BfArM2021

Irinotecan & UGT1A1-Toxizität: Rote-Hand-Brief BfArM

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf dem Rote-Hand-Brief des BfArM (2021) zu irinotecanhaltigen Arzneimitteln. Irinotecan ist ein Zytostatikum, das in der Onkologie eingesetzt wird. Der Abbau des Wirkstoffs erfolgt maßgeblich über das Enzym UGT1A1 (Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferase 1A1).

Bei einigen Patienten liegt genetisch bedingt eine verringerte Aktivität dieses Enzyms vor, was zu einer verlangsamten Verstoffwechselung und damit zu einer Kumulation des Wirkstoffs führen kann. Ein bekanntes Beispiel für eine solche Stoffwechselbesonderheit ist das Gilbert-Syndrom (Morbus Meulengracht).

Empfehlungen

Der Rote-Hand-Brief formuliert folgende zentrale Sicherheitshinweise:

Genotypisierung und Risikobewertung

  • Laut BfArM kann eine UGT1A1-Genotypisierung im Vorfeld der Therapie hilfreich sein.

  • Ziel der Testung ist es, Patienten zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für schwere toxische Reaktionen aufweisen.

Identifizierte Risikogruppen

  • Patienten, die langsame UGT1A1-Metabolisierer sind, haben nach einer Behandlung mit Irinotecan ein signifikant erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen.

  • Dies betrifft laut Rote-Hand-Brief insbesondere Patienten, die homozygot für die UGT1A1*28- oder *6-Varianten sind (wie es beim Gilbert-Syndrom der Fall ist).

  • Es wird darauf hingewiesen, dass das Toxizitätsrisiko mit der verabreichten Dosis von Irinotecan ansteigt.

Kontraindikationen

Warnhinweise zur Toxizität

Der Rote-Hand-Brief warnt vor schweren unerwünschten Wirkungen bei langsamen UGT1A1-Metabolisierern:

  • Erhöhtes Risiko für schwere Neutropenie

  • Erhöhtes Risiko für schwere Durchfälle

Es wird explizit betont, dass dieses Toxizitätsrisiko mit steigender Irinotecan-Dosis zunimmt.

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💡Praxis-Tipp

Der Rote-Hand-Brief hebt hervor, dass bei der Therapieplanung mit Irinotecan ein mögliches zugrundeliegendes Gilbert-Syndrom (Morbus Meulengracht) von hoher klinischer Relevanz ist. Eine präemptive UGT1A1-Genotypisierung kann dabei helfen, Patienten mit einem hohen Risiko für lebensbedrohliche Neutropenien und Diarrhöen frühzeitig zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen

Irinotecan wird maßgeblich über das Enzym UGT1A1 verstoffwechselt. Laut Rote-Hand-Brief haben langsame Metabolisierer ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen wie Neutropenie und Durchfall.

Das BfArM warnt insbesondere vor einem erhöhten Risiko bei Patienten, die homozygot für die UGT1A1*28- oder *6-Varianten sind. Diese genetische Konstellation tritt beispielsweise beim Gilbert-Syndrom auf.

Der Rote-Hand-Brief gibt an, dass eine UGT1A1-Genotypisierung hilfreich sein kann, um Risikopatienten zu identifizieren. Eine strikte Verpflichtung zur Testung wird im vorliegenden Kurztext jedoch nicht explizit formuliert.

Laut BfArM kommt es bei langsamen Metabolisierern nach der Behandlung mit Irinotecan vermehrt zu schwerer Neutropenie und schwerem Durchfall. Dieses Risiko steigt zudem mit der verabreichten Dosis an.

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Quelle: Rote-Hand-Brief zu irinotecanhaltigen Arzneimitteln: Arzneimitteltoxizität bei Patienten mit verringerter UGT1A1-Aktivität (BfArM, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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