StatPearls2026

Hammerfinger (Mallet Finger): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ein Hammerfinger (Mallet Finger) entsteht durch einen Abriss der Strecksehne am distalen Interphalangealgelenk (DIP-Gelenk). Dies kann als isolierte Sehnenruptur oder als knöcherner Ausriss an der dorsalen Basis der distalen Phalanx auftreten.

Die Verletzung resultiert meist aus einer plötzlichen, gewaltsamen Beugung der gestreckten Fingerspitze. Typische Auslöser sind Sportverletzungen, beispielsweise wenn ein Ball auf den ausgestreckten Finger prallt.

Klinisch zeigt sich eine charakteristische Beugestellung des Endglieds. Eine aktive Streckung im DIP-Gelenk ist nicht mehr möglich.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Hammerfingers:

Klinische und radiologische Diagnostik

Laut Leitlinie wird eine gründliche klinische Untersuchung empfohlen, um offene Verletzungen auszuschließen und die fehlende aktive Streckung im DIP-Gelenk zu dokumentieren.

Zur Differenzierung zwischen einer rein tendinösen Verletzung und einem knöchernen Ausriss wird eine Röntgenuntersuchung in drei Ebenen (anterior-posterior, schräg und streng lateral) empfohlen. Die streng laterale Aufnahme dient der Beurteilung der Fragmentgröße und einer möglichen palmaren Subluxation.

Klassifikation nach Doyle

Die Leitlinie nutzt die Doyle-Klassifikation zur Einteilung der Verletzungsschwere:

TypBeschreibung
Typ IGeschlossene Verletzung, mit oder ohne kleinen dorsalen knöchernen Ausriss
Typ IIOffene Verletzung durch Lazeration
Typ IIIOffene Verletzung durch tiefe Abrasion mit Haut- und Sehnenverlust
Typ IV-ATransphysäre Fraktur der distalen Phalanx
Typ IV-BFrakturfragment betrifft 20 % bis 50 % der Gelenkfläche
Typ IV-CFrakturfragment betrifft mehr als 50 % der Gelenkfläche

Konservative Therapie

Für die meisten Hammerfinger-Verletzungen wird eine konservative Therapie empfohlen. Dies gilt insbesondere für akute Weichteilverletzungen und minimal dislozierte knöcherne Ausrisse ohne Subluxation des DIP-Gelenks.

Es wird eine kontinuierliche Schienung des DIP-Gelenks in voller Extension (0 bis 10 Grad Hyperextension) für 6 bis 8 Wochen empfohlen. Das proximale Interphalangealgelenk (PIP-Gelenk) muss laut aktuellen Erkenntnissen nicht ruhiggestellt werden.

Nach der initialen Phase wird eine nächtliche Schienung für weitere 2 bis 6 Wochen angeraten.

Operative Therapie

Eine chirurgische Intervention wird gemäß Leitlinie bei folgenden Indikationen empfohlen:

  • Palmare Subluxation des DIP-Gelenks

  • Frakturbeteiligung von mehr als 30 % bis 40 % der Gelenkfläche

  • Unfähigkeit, eine vollständige passive Streckung des DIP-Gelenks zu erreichen

  • Offene Verletzungen mit kompletter Sehnenruptur

Als chirurgische Verfahren werden unter anderem die geschlossene Reposition und perkutane Spickung (CRPP) oder die offene Reposition und interne Fixation (ORIF) aufgeführt.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont nachdrücklich, dass bei der konservativen Therapie jegliche Beugung des DIP-Gelenks während der 6- bis 8-wöchigen Schienungsphase vermieden werden muss. Kommt es auch nur kurzzeitig zu einer Flexion (beispielsweise bei der täglichen Hygiene), wird empfohlen, die gesamte Heilungsdauer von 6 bis 8 Wochen von vorn zu beginnen. Es wird angeraten, betroffene Personen intensiv über diese strikte Compliance aufzuklären, um ein Therapieversagen zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine kontinuierliche Schienung des DIP-Gelenks in Streckstellung für 6 bis 8 Wochen empfohlen. Im Anschluss wird eine nächtliche Schienung für weitere 2 bis 6 Wochen angeraten.

Nein, die Leitlinie stellt klar, dass eine Ruhigstellung des proximalen Interphalangealgelenks (PIP) nicht erforderlich ist. Es wird empfohlen, ausschließlich das DIP-Gelenk zu schienen.

Eine operative Therapie wird gemäß Leitlinie unter anderem bei einer palmaren Subluxation des DIP-Gelenks oder bei einer Gelenkflächenbeteiligung von über 30 bis 40 Prozent empfohlen. Auch offene Verletzungen erfordern in der Regel ein chirurgisches Vorgehen.

Die Leitlinie nennt ein Streckdefizit (Extensor Lag) als die am häufigsten beobachtete Komplikation. Ein leichtes Defizit von 5 bis 20 Grad bleibt oft bestehen, führt aber meist nicht zu relevanten funktionellen Einschränkungen.

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Quelle: StatPearls: Mallet Finger Injuries (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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