Bauchaortenaneurysma Screening: USPSTF Leitlinie

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: USPSTF (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ein Bauchaortenaneurysma (BAA) wird typischerweise als eine Aortenerweiterung mit einem Durchmesser von mindestens 3,0 cm definiert. Die Prävalenz ist in den letzten zwei Jahrzehnten gesunken, was primär auf einen Rückgang des Rauchens zurückgeführt wird.

Die meisten Bauchaortenaneurysmen bleiben bis zu einer Ruptur asymptomatisch. Das Risiko einer Ruptur steigt mit der Größe des Aneurysmas, wobei die damit verbundene Sterblichkeitsrate bei bis zu 81 % liegt.

Wichtige Risikofaktoren für die Entstehung eines BAA sind ein höheres Alter, männliches Geschlecht, Rauchen sowie eine familiäre Vorbelastung ersten Grades. Ein verringertes Risiko wird laut Leitlinie unter anderem bei Vorliegen eines Diabetes mellitus beobachtet.

Empfehlungen

Die USPSTF-Leitlinie formuliert spezifische Empfehlungen zum einmaligen Screening auf Bauchaortenaneurysmen mittels Ultraschall.

Indikation nach Personengruppe

Die Empfehlungen zum Screening richten sich primär nach Alter, Geschlecht und Raucherstatus:

PersonengruppeRaucherstatus / FamilienanamneseEmpfehlungEmpfehlungsgrad
Männer 65-75 JahreJemals geraucht (≥ 100 Zigaretten)Einmaliges Screening empfohlenGrad B
Männer 65-75 JahreNie gerauchtSelektives Screening nach individueller AbwägungGrad C
Frauen 65-75 JahreJemals geraucht ODER familiäre VorbelastungEvidenz unzureichend für eine EmpfehlungI-Statement
Frauen jeden AltersNie geraucht UND keine familiäre VorbelastungVom routinemäßigen Screening wird abgeratenGrad D

Diagnostik

Für die Durchführung des Screenings gelten folgende Vorgaben:

  • Als primäre Screening-Methode wird die konventionelle abdominelle Duplex-Sonographie empfohlen.

  • Die Computertomographie wird aufgrund der Strahlenbelastung nicht als Screening-Methode empfohlen.

  • Eine alleinige körperliche Untersuchung wird wegen geringer Sensitivität ebenfalls nicht für das Screening empfohlen.

Therapie und Überwachung

Das weitere Vorgehen nach einem positiven Screening-Befund richtet sich nach der Größe des Aneurysmas:

  • Bei Männern mit einem BAA-Durchmesser von 5,5 cm oder größer wird standardmäßig eine chirurgische Sanierung empfohlen.

  • Eine Operation wird auch bei einem Durchmesser von über 4,0 cm empfohlen, wenn das Aneurysma schnell wächst (Zunahme von 1,0 cm innerhalb eines Jahres).

  • Bei kleineren, stabilen Aneurysmen (3,0 bis 5,4 cm) wird eine regelmäßige sonographische Überwachung empfohlen, da das Rupturrisiko gering ist.

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät von einem routinemäßigen Screening bei Frauen ab, die nie geraucht haben und keine familiäre Vorbelastung für ein BAA aufweisen (Grad D).

Es wird empfohlen, auf ein Screening zu verzichten, wenn Personen aufgrund von Begleiterkrankungen nicht operabel sind oder eine stark eingeschränkte Lebenserwartung haben.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie definiert einen jemals Raucher strikt als eine Person, die in ihrem Leben 100 oder mehr Zigaretten geraucht hat. Es wird zudem betont, dass das Rupturrisiko bei Frauen zwar insgesamt geringer ist, Aneurysmen bei ihnen jedoch oft schon bei einem kleineren Durchmesser rupturieren als bei Männern.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt ein einmaliges Ultraschall-Screening für Männer zwischen 65 und 75 Jahren, die in ihrem Leben mindestens 100 Zigaretten geraucht haben. Bei Männern ohne Raucheranamnese in dieser Altersgruppe wird eine individuelle Abwägung empfohlen.

Es wird die abdominelle Duplex-Sonographie als Standardmethode empfohlen. Sie ist nicht-invasiv, strahlungsfrei und weist eine hohe Sensitivität sowie Spezifität auf.

Bei Männern wird ein chirurgischer Eingriff ab einem Aneurysma-Durchmesser von 5,5 cm empfohlen. Auch bei einem raschen Wachstum von 1,0 cm pro Jahr bei Aneurysmen über 4,0 cm wird eine Operation angeraten.

Für Frauen, die nie geraucht haben und keine familiäre Vorbelastung aufweisen, wird von einem Screening abgeraten. Bei Frauen mit Raucheranamnese oder familiärer Vorbelastung reicht die aktuelle Evidenz laut Leitlinie nicht für eine Empfehlung aus.

Die Leitlinie empfiehlt ein einmaliges Screening. Bei einem unauffälligen Erstbefund (Durchmesser unter 3,0 cm) ist die BAA-assoziierte Sterblichkeit in den folgenden Jahren sehr gering, weshalb kein routinemäßiges Rescreening empfohlen wird.

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Quelle: USPSTF: Abdominal Aortic Aneurysm: Screening (Grade B) (USPSTF, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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