StatPearls2026OrthopädieChirurgie

Lisfranc-Luxation: Diagnostik und operative Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Lisfranc-Gelenkverletzung umfasst ein breites Spektrum an Pathologien, von Distorsionen über Subluxationen bis hin zu kompletten Luxationen und Crush-Verletzungen. Laut der StatPearls-Leitlinie sind diese Verletzungen relativ selten, werden jedoch in bis zu 20 % der Fälle initial übersehen.

Die Ätiologie wird in Hochrasanztraumata (z. B. Verkehrsunfälle, Stürze aus großer Höhe) und Niedrigenergietraumata (z. B. Sportverletzungen) unterteilt. Bei Letzteren wirkt oft eine axiale oder rotierende Kraft auf den plantarflektierten Fuß ein.

Eine verzögerte oder unzureichende Behandlung kann zu schweren Langzeitkomplikationen führen. Dazu zählen laut Leitlinie insbesondere eine posttraumatische Arthrose, chronische Schmerzen und eine funktionelle Instabilität des Fußes.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung von Lisfranc-Verletzungen:

Klinische und radiologische Diagnostik

Bei anhaltenden Mittelfußschmerzen über fünf Tage, Schwellungen und veränderter Fußmechanik wird ein hoher Verdacht auf eine Lisfranc-Verletzung geäußert. Die Leitlinie empfiehlt als initiale Bildgebung belastete Röntgenaufnahmen beider Füße in drei Ebenen (anterior-posterior, 30° medial schräg und lateral).

Folgende radiologische Zeichen deuten laut Leitlinie auf eine Verletzung hin:

  • Fehlstellung zwischen den medialen Rändern von C2 und M2 (AP-Aufnahme)

  • Fehlstellung zwischen den medialen Rändern des Os cuboideum und M4 (Schrägaufnahme)

  • "Fleck-Sign" (Knochenfragment im ersten Intermetatarsalraum)

  • Diastase von mehr als 2 mm zwischen der ersten und zweiten Metatarsalbasis

Da Röntgenaufnahmen eine Sensitivität von nur 84 % aufweisen, wird bei unklaren Befunden oder zur Operationsplanung ein CT empfohlen. Ein MRT wird zur Beurteilung von Weichteil- und Bandverletzungen herangezogen.

Klassifikationssysteme

Die Leitlinie beschreibt zwei primäre Klassifikationssysteme zur Einteilung der Verletzungsschwere. Die Myerson-Klassifikation wird vorwiegend für Hochrasanztraumata verwendet:

Typ nach MyersonBeschreibung
Typ ATotale laterale oder dorsoplantare Inkongruenz (alle 5 Metatarsalbasen in gleiche Richtung verschoben)
Typ B1Isolierte Inkongruenz mit medialer Verschiebung von M1
Typ B2Isolierte Inkongruenz mit lateraler Verschiebung von mindestens einem der lateralen 4 Metatarsalia
Typ C1Partielle divergierende Verschiebung
Typ C2Totale divergierende Verschiebung

Für sportbedingte Lisfranc-Distorsionen wird die Klassifikation nach Nunley und Vertullo aufgeführt:

StadiumKlinische und radiologische Kriterien
Stadium IBänderdehnung ohne radiologische Diastase, kein Verlust der Fußgewölbelänge, positives Szintigramm
Stadium IIOffensichtliche Bandverletzung mit 1-5 mm Diastase, kein Verlust der Fußgewölbelänge
Stadium IIIVerletzung mit geschädigten plantaren Bändern, >5 mm Diastase, Verlust der Fußgewölbelänge

Konservative Therapie

Eine nicht-operative Behandlung wird für anatomisch stabile, nicht dislozierte Verletzungen auf belasteten Röntgenbildern sowie für reine Mittelfußdistorsionen empfohlen.

Die Leitlinie nennt folgende konservative Maßnahmen:

  • Ruhigstellung im Unterschenkelgips oder Walker-Boot

  • Strikte Entlastung (keine Gewichtsbelastung) für 6 Wochen

  • Radiologische Verlaufskontrolle nach 2 Wochen zum Ausschluss einer sekundären Diastase

  • Bei reinen Bandrupturen Verlängerung der Immobilisation auf bis zu 4 Monate

Operative Therapie

Eine chirurgische Intervention ist bei Gelenkinstabilität, offenen Frakturen oder einem Kompartmentsyndrom indiziert. Bei einem Kompartmentsyndrom wird eine sofortige Fasziotomie als medizinischer Notfall empfohlen.

Für die definitive Versorgung beschreibt die Leitlinie folgende Ansätze:

  • Offene Reposition und interne Fixation (ORIF) mittels transartikulärer Schrauben oder dorsaler Brückenplatten

  • Primäre Arthrodese (PA), welche insbesondere bei Verletzungen empfohlen wird, die älter als 6 Wochen sind

  • Bei starken Weichteilschwellungen wird ein zweizeitiges Vorgehen oder eine Verzögerung der Operation um 10 bis 14 Tage empfohlen

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist laut Leitlinie das Übersehen subtiler Lisfranc-Verletzungen auf unbelasteten Röntgenaufnahmen. Es wird betont, dass belastete Röntgenaufnahmen beider Füße im Seitenvergleich essenziell sind, da unbelastete Bilder in bis zu 50 % der Fälle eine Diastase nicht darstellen. Zudem wird auf das "Fleck-Sign" als wichtigen radiologischen Hinweis für einen Bandausriss hingewiesen.

Häufig gestellte Fragen

Patienten stellen sich typischerweise mit Mittelfußschmerzen vor, die sich bei Gewichtsbelastung und beim Abstoßen des Fußes verschlimmern. In der körperlichen Untersuchung können laut Leitlinie eine plantare Ekchymose, eine Schwellung über den Tarsometatarsalgelenken sowie ein vergrößerter Abstand zwischen der ersten und zweiten Zehe auffallen.

Die Leitlinie empfiehlt belastete Röntgenaufnahmen beider Füße in drei Ebenen. Dazu gehören eine anterior-posteriore, eine 30° medial schräge und eine laterale Ansicht, um subtile Fehlstellungen im Seitenvergleich zu erkennen.

Eine konservative Behandlung wird bei anatomisch stabilen und nicht dislozierten Verletzungen auf belasteten Röntgenbildern empfohlen. Sie umfasst gemäß Leitlinie eine Ruhigstellung und strikte Entlastung für mindestens sechs Wochen.

Zu den akuten Komplikationen zählen das Kompartmentsyndrom und Infektionen. Als häufigste chronische Komplikation wird in der Leitlinie die posttraumatische Arthrose genannt, die bei bis zu 60 % der Patienten auftritt.

Die primäre Arthrodese wird laut Leitlinie insbesondere für Lisfranc-Verletzungen empfohlen, die älter als sechs Wochen sind. Diese Patienten haben ein stark erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer posttraumatischen Arthrose.

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Quelle: StatPearls: Lisfranc Dislocation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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