Perinatale psychische Störungen: Diagnostik & Therapie
Hintergrund
Die SIGN-Leitlinie 169 adressiert die Erkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen während der Schwangerschaft und im ersten Jahr nach der Geburt. Maternale Suizide zählen weiterhin zu den häufigsten direkten Todesursachen im ersten Jahr nach Beendigung einer Schwangerschaft.
Eine frühzeitige Intervention ist entscheidend, um die Morbidität von Mutter und Kind zu senken. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer familienzentrierten Betreuung, die auch die Mutter-Kind-Bindung sowie die psychische Gesundheit der Partner berücksichtigt.
Zudem wird hervorgehoben, dass Frauen mit schweren psychiatrischen Vorerkrankungen eine spezialisierte präkonzeptionelle Beratung benötigen. Das Risiko für Rezidive, insbesondere bei bipolaren Störungen oder Schizophrenie, ist in der perinatalen Phase signifikant erhöht.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Warnhinweis der Leitlinie bezieht sich auf die sogenannten "Red Flags" für schwere maternale psychische Erkrankungen. Es wird eine sofortige psychiatrische Vorstellung empfohlen, wenn plötzliche Veränderungen des mentalen Status, neue Gedanken an Selbstverletzung, anhaltende Äußerungen mütterlicher Inkompetenz oder schwere Schlafstörungen auftreten. Diese Symptome können Vorboten einer lebensbedrohlichen postpartalen Psychose oder einer akuten Suizidalität sein.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die routinemäßige Nutzung der Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS). Ab einem Score von 13 wird eine weiterführende klinische Diagnostik angeraten.
Laut Leitlinie gelten Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) als Erstlinientherapie bei behandlungsbedürftigen Depressionen. Wirkstoffe wie Sertralin werden aufgrund des geringen Übergangs in die Muttermilch häufig bevorzugt.
Ein abruptes Absetzen von Lithium geht mit einem hohen Rezidivrisiko einher und wird nicht empfohlen. Die Leitlinie rät stattdessen zu einer Fortführung unter engmaschiger Kontrolle der Serumspiegel und entsprechender Dosisanpassung.
Das Syndrom kann sich durch Reizbarkeit, Schlafstörungen, anhaltendes Schreien, Tachypnoe oder Hypoglykämie beim Neugeborenen zeigen. Es wird empfohlen, Säuglinge nach intrauteriner Psychopharmaka-Exposition pädiatrisch zu überwachen.
Es wird darauf hingewiesen, dass metabolisch wirksame Antipsychotika wie Olanzapin oder Quetiapin das Risiko für einen Gestationsdiabetes erhöhen. Ein entsprechendes Screening des Glukosestoffwechsels wird in diesen Fällen empfohlen.
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Quelle: SIGN 169: Perinatal mental health conditions (SIGN, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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