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Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN)2023Psychiatrie

Perinatale psychische Erkrankungen: SIGN-Leitlinie 2023

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Screening auf perinatale Depressionen erfolgt primär mit der Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS).
  • Ein EPDS-Score ab 13 oder eine positive Antwort auf Frage 10 (Suizidalität) erfordern eine sofortige weiterführende Beurteilung.
  • Psychologische Interventionen (z.B. CBT, IPT) sind die Therapie der Wahl bei leichten bis mittelschweren Depressionen und Angststörungen.
  • Die medikamentöse Therapie sollte als Monotherapie in der niedrigsten wirksamen Dosis erfolgen; ein abruptes Absetzen ist zu vermeiden.
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Hintergrund

Perinatale psychische Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum von Anpassungsstörungen über Angststörungen und Depressionen bis hin zu postpartalen Psychosen. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der frühzeitigen Erkennung, einer familienzentrierten Betreuung und der Berücksichtigung der Mutter-Kind-Beziehung.

Screening und Diagnostik

Das Screening auf depressive Störungen in der Schwangerschaft und im ersten Jahr nach der Geburt sollte routinemäßig erfolgen. Das empfohlene Instrument ist die Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS).

EPDS-ScoreKlinische MaßnahmeBemerkung
10-12CBR: Monitoring und WiederholungErneute Testung in 2-4 Wochen empfohlen
≥ 13EBR: Weiterführende BeurteilungÜberweisung zur genaueren Diagnostik
Frage 10 positivCBR: Sofortige InterventionAbklärung der Suizidalität gemäß lokalen Protokollen

Für das Screening auf ein psychologisches Geburtstrauma wird das City Birth Trauma Screening Tool empfohlen. Bei persistierenden Symptomen über mehr als 3 Monate (CBR) sollte eine Überweisung an psychiatrische Fachkräfte erfolgen.

Warnzeichen und Suizidrisiko

Die Identifikation von Hochrisikopatientinnen ist essenziell. Die MBRRACE-UK "Red Flags" erfordern ein dringendes psychiatrisches Assessment:

Warnzeichen (Red Flag)Klinische Konsequenz
Kürzliche signifikante Änderung des mentalen StatusGPP: Dringende psychiatrische Vorstellung
Neue Gedanken an oder Akte von SelbstverletzungGPP: Dringende psychiatrische Vorstellung
Anhaltende Äußerungen mütterlicher InkompetenzGPP: Dringende psychiatrische Vorstellung
Schwere SchlafstörungenGPP: Dringende psychiatrische Vorstellung

Nicht-medikamentöse Therapie

Psychologische und psychosoziale Interventionen sind bei leichten bis mittelschweren Ausprägungen die Therapie der ersten Wahl.

IndikationTherapieempfehlungEvidenz
Subklinische / Leichte DepressionAngeleitete SelbsthilfeCBR
Mittelschwere DepressionStrukturierte psychologische Intervention (CBT, IPT)EBR
Subklinische AngststörungAngeleitete Selbsthilfe (CBT-basiert)EBR
Soziale PhobieHochintensive psychologische TherapieEBR

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behandlung in der Perinatalzeit erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. Folgende Grundsätze (GPP) sind zu beachten:

  • Dosierung: Niedrigste wirksame Dosis für den kürzesten notwendigen Zeitraum wählen.
  • Monotherapie: Bevorzugt einsetzen, um Arzneimittelinteraktionen zu vermeiden.
  • Medikamentenwechsel: Wenn keine klare Evidenz für eine höhere Sicherheit eines anderen Präparats vorliegt, sollte nicht gewechselt werden. Ausnahme: Valproat (klare Indikation zum Wechsel aus Sicherheitsgründen).
  • Absetzen: Ein abruptes Absetzen von Psychopharmaka erhöht das Rückfallrisiko erheblich und sollte vermieden werden.
  • Neugeborenen-Monitoring: Säuglinge, die in utero exponiert waren, müssen auf ein neonatales Adaptationssyndrom überwacht werden.

💡Praxis-Tipp

Fragen Sie bei jedem Kontakt nach der emotionalen Gesundheit. Achten Sie im Wochenbett besonders auf 'Red Flags' wie schwere Schlafstörungen oder plötzliche Wesensveränderungen, da diese Frühwarnzeichen einer postpartalen Psychose sein können.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS). Ab einem Score von 13 oder bei positiver Suizidalität (Frage 10) ist eine weitere Abklärung zwingend erforderlich.
Es wird ein 'Watchful Waiting' für 3 Monate empfohlen. Persistieren die posttraumatischen Symptome länger, sollte eine Überweisung an einen Spezialisten erfolgen.
Nein. Ein abruptes Absetzen erhöht das Rückfallrisiko erheblich. Dosisänderungen oder das Absetzen sollten immer schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Zu den 'Red Flags', die ein dringendes psychiatrisches Assessment erfordern, gehören plötzliche mentale Veränderungen, Selbstverletzungsgedanken, starke Gefühle der Inkompetenz und schwere Schlafstörungen.

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