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Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN)2014Zahnmedizin

Kariesprävention bei Kindern: SIGN-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Zweimal tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta ist die Basis der Kariesprävention.
  • Die empfohlene Fluoridkonzentration richtet sich nach Alter und Kariesrisiko (1.000 bis 2.800 ppmF).
  • Fluoridlack sollte bei allen Kindern mindestens zweimal jährlich aufgetragen werden.
  • Fissurenversiegelungen (kunststoffbasiert) werden für alle permanenten Molaren empfohlen.
  • Nach dem Putzen sollte die Zahnpasta nur ausgespuckt und nicht mit Wasser nachgespült werden.
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Hintergrund

Zahnkaries ist eine vermeidbare Erkrankung. Die schottische SIGN-Leitlinie 138 fasst evidenzbasierte Interventionen für das zahnärztliche Team zusammen, um Karies bei Kindern und Jugendlichen (0-18 Jahre) zu verhindern. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Identifikation von Risikofaktoren und die gezielte Aufklärung im Praxisalltag.

Kariesrisiko-Assessment

Die Einschätzung des individuellen Kariesrisikos ist entscheidend für die Wahl der Präventionsstrategie. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen gelten grundsätzlich als Risikogruppe (Empfehlungsgrad D).

Folgende Faktoren sollten bei der Risikobewertung berücksichtigt werden (Empfehlungsgrad C):

RisikofaktorBemerkung
Klinische EvidenzVorherige Karieserfahrung ist ein starker Prädiktor
ErnährungHäufigkeit des Konsums zuckerhaltiger Speisen und Getränke
SozialanamneseSozioökonomischer Status und Deprivation
FluoridnutzungBisherige Verwendung von Fluoridprodukten
PlaquekontrolleAktueller Status der Mundhygiene
SpeichelReduzierter Speichelfluss (z. B. medikamentös bedingt)
Medizinische AnamneseErkrankungen oder Behinderungen, bei denen Karies die Allgemeingesundheit gefährdet

Zähneputzen und Fluorid-Zahnpasta

Das Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta ist die wichtigste präventive Maßnahme und sollte mindestens zweimal täglich erfolgen (Empfehlungsgrad A). Um das Risiko einer Fluorose bei Kleinkindern zu minimieren, muss die Menge der Zahnpasta überwacht werden.

Dosierung und Konzentration

Die Wahl der Fluoridkonzentration (ppmF) richtet sich nach dem Alter und dem individuellen Kariesrisiko:

AlterKariesrisikoEmpfohlene Fluoridkonzentration
0-18 JahreStandardrisiko1.000 bis 1.500 ppmF (Empfehlungsgrad A)
Bis 10 JahreErhöhtes Risiko1.500 ppmF
10-16 JahreErhöhtes Risiko2.800 ppmF (Empfehlungsgrad A)

Empfohlene Zahnpastamenge:

  • Unter 3 Jahre: Ein Hauch (Smear) Zahnpasta (ca. 0,1 ml)
  • Über 3 Jahre: Erbsengroße Menge (ca. 0,25 ml)

Putztechnik und Gewohnheiten

  • Ausspucken, nicht spülen: Kinder sollten ermutigt werden, überschüssige Zahnpasta auszuspucken und nicht mit Wasser nachzuspülen (Empfehlungsgrad A).
  • Zeitpunkt: Die Zähne sollten als Letztes abends vor dem Schlafengehen und zu mindestens einem weiteren Zeitpunkt am Tag geputzt werden.
  • Supervision: Das Zähneputzen sollte von Erwachsenen überwacht oder unterstützt werden, bis das Kind motorisch dazu in der Lage ist (Empfehlungsgrad A).
  • Beginn: Mit dem Putzen sollte begonnen werden, sobald der erste Zahn durchbricht.

Topische Fluoridierung und Versiegelung

Zusätzlich zur häuslichen Mundhygiene werden professionelle Interventionen in der Zahnarztpraxis empfohlen:

InterventionZielgruppeEmpfehlung
FluoridlackAlle KinderMindestens zweimal jährlich applizieren (Empfehlungsgrad A)
FissurenversiegelungAlle KinderKunststoffbasierte Versiegelung der permanenten Molaren so früh wie möglich nach Durchbruch (Empfehlungsgrad A)

Mundhygiene-Instruktionen

Kurzinterventionen in der Praxis sollten das tägliche Zähneputzen mit Fluorid-Zahnpasta fördern (Empfehlungsgrad B). Diese Interventionen sollten auf anerkannten Modellen zur Gesundheitsverhaltensänderung basieren (Empfehlungsgrad B). Eine detaillierte Sozialanamnese hilft dabei, die Beratung individuell an die Bedürfnisse der Familie anzupassen (Empfehlungsgrad C).

💡Praxis-Tipp

Raten Sie Eltern und Kindern aktiv davon ab, nach dem Zähneputzen mit Wasser zu spülen. Das bloße Ausspucken der Zahnpasta erhält die lokale Fluoridkonzentration und senkt die Kariesinzidenz signifikant.

Häufig gestellte Fragen

Sobald der erste Zahn durchbricht.
Bei Kindern unter 3 Jahren nur ein Hauch (ca. 0,1 ml), ab 3 Jahren eine erbsengroße Menge (ca. 0,25 ml).
Bei Standardrisiko 1.000 bis 1.500 ppmF. Bei erhöhtem Risiko ab 10 Jahren 2.800 ppmF.
Ja, kunststoffbasierte Versiegelungen der permanenten Molaren werden für alle Kinder so früh wie möglich nach dem Zahndurchbruch empfohlen.
Bei allen Kindern sollte mindestens zweimal jährlich Fluoridlack appliziert werden.

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