StatPearls2026

Plexus-brachialis-Läsion: Leitlinie StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Plexus brachialis besteht aus den vorderen Ästen der Spinalnerven C5 bis T1, gelegentlich mit Beteiligung von C4 und T2. Er gliedert sich von proximal nach distal in Wurzeln, Trunci, Divisiones, Faszikel und Endäste.

Verletzungen betreffen laut der StatPearls-Zusammenfassung am häufigsten junge Männer zwischen 15 und 25 Jahren. Die Ursachen reichen von geburtshilflichen Traumata über Hochgeschwindigkeitsunfälle bis hin zu penetrierenden Verletzungen.

Eine zentrale prognostische Unterscheidung ist die Lokalisation der Läsion. Präganglionäre Verletzungen (proximal des Spinalganglions) haben eine geringe Spontanheilungsrate, während postganglionäre Läsionen eine bessere Prognose aufweisen können.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für die Diagnostik und Therapie:

Klinische Untersuchung

Es wird eine detaillierte neurologische Untersuchung zur Lokalisationsdiagnostik empfohlen. Dabei sollte auf spezifische Begleitverletzungen geachtet werden:

  • Verlust der motorischen Funktion von M. latissimus dorsi und M. pectoralis major zur Unterscheidung zwischen supra- und infraklavikulären Läsionen.

  • Lähmungen der paraspinalen Muskulatur als Hinweis auf eine zervikale Verletzung.

  • Auftreten eines Horner-Syndroms (Miosis, Ptosis, Anhidrosis) bei Ausrissen der Wurzeln C8 und T1.

Bildgebung und Elektrophysiologie

Zur weiteren Evaluation wird eine Kombination aus radiologischer und elektrophysiologischer Diagnostik empfohlen:

  • Konventionelles Röntgen zum Ausschluss von Frakturen (Halswirbelsäule, Klavikula, erste Rippe, Skapula) sowie zur Beurteilung eines Zwerchfellhochstands bei Phrenikusläsion (C5).

  • MRT oder CT-Myelografie zur Identifikation von Pseudomeningozelen bei Wurzelausrissen. Ein CT-Myelogramm sollte erst 3 bis 4 Wochen nach dem Trauma erfolgen, um eine Resorption des Hämatoms abzuwarten.

  • Messung der sensiblen Nervenaktionspotenziale (SNAP) zur Differenzierung prä- und postganglionärer Läsionen.

Differenzialdiagnostik zervikaler Radikulopathien

Zur Abgrenzung von zervikalen Radikulopathien beschreibt die Leitlinie folgende spezifische Ausfallmuster je nach betroffener Nervenwurzel:

NervenwurzelMotorische SchwächeSensibilitätsverlust
C4Scapula alata (Engelsflügel)Keine spezifische Angabe
C5M. deltoideus, M. biceps brachiiKeine spezifische Angabe
C6M. brachialis, HandgelenksextensionDaumen, Zeigefinger
C7M. triceps brachii, HandgelenksflexionMittelfinger
C8Feinmotorik der HandRingfinger, kleiner Finger

Chirurgisches Management

Die Indikation und der Zeitpunkt einer chirurgischen Intervention hängen vom Verletzungsmechanismus ab:

  • Eine dringliche chirurgische Exploration wird bei Verdacht auf Wurzelausrisse, offene Verletzungen, Gefäßverletzungen oder verbliebene Fremdkörper empfohlen.

  • Bei scharfen Durchtrennungen wird eine primäre Nervennaht angestrebt, um die Regeneration zu optimieren.

  • Bei Niedrigenergietraumata wird zunächst ein konservatives Vorgehen mit seriellen Untersuchungen empfohlen.

  • Eine verzögerte Exploration kann nach 3 bis 6 Monaten indiziert sein, falls keine ausreichende neurologische Erholung eintritt.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Situationen, in denen von einem chirurgischen Eingriff abgeraten wird:

  • Fehlende medizinische oder psychologische Operationsfähigkeit.

  • Lokale Wunden oder Infektionen im Operationsgebiet.

  • Chronische Verletzungen, die älter als 12 Monate sind (mit Ausnahme von Kindern, die ein höheres Regenerationspotenzial aufweisen).

  • Personen mit geringem funktionellen Anspruch oder bestehenden Gelenkkontrakturen.

  • Fehlende Compliance für die oft mehrjährige postoperative Physiotherapie.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass ein erhaltenes sensibles Nervenaktionspotenzial (SNAP) bei klinisch nachweisbarem Gefühlsverlust ein starker Indikator für eine präganglionäre Verletzung ist. Dies ist klinisch hochrelevant, da präganglionäre Läsionen eine schlechte Spontanheilungstendenz aufweisen und eine frühzeitige chirurgische Intervention erfordern.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls sollte ein CT-Myelogramm frühestens 3 bis 4 Wochen nach der initialen Verletzung erfolgen. Dies gibt einem möglichen Hämatom an der Verletzungsstelle Zeit zur Resorption, da es sonst die Bildgebung verfälschen könnte.

Das Horner-Syndrom besteht aus der Trias Miosis, Ptosis und Anhidrosis. Es wird in der Leitlinie als klinisches Zeichen für einen Ausriss der unteren Nervenwurzeln (C8 und T1) beschrieben, da hierbei das sympathische Ganglion mitverletzt wird.

Die Unterscheidung erfolgt klinisch und elektrophysiologisch. Ein erhaltenes sensibles Nervenaktionspotenzial (SNAP) trotz Gefühlsverlust spricht laut Leitlinie für eine präganglionäre Läsion, da die sensiblen Zellkörper im Spinalganglion intakt bleiben.

Eine sofortige Operation wird bei offenen Verletzungen, Gefäßbeteiligung oder Verdacht auf Wurzelausrisse empfohlen. Bei geschlossenen Verletzungen ohne Erholung wird eine verzögerte Exploration nach 3 bis 6 Monaten in Betracht gezogen.

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Quelle: StatPearls: Brachial Plexus Injuries (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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