Blockade des N. peroneus profundus: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Blockade des Nervus peroneus profundus als effektives Verfahren zur Regionalanästhesie bei Fuß- und Sprunggelenksoperationen. Sie stellt eine risikoarme Alternative zur Vollnarkose dar und verbessert den postoperativen Komfort deutlich.
Der Nervus peroneus profundus innerviert die Muskulatur des vorderen Unterschenkelkompartiments sowie den Fußrücken. Zudem ist er für die sensible Versorgung des ersten Interdigitalraums, also des Bereichs zwischen der ersten und zweiten Zehe, verantwortlich.
Etwa 1,3 cm oberhalb des Sprunggelenks teilt sich der Nerv in einen lateralen und einen medialen Ast. Der Nerv verläuft in enger anatomischer Nachbarschaft zur Arteria tibialis anterior, was für die ultraschallgestützte Identifikation von zentraler Bedeutung ist.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Durchführung der Blockade:
Indikationen
Laut Leitlinie wird die Blockade für folgende klinische Szenarien empfohlen:
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Regionalanästhesie bei Eingriffen an Fuß oder Sprunggelenk
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Analgesie bei Verbrennungen am Fuß
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Wundversorgung und Naht im ersten Interdigitalraum
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Behandlung des vorderen Tarsaltunnelsyndroms
Vorbereitung und Monitoring
Vor dem Eingriff wird eine detaillierte neurovaskuläre Untersuchung der betroffenen Extremität empfohlen. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit eines präoperativen Time-Outs zur Bestätigung von Identität, Allergien und Punktionsort.
Während der Durchführung wird ein Standardmonitoring mittels Pulsoximetrie, Blutdruckmessung und EKG empfohlen. Die optimale Lagerung erfolgt auf dem Rücken mit angewinkelten Knien und flach aufgestellten Füßen.
Ultraschallgestützte Durchführung
Für die Punktion wird die Verwendung einer hochfrequenten linearen Ultraschallsonde (über 8 MHz) empfohlen. Die Leitlinie beschreibt folgende Schritte für die Technik:
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Positionierung der Sonde transversal 1 bis 2 cm proximal der Malleolen
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Identifikation der Arteria tibialis anterior als Leitstruktur
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Darstellung des Nervs als wabenartige Struktur lateral der Arterie
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In-Plane-Nadelführung mit ständiger Visualisierung der Nadelspitze
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Fraktionierte Injektion von jeweils 1 bis 2 ml Lokalanästhetikum nach vorheriger Aspiration
Komplikationsmanagement
Es wird eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit empfohlen, um Komplikationen wie die systemische Toxizität von Lokalanästhetika (LAST) frühzeitig zu erkennen. Bei einem Herzstillstand durch LAST wird die sofortige Gabe von Intralipid 20 % empfohlen.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen für die Lokalanästhetika sowie für das Antidot bei systemischer Toxizität:
| Medikament | Konzentration | Dosis/Volumen | Wirkdauer / Indikation |
|---|---|---|---|
| Lidocain | 2 % | 5 ml | 1 bis 2 Stunden (kurz- bis mittelfristig) |
| Bupivacain | 0,5 % | 5 ml | 2 bis 4 Stunden (längerfristig) |
| Ropivacain | 0,5 % | 5 ml | 2 bis 4 Stunden (längerfristig) |
| Intralipid | 20 % | 1,5 ml/kg (Bolus), 0,25 mg/kg/h (Infusion) | Antidot bei LAST-bedingtem Herzstillstand |
Kontraindikationen
Laut Leitlinie gelten folgende Kontraindikationen für die Blockade:
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Allergie oder Anaphylaxie gegenüber Lokalanästhetika
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Risiko für eine systemische Toxizität (LAST) bei bereits hohen verabreichten Dosen
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Lokale Infektionen, Zellulitis oder Abszesse an der Einstichstelle
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Ablehnung durch die behandelte Person
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Risiko für ein Kompartmentsyndrom an der Injektionsstelle
Bei Vorliegen einer Antikoagulation wird zur Vorsicht geraten. Da Fuß und Sprunggelenk jedoch gut komprimierbare Regionen sind, ist die Durchführung grundsätzlich möglich.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die Arteria tibialis anterior die wichtigste anatomische Leitstruktur, neben der der Nerv als weiße, wabenartige Struktur verläuft. Es wird nachdrücklich empfohlen, vor jeder fraktionierten Injektion zu aspirieren und die Nadelspitze im Ultraschall durchgehend darzustellen, um eine versehentliche intravasale Injektion zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Die Blockade anästhesiert primär den ersten Interdigitalraum zwischen der ersten und zweiten Zehe. Zudem wird laut Leitlinie die motorische Innervation der kurzen Zehenstrecker ausgeschaltet.
Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung einer hochfrequenten linearen Ultraschallsonde. Diese sollte eine Frequenz von mehr als 8 MHz aufweisen.
Für eine erfolgreiche Blockade werden gemäß den Empfehlungen in der Regel 5 ml Lokalanästhetikum verwendet. Die Injektion sollte fraktioniert in kleinen Schritten von 1 bis 2 ml erfolgen, um den Nerv vollständig zu umspülen.
Die Leitlinie rät bei bestehender Antikoagulation zur Vorsicht. Da Fuß und Sprunggelenk jedoch gut komprimierbare Stellen sind, kann der Block bei entsprechender Indikation dennoch durchgeführt werden.
Bei einem Herzstillstand infolge einer systemischen Toxizität wird die intravenöse Gabe von Intralipid 20 % empfohlen. Die Dosierung besteht aus einem initialen Bolus, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion.
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Quelle: StatPearls: Deep Peroneal Nerve Block (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.