CochraneIa2019

Psychosoziale Hilfen bei Krebs: Therapie für Angehörige

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Betreuung von Krebspatienten wird zunehmend von informellen Pflegepersonen wie Partnern, Familienmitgliedern oder Freunden übernommen. Da Krebs durch verbesserte Überlebensraten immer häufiger als chronische Erkrankung verstanden wird, wächst diese Gruppe stetig.

Die Pflegetätigkeit kann sich negativ auf die physische und psychische Gesundheit sowie die Lebensqualität der Pflegenden auswirken. Um diese Belastungen zu mindern, werden häufig psychosoziale Interventionen eingesetzt.

Diese Maßnahmen umfassen unter anderem Psychoedukation, kognitive Verhaltenstherapie, Bewältigungstraining und Selbsthilfegruppen. Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit solcher Interventionen im Vergleich zur Standardversorgung.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Evidenzlage folgende Kernaussagen:

Lebensqualität der Pflegenden

Laut Review zeigen die Daten zur Lebensqualität der Angehörigen gemischte Ergebnisse:

  • Es gibt möglicherweise eine geringfügige Verbesserung der Lebensqualität unmittelbar nach der Intervention (niedrige Evidenzqualität).

  • Nach 6 bis 12 Monaten zeigt sich wahrscheinlich kein relevanter Effekt mehr auf die Lebensqualität.

Psychische Gesundheit der Pflegenden

Der Review kommt zu dem Schluss, dass psychosoziale Interventionen kaum bis keine messbaren Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben:

  • Es zeigt sich wahrscheinlich kein Effekt auf Depressionen unmittelbar bis einen Monat nach der Intervention (moderate Evidenzqualität).

  • Auf Angstzustände und die allgemeine psychische Belastung haben die Maßnahmen laut Evidenzlage wenig bis keinen Einfluss.

Auswirkungen auf die Patienten

Die Interventionen, die sich an die Pflegenden oder an das Pflege-Patienten-Paar richten, zeigen laut Review auch bei den Patienten wenig bis keinen Effekt:

  • Es gibt keine signifikanten Verbesserungen der patientenbezogenen Lebensqualität.

  • Auch auf Depressionen, Angstzustände und den körperlichen Gesundheitszustand der Patienten lässt sich kein relevanter Einfluss nachweisen.

Studienqualität und Methodik

Die Autoren des Reviews betonen, dass die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien durchgehend als niedrig bis sehr niedrig eingestuft wurde. Eine hohe Heterogenität der Interventionen erschwert laut Review das Ziehen verlässlicher Schlussfolgerungen.

Kontraindikationen

Der Review warnt davor, dass psychosoziale Interventionen in Einzelfällen unerwünschte Wirkungen haben können. Es wird berichtet, dass bei einigen Teilnehmern erhöhte psychische Belastungen, sexuell bedingte Belastungen sowie eine verringerte Zufriedenheit mit der Beziehung auftraten.

Zudem wurden bestimmte Interventionsinhalte von einigen Teilnehmern als unsensibel oder ungeeignet empfunden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass standardisierte psychosoziale Interventionen für pflegende Angehörige von Krebspatienten oft keinen klinisch bedeutsamen Nutzen bringen und in Einzelfällen sogar zu erhöhter Belastung führen können. Es wird nahegelegt, bei der Entwicklung und Zuweisung von Unterstützungsangeboten die individuellen Bedürfnisse der Pflegenden stärker zu berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es nur eine geringfügige, kurzfristige Verbesserung der Lebensqualität unmittelbar nach der Intervention. Langfristig sowie in Bezug auf Depressionen und Ängste zeigt die Evidenz wenig bis keinen Nutzen.

Der Review kommt zu dem Schluss, dass psychosoziale Interventionen für Angehörige oder Paare wenig bis keinen Einfluss auf die Lebensqualität, Depressionen oder Ängste der Patienten selbst haben.

Der Review weist darauf hin, dass in einigen Studien unerwünschte Wirkungen wie erhöhte psychische Belastung und eine verringerte Beziehungszufriedenheit beobachtet wurden. Dies unterstreicht laut den Autoren die Notwendigkeit, Angebote individuell anzupassen.

Es wurden hauptsächlich psychoedukative Maßnahmen untersucht, die Informationsvermittlung mit Bewältigungstraining (z.B. Problemlösung, Kommunikation) kombinieren. Die Maßnahmen wurden von Fachpersonal telefonisch oder persönlich durchgeführt.

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Quelle: Cochrane Review: Psychosocial interventions for informal caregivers of people living with cancer (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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