BfArM2010

Tamoxifen und SSRI: Wechselwirkung (BfArM)

Diese Leitlinie stammt aus 2010 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2010)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt in einer Sicherheitsmitteilung aus dem Jahr 2010 vor einer klinisch relevanten Wechselwirkung. Diese betrifft die gleichzeitige Einnahme des Antiöstrogens Tamoxifen und bestimmter Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI).

Tamoxifen wird als Prodrug in der endokrinen Therapie des Mammakarzinoms eingesetzt. Um seine volle Wirksamkeit zu entfalten, muss es über das Cytochrom-P450-System der Leber, insbesondere durch das Enzym CYP2D6, in aktive Metaboliten umgewandelt werden.

SSRIs werden bei Brustkrebspatientinnen häufig verschrieben. Sie dienen der Behandlung von begleitenden Depressionen oder werden im Off-Label-Use zur Linderung von Tamoxifen-induzierten Hitzewallungen eingesetzt.

Empfehlungen

Die Sicherheitswarnung formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Arzneimittelinteraktion:

Mechanismus der Wechselwirkung

  • Sowohl Tamoxifen als auch SSRIs wie Paroxetin werden über das hepatische P450-System verstoffwechselt.

  • Paroxetin führt zu einer starken und irreversiblen Hemmung des Enzyms CYP2D6.

  • Durch diese Enzymhemmung wird die Umwandlung von Tamoxifen in seine aktiven Metaboliten blockiert.

Klinische Konsequenzen

  • Eine kanadische Kohortenstudie zeigte, dass Paroxetin die Wirkung von Tamoxifen signifikant herabsetzen kann.

  • Bei gleichzeitiger Verabreichung beider Wirkstoffe wurde eine Erhöhung der Brustkrebssterblichkeit beobachtet.

  • Für den SSRI Fluoxetin liegen laut BfArM ebenfalls Hinweise auf eine vergleichbare Wechselwirkung vor, die jedoch noch abschließend bestätigt werden müssen.

Laufende Evaluation

  • Auf EU-Ebene wird der potenzielle Effekt von CYP2D6-Genvarianten auf das klinische Ansprechen der Tamoxifentherapie diskutiert.

  • Ebenso ist die generelle Interaktion von Tamoxifen mit weiteren CYP2D6-Enzymhemmern Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Kontraindikationen

Warnhinweise zur Komedikation

  • Paroxetin: Die gleichzeitige Verabreichung mit Tamoxifen kann die Brustkrebssterblichkeit erhöhen und die Tamoxifen-Wirkung herabsetzen.

  • Fluoxetin: Es bestehen Hinweise auf eine mögliche, ähnlich gelagerte Wechselwirkung durch CYP2D6-Inhibition.

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💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass SSRIs in der onkologischen Praxis häufig off-label gegen Hitzewallungen unter Tamoxifen-Therapie eingesetzt werden. Aufgrund der starken CYP2D6-Inhibition durch Paroxetin und der daraus resultierenden Wirkungsabschwächung von Tamoxifen wird eine kritische Überprüfung der Begleitmedikation empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Paroxetin hemmt das Leberenzym CYP2D6 stark und irreversibel. Dadurch kann das Prodrug Tamoxifen nicht in seine wirksamen Metaboliten umgewandelt werden, was laut BfArM die Brustkrebssterblichkeit erhöhen kann.

Die BfArM-Warnung bezieht sich explizit auf starke CYP2D6-Inhibitoren wie Paroxetin. Für Fluoxetin gibt es ebenfalls Hinweise auf eine mögliche Wechselwirkung, die jedoch noch bestätigt werden müssen.

SSRIs werden bei onkologischen Patientinnen häufig zur Behandlung von begleitenden Depressionen verordnet. Zudem erfolgt laut BfArM ein häufiger Off-Label-Einsatz zur Linderung von Hitzewallungen, die durch die Tamoxifen-Therapie ausgelöst werden.

Das BfArM verweist auf wissenschaftliche Diskussionen auf EU-Ebene, die den Einfluss von CYP2D6-Genvarianten auf das klinische Ansprechen von Tamoxifen untersuchen. Bestimmte Genvarianten könnten die Umwandlung in den aktiven Metaboliten beeinflussen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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