der Angststörung genauer zu erfassen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt das Screening für Erwachsene im Alter von 19 bis 64 Jahren. Dies schließt ausdrücklich auch schwangere und postpartale Personen mit ein.
Gemäß der USPSTF-Empfehlung sollten validierte Fragebögen wie der GAD-2 für das initiale Screening und der GAD-7 für die weiterführende Diagnostik bei positiven Erstbefunden genutzt werden.
Für Erwachsene ab 65 Jahren gibt die USPSTF ein Grad I an. Laut Leitlinie reicht die aktuelle Evidenz nicht aus, um das Verhältnis von Nutzen und Risiko für ein Screening in dieser Altersgruppe abschließend zu beurteilen.
Die USPSTF listet unter anderem weibliches Geschlecht, jüngeres Alter, chronische Erkrankungen, familiäre Vorbelastung, widrige Kindheitserlebnisse und Substanzgebrauch als wesentliche Risikofaktoren auf.
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Quelle: USPSTF: Anxiety Disorders in Adults: Screening (Grade B, 2023) (US Preventive Services Task Force, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.