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Prävention & Krebs-Screening: RACGP Red Book Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf RACGP Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Brustkrebs-Screening mittels Mammographie wird für Frauen mit durchschnittlichem Risiko zwischen 50 und 74 Jahren alle 2 Jahre empfohlen.
  • Ein Zervixkarzinom-Screening (HPV-Test) soll bei Frauen zwischen 25 und 74 Jahren alle 5 Jahre erfolgen (Selbst- oder Arztentnahme).
  • Ein Routine-Screening auf Blasenkrebs bei asymptomatischen Erwachsenen wird mangels Evidenz stark nicht empfohlen.
  • Die HPV-Impfung (9vHPV) wird als Einzeldosis für Personen zwischen 9 und 26 Jahren stark empfohlen.
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Hintergrund

Das "Red Book" des Royal Australian College of General Practitioners (RACGP) bietet evidenzbasierte Leitlinien für präventive Maßnahmen in der Hausarztpraxis. Der Fokus liegt auf asymptomatischen Personen (Niedrigrisiko) unter Berücksichtigung von gesundheitlicher Chancengleichheit. Ein zentrales Prinzip ist das "Shared Decision Making", um Überdiagnosen und unnötige Behandlungen zu vermeiden. Die 10. Auflage nutzt den GRADE-Ansatz zur Bewertung der Evidenz.

Brustkrebs-Screening

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das Risiko wird in drei Stufen eingeteilt:

Risiko-LevelLebenszeitrisiko (bis 75 J.)Familienanamnese (Beispiele)
Durchschnittlich9-12,5 %Keine bestätigte Familienanamnese
Moderat erhöht12-25 %1 Verwandte 1. Grades (Diagnose ≥50 J.)
Potenziell hoch25-50 %≥2 Verwandte 1./2. Grades, BRCA-Mutation

Empfehlungen zum Screening:

  • Frauen (50-74 Jahre, durchschnittliches Risiko): Mammographie alle 2 Jahre wird bedingt empfohlen.
  • Frauen (40-74 Jahre, moderates Risiko): Mammographie mindestens alle 2 Jahre wird bedingt empfohlen.
  • Frauen ≥75 Jahre: Mammographie wird generell nicht empfohlen.
  • Klinische Brustuntersuchung: Als alleiniges Screening bei durchschnittlichem Risiko generell nicht empfohlen.
  • MRT und Thermographie: Als alleiniges Screening oder Zusatz zur Mammographie bei durchschnittlichem Risiko stark nicht empfohlen.

Zur Prävention wird zu körperlicher Aktivität, normalem BMI (postmenopausal), reduziertem Alkoholkonsum sowie (falls zutreffend) Schwangerschaften und Stillen geraten.

Zervixkarzinom-Screening

Durch die HPV-Impfung und effektives Screening ist eine Elimination des Zervixkarzinoms möglich.

Empfehlungen zum Screening und zur Prävention:

  • Frauen (25-74 Jahre): HPV-Test (Selbstabstrich oder durch Arzt) alle 5 Jahre wird stark empfohlen.
  • Frauen <25 Jahre: Screening wird stark nicht empfohlen. (Ausnahme: Einmaliger HPV-Test bei sexuellem Debüt <14 Jahre ohne vorherige Impfung kann zwischen 20-24 Jahren erwogen werden).
  • Frauen 70-74 Jahre: Bei negativem onkogenem HPV-Screening ist kein weiteres Routine-Screening erforderlich.
  • Frauen ≥75 Jahre: Können auf Wunsch gescreent werden, wenn sie nie oder nicht in den letzten 5 Jahren getestet wurden.
  • HPV-Impfung: Eine Dosis der 9vHPV-Vakzine für immunkompetente Personen von 9-26 Jahren wird stark empfohlen. Ab 26 Jahren generell nicht empfohlen, außer bei individuellem Nutzen.

Blasenkrebs-Screening

Ein Screening auf Blasenkrebs bei asymptomatischen Erwachsenen wird stark nicht empfohlen, da keine ausreichende Evidenz für den Nutzen vorliegt.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie auf klinische Brustuntersuchungen, MRT oder Thermographie als alleiniges Brustkrebs-Screening bei Frauen mit durchschnittlichem Risiko. Bieten Sie Frauen zwischen 25 und 74 Jahren beim Zervix-Screening aktiv die Wahl zwischen Selbstabstrich und ärztlicher Entnahme an.

Häufig gestellte Fragen

Ein Screening wird erst ab 25 Jahren empfohlen und erfolgt dann alle 5 Jahre mittels HPV-Test.
Ein Routine-Screening mittels Mammographie wird bei Frauen ab 75 Jahren aufgrund unzureichender Evidenz generell nicht mehr empfohlen.
Nein, ein Screening auf Blasenkrebs bei asymptomatischen Erwachsenen wird mangels Evidenz für einen Nutzen stark nicht empfohlen.
Die Impfung wird routinemäßig als Einzeldosis bis zum Alter von 26 Jahren empfohlen. Bei Älteren sollte individuell nach Expositionsrisiko entschieden werden.

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