WHO2024

Tuberkulose-Schnelldiagnostik: Leitlinien-Empfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2024) bietet aktualisierte Empfehlungen zum Einsatz molekularer Schnelldiagnostik bei Tuberkulose (TB). Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Mycobacterium tuberculosis und assoziierten Medikamentenresistenzen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Identifikation von Resistenzen gegen Rifampicin und Isoniazid sowie Zweitlinien-Medikamenten. Die Leitlinie integriert erstmals auch Empfehlungen zum zielgerichteten Next-Generation Sequencing (NGS).

Die Auswahl des geeigneten Testverfahrens hängt von der betroffenen Personengruppe, dem Immunstatus (insbesondere einer HIV-Koinfektion) und der verfügbaren Laborinfrastruktur ab.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Tuberkulose-Diagnostik:

Initiale Diagnostik bei pulmonaler Tuberkulose

Bei Erwachsenen und Kindern mit Verdacht auf eine pulmonale TB wird der Einsatz von Xpert MTB/RIF oder Xpert Ultra als initialer Diagnostiktest empfohlen (starke Empfehlung). Diese Tests sollen Sputumausstriche und Kulturverfahren ersetzen.

Alternativ können Truenat MTB oder MTB Plus als initiale Tests verwendet werden (bedingte Empfehlung). Bei einem positiven Ergebnis wird der Truenat MTB-RIF Dx zur Bestimmung einer Rifampicin-Resistenz empfohlen.

Diagnostik bei extrapulmonaler Tuberkulose

Bei Verdacht auf eine TB-Meningitis wird der Einsatz von Xpert MTB/RIF oder Xpert Ultra im Liquor als initialer Test empfohlen (starke Empfehlung).

Für andere extrapulmonale Manifestationen kann Xpert MTB/RIF in Lymphknotenaspiraten, Pleuraflüssigkeit oder Urin eingesetzt werden (bedingte Empfehlung).

Diagnostik bei HIV-Koinfektion

Für HIV-positive Erwachsene, Jugendliche und Kinder im stationären Bereich wird der LF-LAM-Urintest stark empfohlen, wenn:

  • Zeichen und Symptome einer TB vorliegen

  • Eine fortgeschrittene HIV-Erkrankung besteht

  • Die CD4-Zellzahl unter 200 Zellen/mm³ liegt, unabhängig von Symptomen

Im ambulanten Bereich wird von einem ungezielten Einsatz des LF-LAM ohne Symptomevaluierung abgeraten (starke Empfehlung).

Erweiterte Resistenztestung

Für Personen mit bakteriologisch bestätigter TB empfiehlt die Leitlinie den Einsatz von zielgerichtetem Next-Generation Sequencing (NGS) aus respiratorischen Proben. Dies dient der Erkennung von Resistenzen gegen Rifampicin, Isoniazid und Fluorchinolone (bedingte Empfehlung).

Bei bestätigter Rifampicin-Resistenz kann NGS zur Testung auf Bedaquilin, Linezolid und Clofazimin eingesetzt werden. Line-Probe-Assays (LPAs) werden als initiale Tests für Sputum-positive Proben oder Kulturisolate empfohlen, um Isoniazid- und Rifampicin-Resistenzen zu detektieren.

Übersicht der diagnostischen Verfahren

TestklassePrimäres ZielResistenztestung
Xpert MTB/RIF & UltraInitiale TB-DiagnoseRifampicin
Truenat MTB & PlusInitiale TB-DiagnoseRifampicin (via Reflex-Test)
LF-LAMTB-Diagnose bei HIVKeine
SL-LPAErweiterte DiagnostikFluorchinolone, injizierbare Zweitlinien-Medikamente
Targeted NGSUmfassende DiagnostikFirst- und Second-Line-Medikamente
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass "Trace"-Ergebnisse (Spuren) beim Xpert Ultra-Test eine sorgfältige klinische Einordnung erfordern. Bei Personen mit einer Tuberkulose-Behandlung in der Vorgeschichte ist die Falsch-Positiv-Rate in dieser Kategorie erhöht, weshalb die Therapieentscheidung den klinischen Verlauf und weitere Befunde berücksichtigen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird der Einsatz von Xpert MTB/RIF oder Xpert Ultra aus Sputum als initialer Test empfohlen. Diese molekularen Verfahren sollen der Mikroskopie und Kultur vorgezogen werden.

Der LF-LAM-Test wird zur Unterstützung der Diagnose bei HIV-positiven Personen mit fortgeschrittener Immunschwäche empfohlen. Er ist besonders im stationären Bereich bei einer CD4-Zellzahl unter 200 Zellen/mm³ oder bei schweren Symptomen indiziert.

Die Leitlinie empfiehlt zielgerichtetes NGS zur umfassenden Detektion von Medikamentenresistenzen direkt aus respiratorischen Proben. Es ermöglicht die gleichzeitige Testung auf First- und Second-Line-Medikamente, einschließlich Bedaquilin und Linezolid.

Bei Verdacht auf eine tuberkulöse Meningitis wird Xpert MTB/RIF oder Ultra im Liquor als initialer Test stark empfohlen. Bei anderen Formen können Punktate oder Biopsien, wie beispielsweise Lymphknotenaspirate, für die molekulare Testung verwendet werden.

Es wird davon abgeraten, Erstlinien-LPAs direkt bei Sputum-negativen Proben anzuwenden. Sie werden gemäß Leitlinie für Sputum-positive Proben oder angelegte Kulturisolate empfohlen.

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Quelle: WHO consolidated guidelines on tuberculosis: module 3: diagnosis: rapid diagnostics for tuberculosis detection, 3rd ed (WHO, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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