Anatomie Musculi interossei dorsales manus: StatPearls
Hintergrund
Dieser Artikel basiert auf der StatPearls-Übersicht zur Anatomie der Musculi interossei dorsales der Hand. Es handelt sich um vier paarige, intrinsische Muskeln, die sich zwischen den Metakarpalknochen befinden und die am weitesten dorsal gelegene Muskelgruppe der Hand darstellen.
Die embryologische Entwicklung dieser Muskeln beginnt in der vierten Schwangerschaftswoche aus der tiefen Schicht des somitischen Mesoderms. Bis zur zwölften Woche sind die zugehörigen Sehnen vollständig ausgebildet und funktionstüchtig.
Ein fundiertes Verständnis dieser anatomischen Strukturen wird als essenziell für die Diagnostik von Nervenverletzungen, die Beurteilung von Handdysfunktionen sowie für die chirurgische Planung bei Metakarpalfrakturen oder Sehnenrekonstruktionen beschrieben.
Empfehlungen
Die StatPearls-Übersicht beschreibt folgende anatomische und klinische Kernaspekte:
Funktion und Innervation
Die Hauptfunktion der Musculi interossei dorsales besteht in der Abduktion des zweiten, dritten und vierten Fingers in den Metakarpophalangealgelenken (MCP). Zusätzlich unterstützen sie die Flexion in den MCP-Gelenken sowie die Extension in den proximalen und distalen Interphalangealgelenken (PIP und DIP).
-
Die Innervation erfolgt vollständig über den tiefen Ast des Nervus ulnaris (Nervenwurzeln C8 und T1, primär T1).
-
Die arterielle Versorgung wird durch die Arteriae metacarpales dorsales I-IV sichergestellt.
Klinische Untersuchung und Pathologien
Laut Text ist die Ulnaris-Kompression die zweithäufigste Neuropathie. Eine Schädigung des Nervus ulnaris führt zu einer Schwäche oder Atrophie der Interosseus-Muskulatur.
-
Zur klinischen Testung wird beschrieben, den Patienten aufzufordern, den zweiten bis fünften Finger gegen Widerstand zu abduzieren.
-
Eine Schwäche bei dieser Bewegung deutet auf eine Läsion des Nervus ulnaris hin.
-
Als Spätmanifestation einer Ulnarisläsion wird die Krallenhand beschrieben, welche durch eine Schwäche der Interossei und der ulnaren Lumbricales entsteht.
Chirurgische Aspekte und Varianten
Der Text weist auf anatomische Varianten hin. Entgegen der klassischen Lehre sind etwa 25 % der dorsalen Interossei unipennat (einfach gefiedert) und nicht bipennat.
Bei der operativen Versorgung von Metakarpalfrakturen wird darauf hingewiesen, dass bereits eine Verkürzung des Metakarpalknochens um 2 mm die Kraft des entsprechenden Interosseus-Muskels um etwa 8 % reduziert. Kompartmentsyndrome dieser Muskelgruppe werden als selten beschrieben, können aber nach Überbeanspruchung, Verbrennungen oder Ischämien auftreten.
💡Praxis-Tipp
Die Übersicht hebt hervor, dass bei der chirurgischen Versorgung von Metakarpalfrakturen auf die Länge der Knochen geachtet werden sollte, da bereits eine Verkürzung um 2 mm zu einem Kraftverlust der Interosseus-Muskulatur von etwa 8 % führt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass anatomische Varianten häufig sind und rund ein Viertel dieser Muskeln unipennat statt bipennat angelegt ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls werden alle dorsalen Interossei-Muskeln durch den tiefen Ast des Nervus ulnaris innerviert. Die Hauptnervenwurzel ist dabei T1.
Der Text beschreibt, dass die Funktion durch die Abduktion des zweiten bis fünften Fingers gegen einen Widerstand geprüft wird. Eine Schwäche bei dieser Bewegung weist auf eine Ulnarisläsion hin.
Die primäre Funktion ist die Abduktion des zweiten, dritten und vierten Fingers in den Metakarpophalangealgelenken. Sie unterstützen zudem die Beugung in den Grundgelenken und die Streckung in den Mittel- und Endgelenken.
Der erste dorsale Interosseus-Muskel wird direkt aus der Arteria radialis über die Arteria metacarpalis dorsalis I versorgt. Die übrigen Muskeln erhalten ihr Blut aus den Arteriae metacarpales dorsales II bis IV, welche dem Arcus carpalis dorsalis entspringen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Hand Dorsal Interossei Muscle (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.