StatPearls2026

Glenoidfrakturen: StatPearls Zusammenfassung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das glenohumerale Gelenk ist ein komplexes Gelenk ohne angeborene Stabilität, bei dem der Humeruskopf stark von den Bändern und der Rotatorenmanschette abhängig ist. Das Glenoid bildet die relativ flache Gelenkpfanne an der lateralen Skapula.

Frakturen der Skapula sind selten und machen weniger als ein Prozent aller Frakturen aus. Glenoidfrakturen stellen dabei etwa 10 bis 20 Prozent der Skapulafrakturen dar und treten häufig in Verbindung mit Schulterinstabilitäten auf.

Die Verletzungen resultieren meist aus stumpfen Traumata oder Hochgeschwindigkeitssportverletzungen. Dabei prallt der Humeruskopf gewaltsam gegen die Fossa glenoidalis, was je nach Krafteinwirkung zu unterschiedlichen Frakturmustern führt.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Versorgung von Glenoidfrakturen:

Diagnostik

Zur Basisdiagnostik wird ein Röntgen in der ap-Projektion (Skapulaebene) und eine axiale Aufnahme empfohlen. Zusätzlich wird ein Röntgen-Thorax angeraten, da Begleitverletzungen wie Rippenfrakturen oder ein Pneumothorax die Diagnose einer Skapulafraktur verschleiern können.

Laut Leitlinie ist häufig eine Computertomografie (CT) erforderlich, um das genaue Ausmaß der Verletzung und die Beteiligung der Fossa glenoidalis zu bestimmen.

Klassifikation

Die Leitlinie beschreibt verschiedene Klassifikationssysteme zur Einteilung der Frakturen, um die Therapieentscheidung zu erleichtern:

SystemTyp/KategorieBeschreibung
IdebergTyp IAvulsions- und Randfrakturen
IdebergTyp IIFrakturverlauf von der Fossa durch die Skapula nach lateral
IdebergTyp IIIFrakturverlauf von der Fossa nach superior
IdebergTyp IVFrakturverlauf von der Fossa nach medial
IdebergTyp VKombinationen der Typen II bis IV
IdebergTyp VISchwere Trümmerfraktur
EulerTyp A bis EEinteilung nach anatomischer Lokalisation (Korpus, Processus, Collum, Gelenk)
OTAF, F1, F2Einteilung nach Gelenkbeteiligung und Fragmentierung

Konservative Therapie

Eine konservative Therapie mit Ruhigstellung wird bei kleinen, minimal dislozierten Frakturen empfohlen. Dies gilt insbesondere für:

  • Stabile Avulsionsfrakturen unter 5 mm

  • Randfrakturen mit einer Dislokation von weniger als 5 mm

  • Anteriore Randfrakturen, die weniger als 21 Prozent der Gelenkfläche betreffen

  • Posteriore Randfrakturen, die weniger als 33 Prozent der Gelenkfläche betreffen

Operative Therapie

Eine chirurgische Intervention wird in Betracht gezogen, wenn die Fossa glenoidalis betroffen ist und der Humeruskopf nicht mehr zentral in der Pfanne steht.

Für anteriore Randfrakturen wird häufig ein arthroskopischer Zugang in Kombination mit einer perkutanen Schraubenfixierung gewählt. Bei posterioren und inferioren Glenoidfrakturen wird ein offener posteriorer Zugang empfohlen, während für superiore Frakturen ein anteriorer oder deltopektoraler Zugang genutzt wird.

Nachsorge und Rehabilitation

Bei stabil fixierten oder minimal dislozierten Frakturen wird ein Beginn mit passiven Bewegungsübungen (ROM) wenige Tage nach der Operation empfohlen. Es werden engmaschige radiologische Kontrollen angeraten, um eine Dislokation auszuschließen und die Heilung zu überwachen.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine vollständige Wiederherstellung der Funktion bis zu einem Jahr dauern kann.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass Begleitverletzungen des Thorax (wie Rippenfrakturen oder Lungenkontusionen) klinisch von einer Skapulafraktur ablenken können. Bei Personen mit einem hohen Injury Severity Score (ISS) wird ein hohes Maß an Verdacht auf Skapulafrakturen und eine großzügige Indikationsstellung zur CT-Bildgebung empfohlen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Nikotin- und Alkoholkonsum die Knochenheilung direkt negativ beeinflussen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sind Skapulafrakturen sehr selten und machen weniger als ein Prozent aller Frakturen aus. Glenoidfrakturen stellen dabei lediglich 10 bis 20 Prozent dieser Skapulaverletzungen dar.

Es wird eine konservative Therapie empfohlen, wenn die Fraktur minimal disloziert ist. Dies betrifft laut Leitlinie stabile Avulsionsfrakturen unter 5 mm sowie Randfrakturen mit geringer Gelenkbeteiligung.

Die Leitlinie empfiehlt primär Röntgenaufnahmen in der ap-Projektion und axialen Ansicht. Zur genauen Beurteilung der Gelenkbeteiligung und Frakturausdehnung wird jedoch häufig eine Computertomografie (CT) benötigt.

Dislozierte und unbehandelte Frakturen können zu chronischen Schmerzen und Behinderungen führen. Die Leitlinie warnt insbesondere vor einer frühzeitigen glenohumeralen Arthrose und chronischen Schulterinstabilitäten.

Die Leitlinie gibt an, dass die vollständige Wiederherstellung der Schulterfunktion bis zu einem ganzen Jahr in Anspruch nehmen kann. Passive Bewegungsübungen sollten jedoch bereits wenige Tage nach einer stabilen operativen Fixierung beginnen.

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Quelle: StatPearls: Glenoid Fractures (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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