StatPearls2026

Akute schlaffe Myelitis (AFM): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die akute schlaffe Myelitis (AFM) ist eine seltene, aber schwerwiegende neurologische Erkrankung, die primär die Vorderhörner des Rückenmarks betrifft. Sie tritt laut StatPearls-Zusammenfassung überwiegend bei Personen unter 21 Jahren auf.

Als Ursache werden virale Infektionen vermutet, insbesondere mit den Non-Polio-Enteroviren D68 und A71. Epidemiologisch zeigt sich ein zweijährliches, saisonales Muster mit Häufungen im Spätsommer und Frühherbst.

Pathophysiologisch führt die virale Infektion zu einer Entzündungsreaktion und Schädigung der Motoneuronen. Dies unterbricht die Signalübertragung zu den Muskeln und resultiert in der charakteristischen schlaffen Lähmung.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Behandlung:

Klinisches Bild

Die Erkrankung beginnt meist nach einem ein- bis zehntägigen Prodromalstadium mit Fieber und Atemwegssymptomen. Die Leitlinie beschreibt als klassische Symptome eine rasch fortschreitende, asymmetrische Muskelschwäche, verminderten Muskeltonus und Hyporeflexie. Die Sensibilität bleibt dabei typischerweise erhalten.

Diagnostik

Es wird eine rasche laborchemische und bildgebende Abklärung empfohlen. Folgende diagnostische Schritte werden hervorgehoben:

  • Liquordiagnostik (typischerweise lymphozytäre Pleozytose und leicht erhöhtes Protein)

  • MRT des Rückenmarks (T2-hyperintense Läsionen der Vorderhörner)

  • Virologische PCR-Testung aus Atemwegssekreten, Stuhl, Liquor und Blut

Differenzialdiagnosen

Zur Abgrenzung von anderen neurologischen Erkrankungen beschreibt die Quelle folgende wesentliche Unterscheidungsmerkmale:

DifferenzialdiagnoseUnterscheidungsmerkmale zur AFM
Guillain-Barré-Syndrom (GBS)Symmetrische, aufsteigende Schwäche, sensible Defizite, albuminzytologische Dissoziation im Liquor
PoliomyelitisÄhnliches Bild, jedoch durch Poliovirus verursacht (Impfstatus relevant)
BotulismusAbsteigende Lähmung, Hirnnervenbeteiligung, vorherige gastrointestinale Symptome
Akute disseminierte Enzephalomyelitis (ADEM)Enzephalopathie, multifokale neurologische Defizite, weiße Substanz im MRT betroffen
Neuromyelitis-optica-Spektrum (NMOSD)Optikusneuritis, spastische Paresen, Nachweis von Anti-Aquaporin-4-Antikörpern
Spontaner RückenmarksinfarktPlötzlicher Beginn, symmetrische Lähmung, Verlust der Schmerz- und Temperatursensibilität

Therapie & Management

Laut Leitlinie gibt es derzeit keine zugelassenen Medikamente zur Prävention oder spezifischen Behandlung der AFM. Die Therapie erfolgt primär supportiv und umfasst:

  • Kardiovaskuläre und respiratorische Unterstützung (ggf. mechanische Beatmung)

  • Schmerzmanagement und Prophylaxe von Thromboembolien

  • Frühzeitige und intensive Physio- sowie Ergotherapie

Hinsichtlich immunmodulatorischer Therapien (wie hochdosierte Steroide oder intravenöse Immunglobuline) weist der Text auf eine fehlende Evidenz für deren Wirksamkeit hin. In der klinischen Praxis wird ein früher Einsatz dennoch oft erwogen, bleibt aber Gegenstand der Forschung. Bei unvollständiger funktioneller Erholung wird ein Nerventransfer als chirurgische Option genannt.

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💡Praxis-Tipp

Bei Kindern mit einer plötzlich auftretenden, asymmetrischen Extremitätenschwäche sollte laut Leitlinie stets an eine akute schlaffe Myelitis gedacht werden, insbesondere wenn zuvor ein Atemwegsinfekt bestand. Es wird betont, dass eine schnelle MRT-Bildgebung des Rückenmarks und eine frühzeitige Einbindung eines interdisziplinären Teams entscheidend für das Outcome sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls wird die Erkrankung am häufigsten mit Non-Polio-Enteroviren, insbesondere Enterovirus D68 und A71, in Verbindung gebracht. Auch Adenoviren und das West-Nil-Virus werden als mögliche Auslöser genannt.

Die Leitlinie beschreibt als radiologisches Kennzeichen ausgedehnte, T2-hyperintense Läsionen in den Vorderhörnern des Rückenmarks. Diese Läsionen nehmen typischerweise kein Kontrastmittel auf und können sich über mehrere Wirbelsegmente erstrecken.

Es gibt derzeit keine zugelassene medikamentöse Therapie, und die Wirksamkeit von Steroiden oder Immunglobulinen ist laut Quelle nicht belegt. Die Behandlung erfolgt primär supportiv und fokussiert sich auf Atemunterstützung, Schmerztherapie und intensive Rehabilitation.

Die Prognose variiert stark, wobei die meisten Betroffenen laut Leitlinie dauerhafte und schwere neurologische Defizite zurückbehalten. Eine frühzeitige, aggressive Rehabilitation kann das funktionelle Outcome jedoch verbessern.

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Quelle: StatPearls: Acute Flaccid Myelitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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