Okulärer Ultraschall: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Der okuläre Ultraschall (Point-of-Care-Ultraschall, POCUS) ist ein wertvolles diagnostisches Instrument in der Notfallmedizin. Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt den Einsatz bei akutem Sehverlust, okulärem Trauma, Kopfschmerzen oder dem Verdacht auf einen erhöhten intrakraniellen Druck.
Im Vergleich zu traditionellen Untersuchungsmethoden wie der Fundoskopie bietet die Sonografie eine schnelle, nicht-invasive und kostengünstige Alternative. Sie kann direkt am Krankenbett durchgeführt werden und kommt ohne ionisierende Strahlung aus.
Ein fundiertes Verständnis der Anatomie des Augapfels und der umgebenden Strukturen ist für die korrekte Durchführung unerlässlich. Dazu gehören insbesondere die Kenntnis der Netzhautverankerungen sowie der Verlauf des Nervus opticus.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für die Durchführung und Befundung:
Vorbereitung und Technik
Für die Untersuchung wird die Verwendung einer hochfrequenten Linearsonde empfohlen, idealerweise mit einer speziellen okulären Voreinstellung.
Zur Vermeidung von Artefakten wird das Auflegen einer transparenten Plastikfolie (z. B. Tegaderm) auf das geschlossene Auge empfohlen. Dabei sollte darauf geachtet werden, Lufteinschlüsse unter der Folie zu vermeiden.
Es wird der Einsatz einer großzügigen Menge Ultraschallgel auf der Folie angeraten. Die Sonde sollte nur leicht auf dem Gel ruhen, um den Druck auf das Auge zu minimieren, während die Hand des Untersuchers zur Stabilisierung auf dem Nasenrücken abgestützt wird.
Untersuchungsablauf
Die Orbita wird laut Leitlinie sowohl in sagittaler als auch in transversaler Ebene beurteilt.
Während die Sonde horizontal oder vertikal ruhig gehalten wird, sollte die untersuchte Person den Blick kontinuierlich für einige Sekunden nach oben und unten sowie nach links und rechts bewegen.
Diagnostische Befunde
Die Leitlinie beschreibt spezifische sonografische Merkmale für verschiedene okuläre Notfälle. Die folgende Tabelle fasst die typischen Befunde zusammen:
| Pathologie | Sonografischer Befund | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Netzhautablösung | Mobile, hyperechogene Membran | An Sehnerv und Ora serrata fixiert |
| Glaskörperblutung | Heterogenes Material, das bei Augenbewegung wirbelt | "Schneekugel"-Effekt |
| Zentralarterienverschluss | Hyperechogener Punkt posterior des Bulbus | Fehlender arterieller Fluss im Farb-Doppler |
| Erhöhter Hirndruck | Optikusscheidendurchmesser > 5 mm | Gemessen 3 mm hinter der Retina |
| Papillenödem | Vorwölbung des Discus opticus | Erhebung > 0,6 mm von der Retina |
| Linsenluxation | Linse im Glaskörperraum sichtbar | Außerhalb der normalen Position hinter der Iris |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt den Verdacht auf eine Bulbusruptur als absolute Kontraindikation für den okulären Ultraschall.
Sollten während der Untersuchung sonografische Zeichen einer Ruptur (z. B. heterogene Ansammlung von Hämatom, Blut und Glaskörper im Hinterkammerbereich) auffallen, wird ein sofortiger Abbruch der Untersuchung empfohlen.
In solchen Fällen wird auf alternative bildgebende Verfahren zur weiteren Abklärung verwiesen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist bei der sonografischen Darstellung eines echogenen Fremdkörpers (wie Metall, Glas oder Holz) im Auge höchste Vorsicht geboten. Ein solcher Befund sollte immer den Verdacht auf eine Bulbusruptur lenken, woraufhin die Ultraschalluntersuchung zur Vermeidung weiterer Schäden umgehend abgebrochen werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird der Durchmesser der Optikusscheide (ONSD) gemessen. Ein Wert von über 5 mm, gemessen 3 mm hinter der Retina, korreliert mit einem erhöhten intrakraniellen Druck.
Die Leitlinie beschreibt die Netzhautablösung als hyperechogene Membran, die am Sehnerv und der Ora serrata fixiert bleibt. Eine hintere Glaskörperabhebung weist hingegen eine geringere Echogenität auf und ist nicht an der Papille fixiert.
Es wird die Verwendung einer hochfrequenten Linearsonde empfohlen. Viele Ultraschallgeräte verfügen zudem über ein spezielles Preset für okuläre Untersuchungen.
Die Leitlinie rät dazu, eine große Menge Ultraschallgel auf eine schützende Plastikfolie aufzutragen. Die Sonde sollte dann lediglich auf dem Gelkissen aufliegen, während die Hand des Untersuchers auf dem Nasenrücken abgestützt wird.
Ja, wenn eine starke periorbitale Schwellung die direkte Untersuchung verhindert, kann laut Leitlinie die konsensuelle Pupillenreaktion des betroffenen Auges sonografisch beurteilt werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Ocular Ultrasound (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.