StatPearls2026

Plexus-brachialis-Läsionen: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie befasst sich mit der elektrodiagnostischen Evaluation von Verletzungen des Plexus brachialis. Diese Läsionen gehören zu den schwerwiegendsten neurologischen Verletzungen und entstehen häufig durch Traumen, Kompressionen oder iatrogene Schäden.

Die klinische Präsentation variiert je nach betroffenem Nervenabschnitt, wobei die supraclavikuläre Zone am häufigsten verletzt wird. Eine genaue Kenntnis der Anatomie von den Nervenwurzeln (C5-T1) bis zu den terminalen Ästen ist für die Diagnostik essenziell.

Die Elektrodiagnostik dient dazu, die klinische Verdachtsdiagnose zu bestätigen, die Läsion exakt zu lokalisieren und die Prognose abzuschätzen. Sie hilft zudem bei der Unterscheidung zwischen axonalen und demyelinisierenden sowie prä- und postganglionären Schäden.

Empfehlungen

Diagnostisches Vorgehen

Laut Leitlinie beginnt die Evaluation mit einer detaillierten Anamnese und körperlichen Untersuchung, um das betroffene Versorgungsgebiet einzugrenzen. Darauf aufbauend wird der gezielte Einsatz von Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen (NLG) und Elektromyographie (EMG) empfohlen.

Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG)

Die Leitlinie beschreibt die NLG als Methode zur Untersuchung motorischer und sensibler Nervenanteile. Es wird darauf hingewiesen, dass eine verringerte Amplitude, eine verlängerte Latenz oder eine reduzierte Leitungsgeschwindigkeit auf eine Pathologie hindeuten.

Durch das Verschieben der Elektroden entlang des Nervs kann die Läsion laut Text präzise lokalisiert werden.

Elektromyographie (EMG)

Für die Beurteilung der Muskelaktivität wird die Nadel-EMG eingesetzt. Die Leitlinie hebt folgende Befunde hervor:

  • Fibrillationspotenziale deuten auf eine axonale Verletzung hin und treten etwa drei Wochen nach der Schädigung auf.

  • Ein vollständiges Fehlen elektrischer Aktivität bei willkürlicher Anspannung spricht für eine komplette Nervendurchtrennung.

  • Das Auftreten instabiler polyphasischer Einheiten ist ein Zeichen für eine laufende Nervenregeneration.

Somatosensibel evozierte Potenziale (SSEP)

SSEP werden gemäß der Leitlinie eingesetzt, um den gesamten sensiblen Trakt von der Peripherie bis zum Kortex zu beurteilen. Sie sind besonders nützlich, um präganglionäre (zentrale) von postganglionären (peripheren) Läsionen zu unterscheiden.

Anatomische Zuordnung

Die Leitlinie ordnet die terminalen Nervenäste den jeweiligen Ursprungsstrukturen des Plexus brachialis zu, um die Lokalisationsdiagnostik zu erleichtern:

StrukturUrsprungTerminale Nervenäste
Nervenwurzel C5C5N. dorsalis scapulae
Nervenwurzeln C5-C7C5, C6, +/- C7N. thoracicus longus
Truncus superiorTruncus superiorN. suprascapularis
Fasciculus lateralisFasciculus lateralisN. musculocutaneus, N. pectoralis lateralis, N. cutaneus antebrachii lateralis
Fasciculus medialisFasciculus medialisN. ulnaris, N. pectoralis medialis, N. cutaneus brachii medialis, N. cutaneus antebrachii medialis
Fasciculi lat. & med.Fasciculi lateralis und medialisN. medianus
Fasciculus posteriorFasciculus posteriorN. axillaris, N. radialis, Nn. subscapulares, N. thoracodorsalis

Kontraindikationen

Laut Leitlinie gibt es keine absoluten Kontraindikationen für elektrodiagnostische Studien. Es werden jedoch folgende relative Kontraindikationen und Warnhinweise genannt:

  • Infektionen an der geplanten Nadeleinstichstelle für das EMG.

  • Vorhandensein von Herzschrittmachern oder zentralen Venenkathetern, da Leckströme zu Arrhythmien führen können.

  • Eingeschaltete tiefe Hirnstimulatoren oder Vagusnervstimulatoren, da deren elektrische Aktivität das EMG unbrauchbar macht (vorherige Deaktivierung erforderlich).

  • Bei Patienten unter Antikoagulation wird empfohlen, die Nadelinsertion auf oberflächliche Muskeln zu beschränken und vorab den Gerinnungsstatus (Quick/INR, aPTT) zu prüfen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Fibrillationspotenziale im EMG, die auf eine axonale Schädigung hindeuten, erst etwa drei Wochen nach der Verletzung in den distalen Muskeln auftreten. Eine zu frühe elektrodiagnostische Untersuchung kann daher falsch-negative Ergebnisse bezüglich des Ausmaßes der Denervierung liefern. Zudem wird betont, implantierte Stimulatoren (z. B. tiefe Hirnstimulatoren) vor der Untersuchung zwingend zu deaktivieren, da deren Signale die Messung stören.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie entwickeln sich Fibrillationspotenziale, die auf eine axonale Verletzung hinweisen, erst etwa drei Wochen nach dem Trauma. Eine Untersuchung unmittelbar nach der Verletzung kann diese spezifischen Veränderungen noch nicht erfassen.

Die Leitlinie warnt vor elektrischer Stimulation in der Nähe von Schrittmachern oder zentralen Venenkathetern. Es besteht das Risiko, dass Leckströme das Herz direkt erreichen und Arrhythmien auslösen.

Zur Differenzierung zwischen zentralen (präganglionären) und peripheren (postganglionären) Läsionen empfiehlt der Text den Einsatz von somatosensibel evozierten Potenzialen (SSEP). Diese messen den gesamten sensiblen Trakt bis zum Kortex.

Bei antikoagulierten Patienten ist eine Untersuchung grundsätzlich möglich, jedoch wird laut Leitlinie empfohlen, die Nadelinsertion auf oberflächliche Muskeln zu beschränken. Zudem sollte vorab der Gerinnungsstatus (PT/INR, aPTT) kontrolliert werden.

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Quelle: StatPearls: Electrodiagnostic Evaluation of Brachial Plexopathies (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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