Anatomie des Flexor carpi ulnaris: StatPearls
Hintergrund
Der vorliegende Artikel basiert auf einem StatPearls-Review zur Anatomie und klinischen Bedeutung des Musculus flexor carpi ulnaris (FCU). Dieser Muskel gehört zu den oberflächlichen Beugern des Unterarms.
Er ist der kräftigste Beuger des Handgelenks und der einzige Muskel des vorderen Unterarmkompartiments, der vollständig vom Nervus ulnaris innerviert wird. Neben der Flexion unterstützt er die Adduktion der Hand sowie die Beugung von Ellenbogen und Unterarm.
In der chirurgischen Praxis dient die Sehne des FCU als wichtiger anatomischer Orientierungspunkt. Sie hilft bei der Lokalisierung des Nervus ulnaris und der Arteria ulnaris, die auf Höhe des Handgelenks unmittelbar lateral des Muskels verlaufen.
Empfehlungen
Der Text beschreibt folgende zentrale anatomische und klinische Prinzipien:
Anatomische Grundlagen
Der Muskel entspringt mit zwei Köpfen (Caput humerale und Caput ulnare) und setzt am Os pisiforme, am Hamulus ossis hamati sowie am fünften Metakarpalknochen an.
Es werden folgende Leitungsbahnen beschrieben:
-
Die Innervation erfolgt durch den Nervus ulnaris (C7 und C8).
-
Die Blutversorgung wird durch die Arteria ulnaris und deren Äste sichergestellt.
-
Der Nervus ulnaris tritt zwischen den beiden Muskelköpfen in den Unterarm ein.
Chirurgische Relevanz
Der FCU wird als chirurgischer Zugangsweg zur Freilegung des Ulnaschafts genutzt. Bei der epiperiostalen Ablösung des Muskels von der Ulna wird besondere Vorsicht angeraten, um den Nervus ulnaris nicht zu verletzen.
Bei der Dekompression des Guyon-Tunnels über einen palmaren Zugang wird die Faszie des FCU inzidiert. Dabei liegen Nervus und Arteria ulnaris direkt unter dem Muskel und dem Ligamentum carpi palmare.
Klinische Syndrome
Das Kubitaltunnelsyndrom entsteht durch eine Kompression des Nervus ulnaris zwischen den beiden Köpfen des FCU. Es stellt die zweithäufigste Kompressionsneuropathie der oberen Extremität dar.
Zu den typischen klinischen Zeichen gehören:
-
Parästhesien im kleinen Finger und in der ulnaren Hälfte des Ringfingers.
-
Ein positives Froment-Zeichen (Unfähigkeit, flache Gegenstände zwischen Daumen und Zeigefinger zu halten).
-
Muskelschwund und Krallenhand bei chronischer Kompression.
Zudem wird die FCU-Tendinopathie als Überlastungsschaden beschrieben. Diese äußert sich durch palmare und ulnarseitige Handgelenksschmerzen, die durch Flexion und Ulnardeviation provozierbar sind.
💡Praxis-Tipp
Bei chirurgischen Eingriffen am Unterarm oder Handgelenk wird darauf hingewiesen, anatomische Varianten des Musculus flexor carpi ulnaris zu berücksichtigen. Ein akzessorischer Muskelbauch kann bis in den Guyon-Tunnel reichen und dort eine unerwartete Kompression des Nervus ulnaris oder eine Thrombose der Arteria ulnaris verursachen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Text wird der Muskel vollständig vom Nervus ulnaris innerviert. Die motorischen Nervenfasern entstammen den Wurzeln C7 und C8.
Der Muskel hat seinen distalen Ansatz am Os pisiforme, am Hamulus ossis hamati (Hakenbein) und an der Basis des fünften Metakarpalknochens.
Es werden Parästhesien im kleinen Finger und der ulnaren Seite des Ringfingers beschrieben. Bei fortgeschrittener Kompression kann es zu einem positiven Froment-Zeichen, Muskelschwund und einer Krallenhand kommen.
Die Arteria ulnaris verläuft auf Höhe des Handgelenks unmittelbar lateral der Sehne des Musculus flexor carpi ulnaris. In diesem Bereich kann auch der Puls der Arterie getastet werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Forearm Flexor Carpi Ulnaris Muscle (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.