StatPearls2026

Fersenbeinfraktur: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Kalkaneusfrakturen (Fersenbeinbrüche) sind seltene, aber potenziell stark einschränkende Verletzungen. Sie machen etwa 2 % aller Frakturen und 50 bis 60 % aller Frakturen der Fußwurzelknochen aus. Die Verletzungen betreffen überwiegend junge Erwachsene im Alter von 20 bis 39 Jahren.

Die Frakturen entstehen meist durch Hochrasanztraumata mit axialer Krafteinwirkung, wie beispielsweise bei Stürzen aus großer Höhe oder bei Verkehrsunfällen. Dabei wirkt der Talus (Sprungbein) wie ein Keil, der den Kalkaneus komprimiert und zu einer Abflachung, Verbreiterung und Verkürzung des Knochens führt.

Man unterscheidet extraartikuläre Frakturen (etwa 25 %), die meist als Abrissverletzungen auftreten, von intraartikulären Frakturen (etwa 75 %). Aufgrund der enormen Krafteinwirkung treten bei einem Großteil der Patienten Begleitverletzungen auf.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung von Kalkaneusfrakturen:

Klinische Untersuchung und Erstversorgung

Laut Leitlinie wird eine vollständige neurovaskuläre Untersuchung sowie die Überprüfung der Sehnenfunktion empfohlen. Es wird darauf hingewiesen, dass eine plantare Ekchymose (Mondor-Zeichen) den Verdacht auf eine Kalkaneusfraktur stark erhärtet.

Die initiale Behandlung sollte gemäß Leitlinie aus Ruhigstellung (z. B. gepolsterte Schiene), Hochlagerung, Kühlung und absoluter Entlastung bestehen.

Bildgebende Diagnostik

Als initiale Bildgebung werden Röntgenaufnahmen des Fußes und Sprunggelenks in drei Ebenen (a.p., lateral, schräg) sowie eine Harris-Zielaufnahme empfohlen. Die Leitlinie definiert die native Computertomografie (CT) ohne Kontrastmittel als Goldstandard für traumatische Kalkaneusverletzungen.

Im Röntgenbild sollte auf eine Abflachung des Böhler-Winkels (Normwert 20-40 Grad) und eine Vergrößerung des Gissane-Winkels (Normwert 130-145 Grad) geachtet werden.

Klassifikation

Die Leitlinie unterteilt intraartikuläre Frakturen anhand der CT-Bildgebung nach der Sanders-Klassifikation:

Sanders-TypBeschreibung
Typ INicht oder minimal dislozierte Knochenfragmente
Typ II2 Knochenfragmente mit Beteiligung der posterioren Facette
Typ III3 Knochenfragmente mit zusätzlich deprimiertem mittleren Fragment
Typ IV4 oder mehr (trümmerartige) Knochenfragmente

Konservative Therapie

Eine konservative Therapie mit 10- bis 12-wöchiger Ruhigstellung im Gips wird laut Leitlinie für die meisten extraartikulären Frakturen sowie für nicht dislozierte intraartikuläre Frakturen (Sanders Typ I) empfohlen. Alle ambulant behandelten Patienten müssen bei Entlassung strikt entlasten.

Operative Therapie

Die Leitlinie empfiehlt eine chirurgische Intervention bei dislozierten "Tongue-type"-Frakturen, Gelenkdepressionen, einem Böhler-Winkel von unter 5 Grad sowie bei offenen Frakturen.

Es wird betont, dass die Operation bei geschlossenen Frakturen verzögert werden sollte, bis das sogenannte "Wrinkle-Sign" (Faltenzeichen) der Haut auftritt und Schwellungen abgeklungen sind, was meist nach 5 bis 10 Tagen der Fall ist.

Bei offenen Frakturen wird ein sofortiges Debridement mit Spülung empfohlen, wobei die definitive Fixation laut Leitlinie nicht im selben Eingriff erfolgen sollte.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, Begleitverletzungen zu übersehen, da bei über 70 % der Patienten mit Kalkaneusfrakturen weitere Verletzungen vorliegen. Insbesondere bei Stürzen aus der Höhe wird eine gründliche Untersuchung der gesamten Wirbelsäule auf Kompressionsfrakturen empfohlen. Zudem wird bei "Tongue-type"-Frakturen auf die Gefahr von Hautnekrosen hingewiesen, weshalb bei drohender Hautperforation eine sofortige Reposition angeraten wird.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte die Operation bei geschlossenen Frakturen verzögert werden, bis die Weichteilschwellung abgeklungen ist. Dies wird durch das Auftreten des "Wrinkle-Signs" (Faltenzeichen) angezeigt, was in der Regel 5 bis 10 Tage nach dem Trauma geschieht.

Die Leitlinie empfiehlt initial Röntgenaufnahmen in drei Ebenen sowie eine Harris-Zielaufnahme. Als Goldstandard zur genauen Beurteilung und präoperativen Planung wird ein CT ohne Kontrastmittel empfohlen.

Das Mondor-Zeichen beschreibt ein Hämatom, das sich entlang der Fußsohle ausbreitet. Laut Leitlinie gilt dieser Befund als pathognomonisch für eine Kalkaneusfraktur.

Es wird empfohlen, die Gewichtsbelastung für 8 bis 12 Wochen zu vermeiden. Die genaue Dauer hängt laut Leitlinie vom Grad der Trümmerbildung und dem radiologisch nachgewiesenen Heilungsverlauf ab.

Die Leitlinie nennt Wundheilungsstörungen, Infektionen und das Kompartmentsyndrom als frühe Komplikationen. Langfristig entwickeln viele Patienten eine posttraumatische subtalare Arthrose, die chronische Schmerzen verursachen kann.

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Quelle: StatPearls: Calcaneus Fractures (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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