GLAD-Läsion der Schulter: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Glenolabral Articular Disruption (GLAD) als eine spezifische traumatische Verletzung der Schulter. Sie kombiniert einen oberflächlichen Riss des anterio-inferioren Labrums mit einem Knorpelschaden am angrenzenden Glenoid.
Typischerweise entsteht die Läsion durch eine forcierte Adduktion aus einer abduzierten und außenrotierten Schulterposition, oft bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm. Auch Wurfbewegungen werden als mögliche Ursache für diese Scherkräfte genannt.
Klinisch äußert sich die Verletzung durch unspezifische vordere oder diffuse Schulterschmerzen. Obwohl die Läsion historisch mit einem stabilen Gelenk assoziiert wurde, wird sie zunehmend auch im Kontext von Schulterinstabilitäten und Luxationen beobachtet.
Empfehlungen
Die Leitlinie gliedert die Empfehlungen in Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie.
Diagnostik
Bei klinischem Verdacht auf eine GLAD-Läsion wird eine frühzeitige bildgebende Diagnostik empfohlen. Als Goldstandard gilt hierbei die MR-Arthrographie (MRA).
Der pathognomonische Befund zeigt einen oberflächlichen Riss des anterio-inferioren Labrums in Kombination mit einem Knorpeldefekt des Glenoids. Für eine verbesserte Genauigkeit und Sensitivität wird empfohlen, die Untersuchung in Abduktion und Außenrotation der Schulter durchzuführen.
Differenzialdiagnosen
Aufgrund der unspezifischen Symptomatik müssen laut Leitlinie verschiedene traumatische Glenolabral-Pathologien abgegrenzt werden:
| Läsionstyp | Pathologische Eigenschaft |
|---|---|
| Bankart-Läsion | Abriss des anterio-inferioren Labrums und der Bänder vom Glenoid |
| Knöcherne Bankart-Läsion | Anterio-inferiore Instabilität mit Fraktur des Glenoidrandes |
| Perthes-Läsion | Labrumverletzung bei intakter periostaler Verbindung zum Glenoid |
| ALPSA-Läsion | Medial auf den Glenoidhals dislozierte Labrumverletzung |
| HAGL-Läsion | Avulsion des anterio-inferioren glenohumeralen Ligaments am Humerus |
Therapie
Die Entscheidung zwischen konservativer und operativer Therapie sollte individuell anhand von Alter, Aktivitätsniveau und Symptomschwere getroffen werden.
Für die Behandlung werden folgende Ansätze beschrieben:
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Bei älteren Personen mit degenerativen Veränderungen steht die konservative Therapie mit Analgesie und Physiotherapie im Vordergrund.
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Bei jüngeren, aktiven Personen oder bei Versagen der konservativen Therapie wird eine arthroskopische Intervention erwogen.
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Die Operation umfasst typischerweise ein Debridement instabiler Labrumanteile, die Entfernung freier Knorpelkörper und gegebenenfalls eine Mikrofrakturierung des freiliegenden Knochens.
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Bei größeren Defekten kann das Labrum über den Knorpeldefekt reponiert und fixiert werden.
Nachsorge und Rehabilitation
Nach einer operativen Versorgung wird eine strukturierte, physiotherapeutisch begleitete Rehabilitation empfohlen.
Das typische Schema nach einer Labrumnaht umfasst:
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Ruhigstellung in einer Schlinge für 4 Wochen, begleitet von Pendelübungen.
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Progressive Steigerung der aktiven Beweglichkeit und leichtes Krafttraining über die folgenden 6 bis 8 Wochen.
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Rückkehr zu kontaktfreien Sportarten nach etwa 5 Monaten und zu Kontaktsportarten nach 6 Monaten.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie ist die Assoziation von GLAD-Läsionen mit einer reduzierten glenohumeralen Stabilität. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Läsionen ein biomechanischer Risikofaktor für rezidivierende Schulterinstabilitäten sein können und mit höheren Versagensraten bei arthroskopischen Bankart-Reparaturen einhergehen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie entsteht die Verletzung meist durch ein Trauma, wie einen Sturz auf den ausgestreckten Arm. Dabei wirkt eine forcierte Adduktion auf die abduzierte und außenrotierte Schulter ein.
Die MR-Arthrographie (MRA) wird als Goldstandard zur Diagnose empfohlen. Die Untersuchung sollte idealerweise in Abduktion und Außenrotation der Schulter erfolgen.
Eine Operation wird vor allem bei jüngeren, aktiven Personen erwogen, oder wenn die konservative Therapie keine Besserung bringt. Bei älteren Personen mit degenerativen Veränderungen wird primär ein konservativer Ansatz empfohlen.
Die Nachsorge umfasst eine vierwöchige Ruhigstellung in einer Schlinge, gefolgt von einem mehrwöchigen progressiven Aufbau. Die Rückkehr zum Kontaktsport ist laut Leitlinie nach etwa sechs Monaten möglich.
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Quelle: StatPearls: Glenolabral Articular Disruption (GLAD) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.