CochraneIa2020

Sexuelle Gesundheit: mHealth zur Patientenkommunikation

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review (2020) untersucht die Wirksamkeit der gezielten klientenorientierten Kommunikation (Targeted Client Communication, TCC) über mobile Endgeräte. Ziel der untersuchten Interventionen ist die Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) und ungewollte Schwangerschaften stellen weltweit ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Mobile Endgeräte bieten eine potenziell kostengünstige und weitreichende Möglichkeit, gesundheitsrelevante Informationen, Erinnerungen und Verhaltensunterstützung bereitzustellen.

Die in den Studien untersuchten Kommunikationswege umfassen Textnachrichten (SMS), Sprachanrufe und andere mobile Dienste. Verglichen wurden diese Interventionen primär mit der Standardversorgung, mit nicht-digitaler Kommunikation oder mit ungezielten digitalen Nachrichten.

Empfehlungen

Die Autoren des Reviews formulieren basierend auf der Evidenz folgende Ergebnisse:

Ergebnisse bei Jugendlichen

Laut Review führt die mobile TCC im Vergleich zur Standardversorgung möglicherweise zu einem besseren Wissen über sexuelle Gesundheit (niedrige Vertrauenswürdigkeit). Zudem wird ein moderater Anstieg bei der Nutzung von Verhütungsmitteln beschrieben.

Im Vergleich zu ungezielten digitalen Nachrichten zeigt die Evidenz bei Jugendlichen folgende Tendenzen:

  • Mögliche Erhöhung der Inanspruchnahme von STI/HIV-Tests (niedrige Vertrauenswürdigkeit)

  • Mögliche Reduktion der STI-Raten, wobei das Konfidenzintervall sowohl Nutzen als auch Schaden einschließt

  • Unsichere Effekte bezüglich Kondomnutzung und Therapietreue bei antiretroviraler Therapie (ART)

Ergebnisse bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen zeigt der Review, dass mobile TCC im Vergleich zur Standardversorgung die Nutzung von Verhütungsmitteln leicht erhöhen kann. Ebenso wird eine mögliche Reduktion wiederholter Schwangerschaftsabbrüche beschrieben, auch wenn die Evidenz einen potenziellen Schaden nicht völlig ausschließt.

Weitere beobachtete Effekte bei Erwachsenen im Vergleich zur Standardversorgung umfassen:

  • Eine leichte Verbesserung der Adhärenz bei ART (niedrige Vertrauenswürdigkeit)

  • Eine moderate Steigerung der allgemeinen Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten

  • Kaum oder keine Auswirkungen auf den CD4-Wert bei HIV-positiven Personen

Sicherheit und Vertraulichkeit

Der Review betont die Wichtigkeit des Datenschutzes bei der Implementierung solcher Interventionen. In einer Studie wurde berichtet, dass der nicht offengelegte HIV-Status einer Person durch die Nachrichten kompromittiert wurde.

Es wird darauf hingewiesen, dass Interventionen so gestaltet sein sollten, dass die Privatsphäre gewahrt bleibt. Dies betrifft insbesondere Kontexte, in denen Mobiltelefone von mehreren Personen geteilt werden.

Übersicht der Effekte (Mobile TCC vs. Standardversorgung)

ZielgruppeEndpunktBeobachteter EffektEvidenzgrad
JugendlicheWissen zur sexuellen GesundheitMögliche ErhöhungNiedrig
JugendlicheNutzung von VerhütungsmittelnMögliche ErhöhungNiedrig
ErwachseneAdhärenz bei ARTLeichte VerbesserungNiedrig
ErwachseneInanspruchnahme von GesundheitsdienstenModerate SteigerungNiedrig
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review betont die Notwendigkeit, bei mobilen Nachrichten zu sensiblen Themen wie HIV oder sexueller Gesundheit den Schutz der Privatsphäre strikt zu gewährleisten. Es wird davor gewarnt, dass unbedachte Textnachrichten den Gesundheitsstatus von Personen gegenüber Dritten unbeabsichtigt offenlegen können, insbesondere wenn Endgeräte geteilt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review kann die gezielte Kommunikation über mobile Endgeräte die Adhärenz bei einer antiretroviralen Therapie (ART) bei Erwachsenen leicht verbessern. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird jedoch als niedrig eingestuft.

Der Review zeigt, dass mobile Nachrichten die Nutzung von Verhütungsmitteln sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen moderat erhöhen können. Die Effekte auf die tatsächliche Schwangerschaftsrate oder Kondomnutzung bleiben aufgrund fehlender oder sehr schwacher Evidenz jedoch unklar.

Es gibt Hinweise darauf, dass mobile Nachrichten die Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten, wie beispielsweise STI-Tests oder Nachsorgeuntersuchungen, steigern können. Die Ergebnisse variieren jedoch stark je nach Art der angebotenen Dienstleistung.

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Quelle: Cochrane Review: Targeted client communication via mobile devices for improving sexual and reproductive health (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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