CochraneIa2021

Rotavirus-Impfstoffe: Wirksamkeit und Sicherheit

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Rotavirus-Impfstoffen bei Säuglingen und Kindern. Rotaviren sind weltweit eine der Hauptursachen für schwere Durchfallerkrankungen in dieser Altersgruppe.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Aufnahme der Rotavirus-Impfung in alle nationalen Impfprogramme. Vor der Einführung der Impfung führten Rotavirus-Infektionen jährlich zu etwa einer halben Million Todesfällen bei Kindern unter fünf Jahren.

Die Meta-Analyse schließt 60 randomisierte kontrollierte Studien mit über 228.000 Teilnehmenden ein. Untersucht wurden die von der WHO präqualifizierten Impfstoffe Rotarix, RotaTeq, Rotasiil und Rotavac.

Empfehlungen

Der Review bewertet die Wirksamkeit der Impfstoffe in Abhängigkeit von der Kindersterblichkeitsrate der jeweiligen Länder.

Wirksamkeit in Ländern mit niedriger Mortalität

Laut der Meta-Analyse zeigen die Impfstoffe in Ländern mit niedriger Kindersterblichkeit die höchste Wirksamkeit. Es werden folgende Raten zur Verhinderung schwerer Rotavirus-Durchfälle im ersten Lebensjahr berichtet:

  • Rotarix verhindert 93 % der schweren Fälle (hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz)

  • RotaTeq verhindert 97 % der schweren Fälle (hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz)

Wirksamkeit in Ländern mit hoher Mortalität

In Ländern mit hoher Kindersterblichkeit fällt die relative Wirksamkeit der Impfstoffe laut Review geringer aus. Aufgrund des höheren Basisrisikos werden absolut gesehen jedoch mehr Episoden verhindert.

  • Rotarix verhindert 58 % der schweren Fälle (hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz)

  • RotaTeq verhindert 57 % der schweren Fälle (hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz)

  • Rotasiil verhindert 48 % der schweren Fälle (hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz)

  • Rotavac verhindert 57 % der schweren Fälle (moderate Vertrauenswürdigkeit der Evidenz)

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

Der Review stellt fest, dass keiner der untersuchten Impfstoffe mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse assoziiert ist. Dies schließt das Risiko für eine Darminvagination (Intussuszeption) ein.

Im Vergleich zu Placebo oder keiner Impfung gibt es laut den Studiendaten lediglich geringfügige oder keine Unterschiede bezüglich der Gesamtmortalität. Die Autoren betonen jedoch, dass die Evidenz für diese sehr seltenen Endpunkte begrenzt ist.

Dosierung

Der Review vergleicht die folgenden von der WHO präqualifizierten Rotavirus-Impfstoffe:

ImpfstoffHerstellerTypImpfschema
RotarixGlaxoSmithKlineMonovalent (human)2 Dosen
RotaTeqMerck & Co.Pentavalent (human-bovin)3 Dosen
RotasiilSerum Institute of IndiaPentavalent (human-bovin)3 Dosen
RotavacBharat BiotechMonovalent (natürlich reassortiert)3 Dosen
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review hebt hervor, dass die Wirksamkeit der Rotavirus-Impfstoffe in Ländern mit hoher Kindersterblichkeit im zweiten Lebensjahr abnehmen kann. Zudem wird betont, dass trotz des fehlenden Nachweises eines erhöhten Invaginationsrisikos in den Studien eine routinemäßige Sicherheitsüberwachung bei der Einführung der Impfstoffe stattfinden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es bei den aktuell verwendeten Impfstoffen kein signifikant erhöhtes Risiko für eine Darminvagination im Vergleich zu Placebo. Die Autoren weisen darauf hin, dass dieses Risiko deutlich geringer ist als bei dem früher vom Markt genommenen Impfstoff RotaShield.

Die Meta-Analyse zeigt, dass die Impfstoffe in Ländern mit niedriger Kindersterblichkeit über 90 % der schweren Rotavirus-Durchfälle im ersten Lebensjahr verhindern. In Ländern mit hoher Mortalität liegt die Schutzwirkung bei etwa 35 % bis 58 %.

Der Review listet vier von der WHO präqualifizierte Impfstoffe auf. Dies sind Rotarix, RotaTeq, Rotasiil und Rotavac.

Die Studiendaten zeigen, dass die Impfung in Ländern mit niedriger Mortalität auch etwa 50 % der schweren Durchfälle jeglicher Ursache verhindern kann. In Regionen mit hoher Kindersterblichkeit ist dieser übergreifende Schutzeffekt jedoch geringer oder nicht vorhanden.

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Quelle: Cochrane Review: Vaccines for preventing rotavirus diarrhoea: vaccines in use (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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