CochraneIa2023

Sturzprävention: Interventionen im häuslichen Umfeld

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Stürze und sturzbedingte Verletzungen sind bei älteren Menschen häufig. Etwa ein Drittel der über 65-Jährigen, die zu Hause leben, stürzt mindestens einmal pro Jahr.

Diese Stürze können schwerwiegende Folgen haben, wie etwa Frakturen, eine Einschränkung der Alltagsaktivitäten oder die Notwendigkeit einer Heimaufnahme. Mehr als 30 Prozent der Stürze werden durch Gefahrenquellen im häuslichen Umfeld verursacht.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2023 untersucht die Wirksamkeit von umweltbezogenen Interventionen zur Sturzprävention. Dazu zählen die Reduzierung von Gefahrenquellen, der Einsatz von Hilfsmitteln sowie Schulungsmaßnahmen für selbstständig lebende ältere Menschen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu verschiedenen umweltbezogenen Interventionen zur Sturzprävention zusammen. Es ergeben sich folgende zentrale Erkenntnisse:

Übersicht der Interventionen

Die Übersichtsarbeit bewertet die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen wie folgt:

InterventionEffekt auf SturzrateEvidenzgrad (GRADE)
Gefahrenreduzierung (Hochrisikogruppe)Reduktion um 38 %Hoch
Gefahrenreduzierung (unselektierte Gruppe)Kein nachweisbarer EffektHoch
Sehverbesserung (z. B. neue Brillen)Wahrscheinlich kein EffektNiedrig
Reine SchulungsmaßnahmenUngewissSehr niedrig

Reduzierung von Gefahrenquellen im Haushalt

Maßnahmen zur Beseitigung von Sturzgefahren (z. B. Anbringen von Anti-Rutsch-Streifen, Beseitigung von Stolperfallen) senken die Gesamtrate der Stürze laut Meta-Analyse um 26 Prozent (moderate Evidenz).

Die Wirksamkeit hängt stark vom Ausgangsrisiko der untersuchten Personen ab:

  • Bei Personen mit erhöhtem Sturzrisiko (z. B. Sturz im Vorjahr) wird die Sturzrate um 38 Prozent gesenkt.

  • Bei Personen ohne spezifisches Sturzrisiko zeigt sich kein nachweisbarer Effekt auf die Sturzrate.

  • Auf sturzbedingte Frakturen oder Krankenhauseinweisungen haben diese Maßnahmen wahrscheinlich keinen Einfluss.

Hilfsmittel und Sehhilfen

Der Einsatz von Interventionen zur Sehverbesserung zeigt laut Review wahrscheinlich keinen signifikanten Unterschied bei der Sturzrate.

Für andere Hilfsmittel wie spezielles Schuhwerk oder Selbstpflegehilfen konnten die Daten aufgrund der großen Heterogenität der Studien nicht gepoolt werden.

Aufklärung und Wohnraumanpassung

Es ist derzeit ungewiss, ob reine Schulungsmaßnahmen zur Reduzierung von Gefahrenquellen im Haushalt die Sturzrate senken.

Zu Wohnraumanpassungen, die primär auf die funktionelle Unabhängigkeit abzielen, wurden keine Studien gefunden, die Stürze als Endpunkt gemessen haben.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut dem Cochrane Review ist die Beseitigung von Gefahrenquellen im häuslichen Umfeld besonders dann effektiv, wenn sie gezielt bei älteren Menschen mit einem bereits erhöhten Sturzrisiko eingesetzt wird. Bei Personen ohne vorherige Stürze oder spezifische Risikofaktoren zeigt diese Maßnahme hingegen keinen präventiven Nutzen. Es wird daher nahegelegt, Ressourcen gezielt für Hochrisikogruppen einzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review senkt die Reduzierung von Gefahrenquellen im Haushalt die Sturzrate bei älteren Menschen insgesamt um 26 Prozent. Bei Personen mit einem hohen Sturzrisiko beträgt die Reduktion sogar 38 Prozent.

Die Meta-Analyse zeigt, dass Interventionen zur Sehverbesserung wahrscheinlich keinen signifikanten Einfluss auf die Sturzrate haben. Die Evidenz hierfür wird jedoch als niedrig eingestuft.

Nein, die Übersichtsarbeit belegt, dass Maßnahmen zur Gefahrenreduzierung nur bei Personen mit einem bereits erhöhten Sturzrisiko wirksam sind. Bei unselektierten Populationen ohne spezifisches Risiko konnte kein Nutzen nachgewiesen werden.

Es ist laut Review derzeit ungewiss, ob reine Aufklärungs- und Schulungsmaßnahmen das Sturzrisiko senken können. Die vorhandene Evidenz ist hierzu sehr schwach.

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Quelle: Cochrane Review: Environmental interventions for preventing falls in older people living in the community (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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