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Extensor Pollicis Longus (EPL): StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Musculus extensor pollicis longus (EPL) ist ein extrinsischer Daumenmuskel, der für die Extension und Adduktion der Metakarpophalangeal- (MCP) und Interphalangealgelenke (IP) des Daumens verantwortlich ist. Er verläuft als einzige anatomische Struktur durch das dritte Strecksehnenfach des Handgelenks.

Die Innervation erfolgt durch den Nervus interosseus posterior, einen Ast des Nervus radialis. Die Blutversorgung wird durch Äste der Arteria interossea anterior und posterior sowie der Arteria radialis und ulnaris sichergestellt.

Klinisch ist der EPL besonders im Zusammenhang mit distalen Radiusfrakturen sowie bei rheumatologischen Erkrankungen von Bedeutung. Pathologien reichen von der stenosierenden Tenosynovitis bis hin zur spontanen Sehnenruptur.

Empfehlungen

Die StatPearls-Übersicht beschreibt folgende Kernaspekte zur Anatomie und Klinik des Musculus extensor pollicis longus:

Anatomie und Funktion

Die EPL-Sehne bildet die mediale Begrenzung der Tabatière (anatomische Schnupftabakdose). Auf Höhe des ersten MCP-Gelenks wird die Sehne durch das Sagittalband stabilisiert.

Die Quelle betont, dass nur der EPL eine vollständige Hyperextension im Interphalangealgelenk des Daumens bewirken kann. Andere Daumenmuskeln können das Gelenk lediglich in eine neutrale Position strecken.

Klinische Pathologien

Der Text beschreibt folgende relevante klinische Szenarien:

  • Spontane Sehnenruptur: Tritt bei bis zu 5 % der Erwachsenen nach einer nicht dislozierten distalen Radiusfraktur auf.

  • Tenosynovitis: Eine Entzündung im dritten Strecksehnenfach ist selten, erfordert aber meist eine chirurgische Intervention zur Vermeidung einer Ruptur.

  • Symptomatik bei Ruptur: Es wird ein Verlust der aktiven Daumenextension bei vollständig erhaltener passiver Beweglichkeit beschrieben.

Chirurgische Prinzipien

Bei einer chirurgischen Rekonstruktion einer rupturierten EPL-Sehne wird häufig ein Sehnentransfer durchgeführt. Hierfür wird meist der Musculus extensor indicis verwendet.

Die korrekte Spannung des Sehnentransfers ist essenziell für die spätere Funktion. Es wird beschrieben, dass bei flach aufliegender Hand und neutraler Handgelenksposition der Abstand vom Rand des Daumennagels zum Tisch genau 2 cm betragen sollte.

Zudem wird die Reparatur des radialen Sagittalbandes bei Verletzungen als entscheidend für die EPL-Stabilität hervorgehoben. Eine fehlende Reparatur kann zu einer Subluxation der Sehne führen.

Physiologische Varianten

Anomalien des EPL sind mit einer Prävalenz von 1 % selten und meist asymptomatisch. Die Quelle nutzt die Turker-Klassifikation zur Einteilung:

TypBeschreibung der Anomalie
1aExtra-Muskel durch 4. Fach, Ansatz separat an der distalen Phalanx
1bExtra-Muskel durch 3. Fach, Ansatz separat an der distalen Phalanx
1cExtra-Muskel durch 4. Fach, Ansatz an der distalen EPL-Sehne
1dExtra-Muskel durch 4. Fach, Ansatz an der proximalen Phalanx
1eExtensor pollicis et indicis communis (Muskel teilt sich in zwei Sehnen)
1fEin Muskelbauch mit zwei Sehnenanteilen (radial und ulnar)
1gEin Muskelbauch mit zwei Sehnenanteilen im 3. Strecksehnenfach
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💡Praxis-Tipp

Bei Personen, die sich einige Wochen nach einer nicht dislozierten distalen Radiusfraktur mit einem Verlust der aktiven Daumenextension vorstellen, wird laut Text eine späte EPL-Ruptur als Differenzialdiagnose nahegelegt. Die passive Beweglichkeit ist in diesen Fällen typischerweise vollständig erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Der Muskel wird von einem motorischen Ast des Nervus interosseus posterior innerviert. Dieser gehört zur tiefen Astgruppe des Nervus radialis.

Die Sehne des Musculus extensor pollicis longus verläuft als einzige anatomische Struktur durch das dritte Strecksehnenfach des Handgelenks.

Laut der Quelle wird für den Transfer am häufigsten die Sehne des Musculus extensor indicis genutzt. Alternativ können auch andere Sehnen wie der Palmaris longus herangezogen werden.

Die Hand wird mit proniertem Unterarm und neutralem Handgelenk auf einen Tisch gelegt. Die korrekte Spannung ist erreicht, wenn der Abstand vom Rand des Daumennagels zur Tischplatte genau 2 cm beträgt.

Die Turker-Klassifikation dient der Einteilung von anatomischen Varianten und Anomalien des Musculus extensor pollicis longus. Diese Varianten sind mit einer Prävalenz von etwa 1 % sehr selten.

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Quelle: StatPearls: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Hand Extensor Pollicis Longus Muscle (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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