Pleuritis (Brustfellentzündung): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Pleuritis (Brustfellentzündung) ist definiert als eine Entzündung der parietalen Pleura. Sie äußert sich typischerweise durch atemabhängige, stechende Brustschmerzen, die sich beim Husten, Niesen oder Lachen verschlimmern.
Laut der StatPearls-Leitlinie sind virale Infektionen die häufigste Ursache der Pleuritis. In etwa 30 bis 40 Prozent der Fälle bleibt die Erkrankung jedoch idiopathisch.
Die Leitlinie betont, dass eine Pleuritis häufig ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung ist. Daher ist die klinische Abgrenzung von harmlosen Ursachen zu lebensbedrohlichen Zuständen wie einer Lungenembolie oder einem Myokardinfarkt essenziell.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:
Diagnostisches Vorgehen
Die Leitlinie empfiehlt eine systematische Evaluation, um primär lebensbedrohliche Ursachen wie Myokardinfarkt, Lungenembolie, Aortendissektion und Pneumothorax auszuschließen. Hierfür wird eine detaillierte Anamnese und körperliche Untersuchung, inklusive einer Medikamentenanamnese, angeraten.
Bei Verdacht auf kardiale Ursachen wird die Durchführung eines EKG und die Bestimmung von hochsensitivem Troponin innerhalb von 10 Minuten nach Ankunft empfohlen. Zur weiteren Risikostratifizierung bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom wird die Anwendung des modifizierten HEART-Scores vorgeschlagen.
Zur Abklärung einer Lungenembolie empfiehlt die Leitlinie den Einsatz validierter klinischer Entscheidungsregeln. Hierzu gehören:
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Der Wells-Score zur Bestimmung der Vortestwahrscheinlichkeit
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Die PERC-Kriterien (Pulmonary Embolism Rule-out Criteria) bei Patienten mit niedriger Wahrscheinlichkeit
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Die selektive D-Dimer-Testung zur weiteren Eingrenzung vor einer Bildgebung
Bildgebung und Punktion
Als initiale Bildgebung wird bei klinischer Indikation ein Röntgen-Thorax empfohlen. Bei Vorliegen eines Pleuraergusses sollte laut Leitlinie eine Thorakozentese (Pleurapunktion) erwogen werden, die idealerweise sonografisch gesteuert erfolgt.
Die gewonnene Pleuraflüssigkeit wird gemäß den Light-Kriterien als Transudat oder Exsudat klassifiziert. Zudem wird eine Untersuchung auf pH-Wert, Glukose, Zellzahl, Laktatdehydrogenase sowie eine mikrobiologische Diagnostik empfohlen.
Therapie
Die Behandlung der Pleuritis stützt sich laut Leitlinie auf zwei primäre Ziele: die Schmerzkontrolle und die Therapie der Grunderkrankung.
Für die symptomatische Schmerztherapie werden primär nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Indometacin empfohlen. Bei Kontraindikationen gegen NSAR oder bei spezifischen Ursachen wie einer Lupus-Pleuritis können orale Kortikosteroide in Betracht gezogen werden.
Die spezifische Therapie richtet sich nach der identifizierten Ursache:
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Antibiotikagabe und gegebenenfalls Drainage bei bakteriellen Infektionen oder einem Empyem
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Antikoagulation oder Reperfusionstherapie bei einer Lungenembolie
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Absetzen der auslösenden Substanz bei einer medikamenteninduzierten Pleuritis
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt vor dem unkritischen Einsatz von Opioiden zur Schmerztherapie bei Pleuritis. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Medikamente den Atemantrieb und den Hustenreflex unterdrücken können und daher nur mit Vorsicht angewendet werden sollten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie hebt hervor, dass die Lungenembolie die häufigste lebensbedrohliche Ursache für pleuritische Brustschmerzen darstellt. Es wird betont, dass bei der Evaluation stets zuerst kritische Diagnosen wie Lungenembolie, Myokardinfarkt und Aortendissektion aktiv ausgeschlossen werden müssen, bevor indolente Ursachen wie virale Infekte in Betracht gezogen werden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den modifizierten HEART-Score zum Ausschluss eines akuten Koronarsyndroms. Für die Evaluation einer möglichen Lungenembolie wird die Nutzung des Wells-Scores in Kombination mit den PERC-Kriterien und der D-Dimer-Testung angeraten.
Zur primären Schmerzkontrolle werden laut Leitlinie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Indometacin empfohlen. Die weitere medikamentöse Therapie richtet sich strikt nach der zugrunde liegenden Ursache.
Eine Thorakozentese wird empfohlen, wenn in der Bildgebung ein relevanter Pleuraerguss nachgewiesen wird. Die gewonnene Flüssigkeit sollte zur Differenzierung zwischen Transudat und Exsudat sowie zur Ursachenklärung analysiert werden.
Laut Leitlinie können Medikamente wie Hydralazin, Methotrexat, Nitrofurantoin und Procainamid eine Pleuritis oder einen Pleuraerguss verursachen. In diesen Fällen wird das sofortige Absetzen der auslösenden Substanz empfohlen.
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Quelle: StatPearls: Pleurisy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.