StatPearls2026

Kleinhirninfarkt: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Kleinhirninfarkte machen laut der StatPearls-Leitlinie etwa 3 % aller ischämischen Schlaganfälle aus. Sie entstehen durch den Verschluss der Arteria cerebelli inferior posterior (PICA), anterior inferior (AICA) oder superior (SCA).

Trotz ihrer relativen Seltenheit weisen sie eine hohe Mortalitätsrate von bis zu 23 % auf. Dies wird primär auf die reaktive Schwellung in der engen hinteren Schädelgrube zurückgeführt, die zu lebensbedrohlichen Einklemmungen führen kann.

Die häufigsten Ursachen sind mit etwa 75 % die vertebrobasiläre Atherosklerose und kardiale Embolien. Kleine, asymptomatische Infarkte werden zudem häufig als Zufallsbefunde in der MRT entdeckt und sind oft auf eine zerebrale Mikroangiopathie zurückzuführen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum klinischen Management:

Diagnostik

  • Die MRT mit diffusionsgewichteter Bildgebung (DWI) wird als Goldstandard zur Diagnose eines Kleinhirninfarkts empfohlen.

  • Als initiale Bildgebung wird häufig ein natives CT eingesetzt, um Blutungen auszuschließen, auch wenn die Sensitivität durch Knochenartefakte eingeschränkt ist.

  • Zur klinischen Differenzierung von peripherem Schwindel wird die Durchführung der HINTS-Untersuchung (Head Impulse, Nystagmus, Test of Skew) empfohlen.

Akuttherapie

  • Bei einem Symptombeginn innerhalb von 4,5 Stunden wird die Prüfung einer intravenösen Thrombolyse mit rtPA empfohlen.

  • Eine mechanische Thrombektomie wird als Option beschrieben, insbesondere bei Verschlüssen der Arteria basilaris.

  • Laut Leitlinie kann eine Thrombektomie im hinteren Kreislauf auch außerhalb des standardmäßigen 6-Stunden-Fensters erwogen werden, wenn eine relevante Mismatch-Bildgebung vorliegt.

  • Wenn keine Reperfusionstherapie möglich ist, wird die Gabe von Aspirin, gegebenenfalls in Kombination mit Clopidogrel, empfohlen.

Monitoring und Komplikationsmanagement

  • Da das reaktive vasogene Hirnödem typischerweise nach 3 bis 4 Tagen sein Maximum erreicht, wird eine Überwachung auf einer neurologischen Intensivstation empfohlen.

  • Bei großen Infarkten mit signifikantem Hirnödem und erhöhtem intrakraniellen Druck werden neurochirurgische Interventionen wie eine externe Ventrikeldrainage oder eine dekompressive subokzipitale Kraniektomie empfohlen.

  • Zur akuten, temporären Senkung des intrakraniellen Drucks nennt die Leitlinie den Einsatz von Mannitol, hypertoner Kochsalzlösung oder Hyperventilation.

Kontraindikationen

Die Leitlinie definiert folgende Kontraindikationen und Ausschlusskriterien für eine intravenöse Thrombolyse mit rtPA:

KategorieSpezifische Ausschlusskriterien
Klinische BefundeVerdacht auf Subarachnoidalblutung, aktive innere Blutung, infektiöse Endokarditis, Aortendissektion, akute Blutungsneigung
BlutdruckPersistierende Erhöhung (systolisch ≥ 185 mmHg oder diastolisch ≥ 110 mmHg)
Bildgebung (CT)Nachweis einer Blutung oder ausgedehnte Hypodensität (Hinweis auf irreversiblen Schaden)
AnamneseSchweres Schädelhirntrauma oder ischämischer Schlaganfall in den letzten 3 Monaten, frühere intrakranielle Blutung, gastrointestinale Malignome
Kürzliche EreignisseGastrointestinale Blutung (letzte 3 Wochen), intraspinale/intrakranielle Operation (letzte 3 Monaten)
GerinnungsparameterINR > 1,7, Quick/PT > 15 s, aPTT > 40 s, Thrombozyten < 100.000/mm³
AntikoagulationTherapeutische Dosis von NMH (letzte 24 h), direkte Thrombin- oder Faktor-Xa-Inhibitoren (letzte 48 h bei normaler Nierenfunktion)
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass bei älteren Personen mit akutem Schwindel und Gehunfähigkeit primär von einem Kleinhirninfarkt ausgegangen werden sollte, bis das Gegenteil bewiesen ist. Zudem wird davor gewarnt, dass sich das reaktive Hirnödem oft erst nach 3 bis 4 Tagen voll entwickelt, weshalb eine frühzeitige und kontinuierliche intensivmedizinische Überwachung essenziell ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie klagen etwa 75 % der Betroffenen über Schwindel, oft in Kombination mit Übelkeit, Erbrechen und Gangataxie. Die neurologischen Ausfälle wie Nystagmus oder Dysarthrie treten typischerweise ipsilateral zur Läsion auf.

Die MRT mit diffusionsgewichteter Bildgebung (DWI) wird als Goldstandard empfohlen. Ein natives CT wird häufig initial eingesetzt, ist jedoch in der hinteren Schädelgrube durch Knochenartefakte in seiner Aussagekraft limitiert.

Die Leitlinie gibt ein Zeitfenster von 4,5 Stunden nach Symptombeginn für die intravenöse Thrombolyse mit rtPA an. Ist der genaue Beginn unbekannt, gilt der Zeitpunkt, an dem die betroffene Person zuletzt symptomfrei gesehen wurde.

Eine mechanische Thrombektomie wird insbesondere bei großen Gefäßverschlüssen wie einem Basilarisverschluss beschrieben. Bei Vorliegen von Kollateralen oder einem Perfusions-Mismatch kann dieser Eingriff auch außerhalb des 6-Stunden-Fensters erwogen werden.

Es wird vor einer zunehmenden Schwellung in der hinteren Schädelgrube gewarnt, die zu einer Einklemmung (Herniation) oder einer Kompression des Hirnstamms führen kann. Daher wird eine intensivmedizinische Überwachung dringend empfohlen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Cerebellar Infarct (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien