Epiretinale Membran (ERM): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die epiretinale Membran (ERM) ist eine fibrozelulläre Proliferation auf der Membrana limitans interna (ILM) der Makula. Laut der StatPearls-Zusammenfassung tritt sie meist idiopathisch bei Personen über 50 Jahren auf.
Als auslösendes Ereignis der idiopathischen Form wird eine hintere Glaskörperabhebung beschrieben. Sekundäre Formen können durch Traumata, intraokulare Operationen, diabetische Retinopathie oder chronische Entzündungen entstehen.
Viele Betroffene sind zunächst asymptomatisch. Bei einer Progression kommt es jedoch zu Metamorphopsien, verminderter Sehschärfe und einem Verlust des zentralen Sehens, was die Lebensqualität erheblich einschränkt.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte für das Management der epiretinalen Membran:
Diagnostik
Zur Basisdiagnostik werden die Bestimmung der Sehschärfe, der Amsler-Netz-Test sowie eine dilatierte Fundusuntersuchung empfohlen. Zur Unterscheidung zwischen einem durchgehenden Makulaforamen und einem Pseudoforamen wird der Watzke-Allen-Test beschrieben.
Als Goldstandard und Methode der Wahl wird die optische Kohärenztomografie (OCT) genannt. Sie ermöglicht die genaue Beurteilung der Membran und der vitreomakulären Traktion (VMT).
OCT-Stadieneinteilung nach Govetto
Die Leitlinie zitiert das OCT-basierte Gradingsystem nach Govetto, welches den Schweregrad anhand der Netzhautschichten einteilt:
| Stadium | OCT-Charakteristika |
|---|---|
| Stadium 1 | Milde und dünne ERM, foveale Senke ist vorhanden |
| Stadium 2 | Verbreiterung der äußeren Körnerschicht, Verlust der fovealen Senke |
| Stadium 3 | Kontinuierliche ektopische innere foveale Schichten über die gesamte Fovea |
| Stadium 4 | Dicke ERM mit ektopischen inneren fovealen Schichten und zerstörten Netzhautschichten |
Konservatives Management
Bei asymptomatischen Patienten oder solchen ohne signifikante Metamorphopsien wird eine abwartende Haltung empfohlen. Es wird geraten, die Patienten zur regelmäßigen Selbstkontrolle mittels Amsler-Netz anzuleiten.
Chirurgische Therapie
Eine chirurgische Intervention zielt darauf ab, das Sehvermögen zu erhalten oder zu verbessern und Metamorphopsien zu minimieren. Als Standardverfahren wird die Pars-plana-Vitrektomie (PPV) mit Peeling der ERM und der ILM beschrieben.
Für die Operation werden folgende Aspekte hervorgehoben:
-
Die Verwendung von Farbstoffen (wie Trypanblau, Indocyaningrün oder Brilliantblau G) wird für ein sicheres ILM-Peeling empfohlen.
-
Triamcinolon wird zur Anfärbung des Glaskörpers und zur Induktion einer hinteren Glaskörperabhebung eingesetzt.
-
Bei Vorliegen einer Katarakt wird eine kombinierte Operation (Vitrektomie und Kataraktextraktion) empfohlen, um die Visualisierung zu verbessern und Zweiteingriffe zu vermeiden.
Medikamentöse Therapie
Der Einsatz von intravitrealem Ocriplasmin wird als nicht-chirurgische Option bei symptomatischer vitreomakulärer Traktion (VMT) erwähnt. Die Anwendung bei gleichzeitigem Vorliegen von ERM und VMT wird jedoch als kontrovers beschrieben.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Text ist die Dauer des Bestehens der epiretinalen Membran der entscheidendste Risikofaktor für die postoperative visuelle Erholung. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine beschleunigte Kataraktentwicklung (Kernsklerose) die häufigste Komplikation nach einer Vitrektomie darstellt. Es wird daher empfohlen, Patienten mit bestehender Katarakt frühzeitig über eine mögliche Kombinationsoperation aufzuklären.
Häufig gestellte Fragen
Laut der StatPearls-Zusammenfassung ist die häufigste Ursache idiopathisch. In 95 % der idiopathischen Fälle wird sie durch eine hintere Glaskörperabhebung ausgelöst.
Die optische Kohärenztomografie (OCT) wird als Untersuchung der Wahl beschrieben. Sie ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Membran und der Netzhautschichten.
Eine Operation wird in Betracht gezogen, wenn die Membran das Sehvermögen beeinträchtigt oder signifikante Metamorphopsien verursacht. Bei asymptomatischen Verläufen wird eine reine Beobachtung empfohlen.
Der Text gibt an, dass die Rezidivrate nach einer Operation zwischen 1 % und 21 % liegt. Ein zusätzliches Peeling der Membrana limitans interna (ILM) soll das Risiko senken.
Ocriplasmin kann bei begleitender vitreomakulärer Traktion eingesetzt werden. Die Wirksamkeit bei der epiretinalen Membran selbst wird jedoch als kontrovers eingestuft.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Epiretinal Membrane (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.