Schock: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Der Schock ist eine lebensbedrohliche Manifestation eines Kreislaufversagens. Er führt zu einer zellulären und geweblichen Hypoxie, die unbehandelt in Zelltod und der Dysfunktion lebenswichtiger Organe resultiert.
Laut der StatPearls-Leitlinie sind die Auswirkungen in den frühen Stadien reversibel. Eine Verzögerung der Diagnose oder ein verspäteter Behandlungsbeginn kann jedoch zu irreversiblen Schäden wie einem Multiorganversagen und dem Tod führen.
Es werden vier Hauptkategorien unterschieden: der distributive, hypovolämische, kardiogene und obstruktive Schock. Der distributive Schock, insbesondere der septische Schock, stellt dabei die häufigste Form dar.
Empfehlungen
Klinische Evaluation und Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt eine sofortige Evaluation, wobei die Kreislaufstabilisierung nicht durch die Ursachensuche verzögert werden darf. Zu den klassischen klinischen Zeichen gehören Hypotension (systolischer Blutdruck unter 90 mmHg oder MAP unter 65 mmHg), Tachykardie, veränderter Mentalstatus und Hyperlaktatämie.
Für die Basisdiagnostik wird folgendes Vorgehen beschrieben:
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Durchführung eines 12-Kanal-EKGs zum Ausschluss kardialer Ursachen
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Laborchemische Bestimmung von Blutbild, Nieren- und Leberwerten, Laktat, kardialen Biomarkern, Gerinnung und Blutkulturen
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Bildgebung mittels Röntgen-Thorax, CT oder Point-of-Care-Ultraschall (POCUS)
Stadien des Schocks
Der Verlauf wird pathophysiologisch in drei Stufen unterteilt:
| Stadium | Charakteristika | Reversibilität |
|---|---|---|
| Prä-Schock (kompensiert) | Kompensationsmechanismen wie Tachykardie und periphere Vasokonstriktion | Reversibel |
| Schock | Auftreten klassischer Symptome durch beginnende Organdysfunktion | Potenziell reversibel |
| Endorgandysfunktion | Irreversible Organdysfunktion und Multiorganversagen | Irreversibel (Tod) |
Allgemeine Therapiemaßnahmen
Laut Leitlinie steht die Sicherung von Atemwegen und Atmung an erster Stelle. Es wird die sofortige Etablierung eines peripheren, intraossären oder zentralvenösen Zugangs empfohlen.
Die initiale Therapie umfasst in der Regel eine intravenöse Flüssigkeitsgabe, gefolgt von Vasopressoren bei Bedarf, um die Gewebeperfusion aufrechtzuerhalten.
Spezifische Therapie nach Schockform
Die Behandlung richtet sich stark nach der zugrundeliegenden Ätiologie:
| Schockform | Flüssigkeitstherapie | Spezifische Maßnahmen und Vasopressoren |
|---|---|---|
| Septischer Schock | 30 ml/kg kristalline Lösung in 3 Stunden | Antibiotika innerhalb 1 Stunde; Noradrenalin (Ziel-MAP 65 mmHg) |
| Anaphylaktischer Schock | 4 bis 6 Liter kristalline Lösung | Intramuskuläres Adrenalin, Antihistaminika, Kortikosteroide |
| Hypovolämischer Schock | 2 bis 4 Liter kristalline Lösung | Bluttransfusion bei Blutung; Trendelenburg-Lagerung |
| Obstruktiver Schock | Zurückhaltende Flüssigkeitsgabe | Noradrenalin; Ursachenbehebung (z.B. Thrombolyse, Perikardiozentese) |
| Kardiogener Schock | Zurückhaltende Flüssigkeitsgabe (bei fehlendem Lungenödem) | Inotropika (Dobutamin), Noradrenalin, Revaskularisation bei STEMI |
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt vor einer unkritischen Volumengabe bei bestimmten Schockformen. Bei einer akuten massiven Lungenembolie (obstruktiver Schock) kann eine übermäßige intravenöse Flüssigkeitszufuhr zu einer paradoxen Verschlechterung der Hypotension führen.
Dies wird durch eine schwere Dilatation des rechten Ventrikels und eine Vorwölbung des Septums erklärt, was die Füllung des linken Ventrikels beeinträchtigt.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist die Bedeutung des Serumlaktatwerts als Instrument zur Risikostratifizierung bei undifferenziertem Schock. Es wird zudem betont, dass die initiale Volumentherapie und Kreislaufstabilisierung niemals durch die diagnostische Suche nach der zugrundeliegenden Ätiologie verzögert werden dürfen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine aggressive Volumengabe mit 30 ml/kg isotoner kristalliner Lösung innerhalb der ersten drei Stunden. Die weitere Flüssigkeitsgabe sollte basierend auf regelmäßigen Reevaluationen erfolgen.
Laut StatPearls ist Noradrenalin der Vasopressor der ersten Wahl. Bei refraktärem Schock wird die zusätzliche Gabe von Vasopressin empfohlen.
Es wird ein mittlerer arterieller Druck (MAP) von mindestens 65 mmHg als Zielwert für die Vasopressortherapie beim septischen Schock angegeben. Ein systolischer Blutdruck unter 90 mmHg gilt als klassisches Schockzeichen.
Es wird das sofortige Absetzen des Auslösers sowie die Gabe von intramuskulärem Adrenalin empfohlen. Begleitend werden eine aggressive Volumentherapie (4 bis 6 Liter), Antihistaminika und Kortikosteroide beschrieben.
Die Leitlinie beschreibt den Point-of-Care-Ultraschall (POCUS) als sehr nützliches Werkzeug am Patientenbett. Zudem werden Röntgen-Thorax und CT-Scans zur Identifikation der zugrundeliegenden Ursache empfohlen.
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Quelle: StatPearls: Shock (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.