Telithromycin (Ketek): Indikation und Kontraindikation
Hintergrund
Die Sicherheitswarnung der European Medicines Agency (EMA) aus dem Jahr 2007 befasst sich mit der Sicherheit und Wirksamkeit des Antibiotikums Telithromycin (Ketek). Das Medikament gehört zur Klasse der Ketolide und hemmt die bakterielle Proteinsynthese.
Auslöser für die Überprüfung waren Berichte über schwere Lebernebenwirkungen im Jahr 2006. Infolgedessen wurden die Warnhinweise verschärft und die Anwendung bei vorbestehenden schweren Lebererkrankungen kontraindiziert.
Die vorliegende Aktualisierung beschreibt weitere Einschränkungen der zugelassenen Indikationen. Zudem wird auf ein erhöhtes Risiko für bestimmte, teils schwerwiegende neurologische und visuelle Nebenwirkungen im Vergleich zu anderen Antibiotika hingewiesen.
💡Praxis-Tipp
Die Sicherheitswarnung betont, dass Telithromycin bei Bronchitis, Sinusitis und Tonsillitis nicht mehr als Erstlinientherapie eingesetzt werden sollte. Es wird empfohlen, das Antibiotikum bei diesen Indikationen nur noch bei nachgewiesenen oder stark vermuteten Resistenzen gegen Standardtherapien zu verordnen. Zudem wird geraten, Patienten auf die Einnahme zur Schlafenszeit hinzuweisen, um das Risiko durch plötzliche Sehstörungen oder Bewusstseinsverluste am Tag zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Die Überprüfung wurde durch Berichte über schwere Lebernebenwirkungen ausgelöst. Die Behörden stellten zudem fest, dass das Medikament im Vergleich zu anderen Antibiotika ein höheres Risiko für Sehstörungen und Bewusstseinsverlust aufweist.
Nein, laut Sicherheitswarnung ist die Anwendung bei Patienten mit Myasthenia gravis streng kontraindiziert. Das Medikament kann eine lebensbedrohliche Verschlechterung der Muskelschwäche auslösen.
Das Dokument gibt an, dass der Nutzen bei einer akuten bakteriellen Sinusitis die Risiken nur dann überwiegt, wenn die auslösenden Bakterien gegen Beta-Laktame oder Makrolide resistent sind. Eine routinemäßige empirische Gabe wird nicht empfohlen.
Die Warnung beschreibt vorübergehende Sehstörungen wie verschwommenes Sehen, Schwierigkeiten bei der Fokussierung und Doppelbilder. Aufgrund dieser Risiken wird empfohlen, das Medikament vor dem Schlafengehen einzunehmen.
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Quelle: Rote-Hand-Brief zu Telithromycin (Ketek®): Einschränkung der Anwendung sowie verstärkte Warnhinweise beschlossen (BfArM, 2007). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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