StatPearls2026

Erb-Parese: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Erb-Parese (Erb-Duchenne-Lähmung) ist eine der häufigsten neurologischen Geburtsverletzungen. Sie entsteht durch eine Schädigung des oberen Truncus des Plexus brachialis, spezifisch der zervikalen Nervenwurzeln C5 und C6.

Laut der StatPearls-Zusammenfassung wird die Verletzung meist durch eine Traktion des Halses während einer erschwerten Geburt verursacht. Hauptrisikofaktoren sind eine fetale Makrosomie und eine Schulterdystokie.

Die Läsion kann jedoch auch unabhängig von einer Schulterdystokie, bei normalgewichtigen Neugeborenen oder nach Kaiserschnitten auftreten. Die Prognose ist im Allgemeinen günstig, sofern eine frühzeitige funktionelle Erholung einsetzt.

Empfehlungen

Klinische Diagnostik

Die Diagnose wird primär klinisch gestellt. Typisch ist die sogenannte "Kellner-Trinkgeld-Haltung" (waiter's tip posture), bei der der Arm schlaff herabhängt, adduziert, innenrotiert und proniert ist.

Es wird beschrieben, dass der Moro-Reflex auf der betroffenen Seite fehlt, während der Greifreflex erhalten bleibt. Dies dient der klinischen Abgrenzung zur Klumpke-Parese.

Zur Bestätigung oder zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen listet die Leitlinie folgende apparative Untersuchungen auf:

  • MRT des Plexus brachialis und des zervikalen Rückenmarks als bevorzugte Bildgebung

  • Röntgen der Schulter zum Ausschluss von Frakturen (z. B. Klavikulafraktur)

  • Elektromyografie (EMG) und Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen (NLG) zur Beurteilung der Nervenfunktion

  • CT-Myelografie zur detaillierten Darstellung von Rückenmark und Nervenwurzeln

Schweregrade der Läsion

Die Schädigung des Plexus brachialis wird in drei Schweregrade unterteilt:

SchweregradPathophysiologiePrognose
NeuropraxieGeringste Schwere, keine StrukturzerstörungReversibel, heilt ohne Komplikationen
AxonotmesisUnterbrechung von Axon und MyelinscheideHeilung dauert Monate, abhängig von Läsionshöhe
NeurotmesisAbriss der Nervenwurzeln vom RückenmarkIrreversibler Schaden, schlechteste Prognose

Konservative und operative Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Verletzung. Es wird eine frühzeitige Immobilisation empfohlen, gefolgt von passiven und aktiven Bewegungsübungen.

Folgende therapeutische Modalitäten werden aufgeführt:

  • Physiotherapie: Zur Stärkung und Heilungsförderung, oft in Kombination mit Hydrotherapie

  • Hydrotherapie: Reduziert muskuloskelettalen Stress und fördert Bewegungen gegen die Schwerkraft

  • Ergotherapie: Zur Unterstützung bei Alltagsaktivitäten, insbesondere nach Operationen oder bei Langzeitschäden

  • Botulinumtoxin: Kann zur Linderung von Kontrakturen eingesetzt werden

Ein chirurgischer Eingriff (Nerventransplantation oder Nervendekompression) wird als Ultima Ratio beschrieben. Dieser sollte erwogen werden, wenn durch Physiotherapie keine funktionelle Erholung erreicht wird.

Prognose und Nachsorge

Die Prognose ist günstig, wenn die Erholung innerhalb der ersten vier Wochen beginnt. Eine vollständige Ausheilung im ersten Lebensjahr ist in diesen Fällen häufig.

Bleibt der Muskel jedoch denerviert, wird der Schaden nach 18 bis 24 Monaten irreversibel. Daher wird eine engmaschige, langfristige ambulante Überwachung durch ein interprofessionelles Team dringend empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender klinischer Hinweis zur Unterscheidung der Erb-Parese von der Klumpke-Parese ist der erhaltene Greifreflex bei gleichzeitig fehlendem Moro-Reflex auf der betroffenen Seite. Zudem wird betont, dass eine ausbleibende Reinnervation nach 18 bis 24 Monaten zu irreversiblen Schäden führt, weshalb eine frühzeitige interprofessionelle Beurteilung und Therapieeinleitung essenziell ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls betrifft die Erb-Parese die oberen Nervenwurzeln (C5-C6) und präsentiert sich mit der "Kellner-Trinkgeld-Haltung" sowie einem erhaltenen Greifreflex. Die Klumpke-Parese betrifft die unteren Wurzeln (C7-T1), führt zu einer Krallenhand und geht mit einem fehlenden Greifreflex einher.

Die Leitlinie nennt die Magnetresonanztomografie (MRT) des Plexus brachialis und des zervikalen Rückenmarks als bevorzugte Bildgebung. Sie dient auch dem Ausschluss von Tumoren, während ein Röntgenbild knöcherne Verletzungen wie Frakturen ausschließen kann.

Ein chirurgischer Eingriff wird als letzte Option beschrieben. Er wird empfohlen, wenn durch konservative Maßnahmen wie Physiotherapie keine ausreichende funktionelle Erholung der betroffenen Extremität erreicht wird.

Als Hauptrisikofaktoren werden eine fetale Makrosomie und eine Schulterdystokie genannt. Weitere Faktoren umfassen mütterlichen Diabetes, Adipositas, Zangengeburten sowie eine sehr kurze zweite Wehenphase.

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Quelle: StatPearls: Erb Palsy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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