pAVK-Screening mittels Knöchel-Arm-Index (USPSTF)
📋Auf einen Blick
- •Die USPSTF bewertet die Evidenz für ein pAVK-Screening mittels Knöchel-Arm-Index (ABI) bei asymptomatischen Erwachsenen als unzureichend (I-Statement).
- •Es gibt kaum Daten zur Genauigkeit des ABI bei der Identifizierung asymptomatischer Personen, die von einer Behandlung profitieren würden.
- •Studien zeigten keinen Nutzen des ABI für die Steuerung einer täglichen Aspirin-Therapie in unselektierten Populationen.
- •Potenzielle Schäden des Screenings umfassen Überdiagnostik, Stigmatisierung (Labeling) und Opportunitätskosten.
Hintergrund
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine Manifestation der Atherosklerose in den unteren Extremitäten. Sie kann die Gehfähigkeit beeinträchtigen und in schweren Fällen zu Gewebeverlust, Infektionen und Amputationen führen. Da es sich bei der Atherosklerose um eine systemische Erkrankung handelt, haben Patienten mit pAVK zudem ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre (CVD) Ereignisse, einschließlich koronarer und zerebrovaskulärer Vorfälle.
Die USPSTF hat untersucht, ob ein Screening auf pAVK und kardiovaskuläres Risiko mittels Knöchel-Arm-Index (Ankle-Brachial Index, ABI) bei asymptomatischen Erwachsenen (einschließlich Diabetikern) die Morbidität oder Mortalität senkt.
Evidenzlage zum Screening
Die Überprüfung der Literatur ergab nur wenige Daten zur Genauigkeit des ABI bei der Identifizierung asymptomatischer Personen, die von einer Behandlung der pAVK oder einer CVD-Prävention profitieren könnten. Auch der Nutzen einer Behandlung von durch Screening entdeckten Patienten ist kaum belegt.
| Intervention / Aspekt | Studienergebnisse laut USPSTF |
|---|---|
| Aspirin-Therapie | 2 Studien guter Qualität zeigten keinen Nutzen der ABI-Nutzung zur Steuerung einer täglichen Aspirin-Gabe in unselektierten Populationen. |
| Bewegungstherapie | 2 Studien zeigten keinen Nutzen durch überwachte Bewegungstherapie bei durch Screening entdeckten Patienten. |
| Schäden durch Screening | Keine direkten Studien vorhanden. Potenzielle Risiken: Überdiagnostik, Labeling (Stigmatisierung) und Opportunitätskosten. |
| Schäden durch Therapie | Vorhandene Studien zeigten nicht-signifikante Ergebnisse bezüglich potenzieller Schäden. |
Offizielle Empfehlung
Basierend auf der unzureichenden Datenlage kommt die USPSTF zu folgendem Schluss:
- I-Statement: Die aktuelle Evidenz ist unzureichend, um das Verhältnis von Nutzen und Risiken eines Screenings auf pAVK und kardiovaskuläres Risiko mittels Knöchel-Arm-Index (ABI) bei asymptomatischen Erwachsenen zu beurteilen.
💡Praxis-Tipp
Da ein allgemeines Screening mittels Knöchel-Arm-Index (ABI) bei asymptomatischen Patienten aktuell nicht empfohlen werden kann, sollte der Fokus auf der Anamnese von Risikofaktoren und typischen Symptomen liegen.