Fluorchinolone: Nebenwirkungen und Kontraindikation
Hintergrund
Die Drug Safety Mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2019 fasst die Neubewertung von Fluorchinolonen und Chinolonen zusammen. Hintergrund sind Berichte über langanhaltende, die Lebensqualität einschränkende und potenziell irreversible Nebenwirkungen.
Diese unerwünschten Arzneimittelwirkungen betreffen systemisch und inhalativ angewendete Präparate. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat daher das Nutzen-Risiko-Verhältnis für alle zugelassenen Indikationen systematisch überprüft.
Als Konsequenz wurden die Anwendungsgebiete dieser Antibiotika-Klasse in vier Kategorien eingeteilt. Für leichte oder selbstlimitierende Infektionen wird der Einsatz stark eingeschränkt oder komplett gestrichen.
💡Praxis-Tipp
Die Warnung betont ausdrücklich, dass Fluorchinolone bei unkomplizierten, nicht-lebensbedrohlichen Infektionen wie der unkomplizierten Zystitis oder akuten Bronchitis nicht als Erstlinientherapie eingesetzt werden sollen. Es wird geraten, diese Substanzklasse strikt als Reserveoption für Fälle zurückzuhalten, in denen Standardantibiotika unwirksam oder kontraindiziert sind.
Häufig gestellte Fragen
Die AkdÄ warnt vor sehr seltenen, aber langanhaltenden, einschränkenden und potenziell irreversiblen Nebenwirkungen. Aufgrund dieser Risiken wurde das Nutzen-Risiko-Verhältnis für alle Indikationen europaweit neu bewertet.
Laut Dokument dürfen Fluorchinolone bei einer unkomplizierten Zystitis nur noch als letzte Option eingesetzt werden. Dies gilt ausschließlich für Fälle, in denen andere empfohlene Antibiotika nicht anwendbar sind.
Die Zulassungen für Nalidixinsäure, Pipemidsäure, Cinoxacin und Flumequin wurden ausgesetzt. Das Dokument begründet dies mit einem negativen Nutzen-Risiko-Verhältnis aufgrund unzureichender Wirksamkeit bei gleichzeitigem Nebenwirkungsrisiko.
Bei schweren Infektionen wie komplizierten Harnwegsinfekten, schweren Pneumonien oder Knochen- und Gelenkinfektionen bleibt der Einsatz gerechtfertigt. Hier überwiegt der Nutzen das Risiko der potenziellen Nebenwirkungen.
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Quelle: AkdÄ: Information zu Fluorchinolonen: Prophylaktische Anwendung im Zuge urologischer Eingriffe. (AkdÄ, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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