StatPearls2026

Perikarditis: StatPearls-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Perikarditis als die häufigste pathologische Erkrankung des Herzbeutels. Sie wird in akute, subakute, chronische und rezidivierende Formen unterteilt.

In bis zu 90 % der Fälle bleibt die genaue Ursache unklar, was zu der Diagnose einer idiopathischen akuten Perikarditis führt. Zu den identifizierbaren Auslösern zählen virale Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Malignome sowie medikamentöse Ursachen wie Checkpoint-Inhibitoren.

Eine gefürchtete Komplikation ist die Ansammlung von Flüssigkeit im Herzbeutel. Diese kann zu einer hämodynamisch relevanten Perikardergussbildung bis hin zur lebensbedrohlichen Herzbeuteltamponade führen.

Empfehlungen

Diagnostik

Laut Leitlinie erfordert die Diagnose einer akuten Perikarditis das Vorliegen von mindestens zwei der folgenden vier Kriterien:

  • Perikarditischer Brustschmerz (oft atemabhängig und lageabhängig)

  • Perikardiales Reibegeräusch bei der Auskultation

  • Neue, diffuse ST-Hebungen oder PR-Senkungen im EKG

  • Neuer oder sich verschlechternder Perikarderguss

Zusätzlich wird bei allen Verdachtsfällen die Durchführung von EKG, Echokardiografie, Röntgen-Thorax sowie die Bestimmung von Entzündungsmarkern und Troponin empfohlen (Klasse I, Evidenzgrad C).

Therapie der akuten Perikarditis

Die Leitlinie empfiehlt für die meisten Patienten eine empirische Therapie mit hochdosierten entzündungshemmenden Medikamenten in Kombination mit Colchicin.

  • NSAR (z. B. Ibuprofen, Indometacin) sollten bis zur Beschwerdefreiheit verabreicht werden.

  • Bei Patienten nach einem Myokardinfarkt oder unter bestehender Thrombozytenaggregationshemmung wird stattdessen Aspirin empfohlen (Klasse I, Evidenzgrad C).

  • Colchicin wird als Zusatztherapie für 3 bis 6 Monate empfohlen, da es die Rezidivrate signifikant senkt.

Kortikosteroide werden nicht als Erstlinientherapie empfohlen, da sie das Risiko für Rezidive erhöhen können. Sie sollten laut Leitlinie nur bei Kontraindikationen gegen NSAR/Colchicin oder bei autoimmuner Genese erwogen werden.

Kriterien für eine stationäre Aufnahme

Es wird empfohlen, Patienten mit bestimmten Hochrisikomarkern stationär aufzunehmen. Dazu zählen:

  • Fieber über 38 °C

  • Subakuter oder rezidivierender Verlauf

  • Großer Perikarderguss (über 20 mm Dicke)

  • Echokardiografische Zeichen einer Herzbeuteltamponade

Dosierung

MedikamentDosierungIndikation / Bemerkung
Ibuprofen600 mg alle 8 StundenErstlinientherapie (NSAR)
Indometacin25–50 mg alle 8 StundenAlternative Erstlinientherapie (NSAR)
Naproxen500–1000 mg alle 12 StundenAlternative Erstlinientherapie (NSAR)
Aspirin500–1000 mg alle 6–8 StundenMittel der Wahl bei Zustand nach Myokardinfarkt
Colchicin0,6 mg 2-mal täglichZusatztherapie bei Körpergewicht > 70 kg
Colchicin0,5 mg 1-mal täglichZusatztherapie bei Körpergewicht < 70 kg

Kontraindikationen

Laut Leitlinie ist Colchicin bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung kontraindiziert (Klasse III, Evidenzgrad C).

Aspirin ist nach der 20. Schwangerschaftswoche kontraindiziert. In diesem Fall kann laut Leitlinie Paracetamol verwendet werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist der frühzeitige Einsatz von Kortikosteroiden zur Symptomkontrolle. Die Leitlinie warnt davor, da Kortikosteroide das Risiko für eine rezidivierende Perikarditis nach Absetzen der Therapie signifikant erhöhen. Sie sollten streng auf Fälle mit spezifischer autoimmuner Ätiologie oder absoluten Kontraindikationen gegen NSAR und Colchicin beschränkt bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie zeigt die akute Perikarditis typischerweise diffuse, konkavbogige ST-Hebungen mit reziproken ST-Senkungen in der Ableitung aVR. Zudem kann eine PR-Strecken-Hebung in aVR auftreten, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum akuten Myokardinfarkt darstellt.

Die Leitlinie empfiehlt eine adjuvante Therapie mit Colchicin für eine Dauer von 3 bis 6 Monaten. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Rezidiven um etwa die Hälfte.

Eine stationäre Aufnahme wird bei Vorliegen von Hochrisikomarkern empfohlen. Hierzu zählen laut Leitlinie Fieber über 38 °C, ein großer Perikarderguss über 20 mm, Zeichen einer Tamponade oder ein fehlendes Ansprechen auf die Therapie innerhalb einer Woche.

Bei einem ersten Rezidiv wird empfohlen, die Therapie mit NSAR und Colchicin erneut zu beginnen, wobei die Colchicin-Gabe auf 6 bis 12 Monate verlängert werden sollte. Bei Therapieversagen können laut Leitlinie niedrig dosierte Steroide oder Immunsuppressiva wie Anakinra erwogen werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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