StatPearls2026

Akromioklavikulargelenk-Verletzung: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Verletzungen des Akromioklavikulargelenks (AC-Gelenk) machen laut der StatPearls-Leitlinie über 40 % aller Schulterverletzungen aus. Sie treten besonders häufig bei Kollisionssportarten wie Eishockey oder Football, bei Stürzen vom Fahrrad sowie bei Autounfällen auf.

Der häufigste Verletzungsmechanismus ist ein direktes Trauma auf den lateralen Aspekt der Schulter bei adduziertem Arm. Auch ein Sturz auf die ausgestreckte Hand oder den Ellenbogen kann zu einer AC-Gelenksprengung führen.

Während leichte Verletzungen meist ohne signifikante Morbidität abheilen, können schwere Traumata zu einem erheblichen Verlust an Schulterkraft und -funktion führen. Begleitend können Klavikulafrakturen, Impingement-Syndrome oder in seltenen Fällen neurovaskuläre Schäden auftreten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert detaillierte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von AC-Gelenk-Verletzungen.

Klinische und apparative Diagnostik

Bei der körperlichen Untersuchung wird empfohlen, auf Schwellungen, Hämatome und das "Klaviertastenphänomen" zu achten. Letzteres beschreibt eine nach oben stehende Klavikula, die nach inferiorer Kompression federnd in ihre Ausgangslage zurückkehrt.

Zudem wird eine vollständige neurovaskuläre Untersuchung der betroffenen Extremität angeraten, um Begleitverletzungen auszuschließen.

Zur radiologischen Diagnostik empfiehlt die Leitlinie Standard-Röntgenaufnahmen sowie die Zanca-Zielaufnahme, bei der der Röntgenstrahl 10 bis 15 Grad kranial gekippt wird. Bei diagnostischer Unsicherheit können Wichtungsaufnahmen unter Belastung, Ultraschall oder eine MRT-Untersuchung erwogen werden.

Rockwood-Klassifikation

Die Leitlinie nutzt die Rockwood-Klassifikation als Goldstandard zur Einteilung der Verletzungsschwere und zur Steuerung der Therapieentscheidung.

TypBandverletzungRadiologische Kriterien
IAC-Band-ZerrungKeine radiologischen Auffälligkeiten
IIAC-Band gerissen, CC-Band gezerrtKlavikula-Elevation (nicht über Akromion) oder <25 % vergrößerter CC-Abstand
IIIAC- und CC-Bänder gerissenKlavikula über Akromion oder 25-100 % vergrößerter CC-Abstand
IVAC- und CC-Bänder gerissenPosteriore Dislokation der distalen Klavikula in den Trapezius
VAC- und CC-Bänder gerissenSuperiore Dislokation der distalen Klavikula um >100 %
VIAC- und CC-Bänder gerissenInferolaterale Dislokation (subakromial oder subkorakoidal)

Konservative und operative Therapie

Die Therapieplanung richtet sich maßgeblich nach dem vorliegenden Rockwood-Typ:

  • Typ I und II: Es wird ein rein konservatives Management mit Armschlinge, Analgesie, Kühlung und Physiotherapie empfohlen.

  • Typ III: Diese Verletzungen werden häufig konservativ behandelt. Eine operative Intervention wird erwogen bei einer Dislokation von über 75 %, bei Leistungssportlern, Schwerarbeitern oder bei Versagen der konservativen Therapie.

  • Typ IV bis VI: Hier wird in der Regel eine chirurgische Intervention empfohlen und eine Überweisung an einen Orthopäden angeraten.

Postoperative Rehabilitation

Für die Rehabilitation nach operativer Versorgung gibt die Leitlinie folgendes Stufenschema vor:

  • Woche 1 bis 6: Tragen einer Armschlinge, Kühlung sowie frühzeitige Mobilisation von Ellenbogen und Handgelenk.

  • Woche 6 bis 12: Entwöhnung von der Schlinge, Beginn mit aktiven Range-of-Motion-Übungen (Abduktion auf 90 Grad limitiert) und isometrischem Training.

  • Ab Woche 12: Freigabe des vollen Bewegungsumfangs über 90 Grad sowie Propriozeptions- und Krafttraining. Eine Rückkehr zum Sport wird nach 6 Monaten erlaubt.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei isolierten AC-Gelenk-Verletzungen zur exakten radiologischen Beurteilung stets eine Vergleichsaufnahme der kontralateralen, gesunden Schulter angefertigt werden sollte. Dies wird als essenziell erachtet, um den korakoklavikulären Abstand korrekt zu messen und die Verletzung sicher nach der Rockwood-Klassifikation einzuteilen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie zeigt sich klinisch häufig das sogenannte Klaviertastenphänomen. Dabei lässt sich die nach oben dislozierte Klavikula nach unten drücken und federt nach dem Loslassen sofort wieder nach oben.

Die Leitlinie empfiehlt eine Operation standardmäßig bei Verletzungen der Rockwood-Typen IV bis VI. Bei Typ III wird eine Operation individuell erwogen, insbesondere bei Leistungssportlern, Schwerarbeitern oder einer Dislokation von über 75 Prozent.

Es werden Standard-Röntgenaufnahmen der Schulter sowie eine Zanca-Zielaufnahme (10 bis 15 Grad kranial gekippt) empfohlen. Bei Unklarheiten rät die Leitlinie zu Wichtungsaufnahmen unter Belastung oder einer MRT.

Gemäß dem Rehabilitationsschema der Leitlinie ist eine Rückkehr zum Sport in der Regel nach 6 Monaten erlaubt. Zuvor erfolgt ein schrittweiser Aufbau von Beweglichkeit und Kraft.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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