WHO2023

Pandemie-Impfpläne (NDVP): Logistik und Priorisierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie von 2023 bietet einen Rahmen für die Entwicklung und Umsetzung nationaler Einsatz- und Impfpläne (NDVP). Diese Pläne zielen auf Pandemien durch respiratorische Viren, einschließlich Influenza, ab.

Erfahrungen aus vergangenen Pandemien wie H1N1 und COVID-19 haben gezeigt, dass eine frühzeitige Planung für den gerechten und schnellen Zugang zu Impfstoffen essenziell ist. Ein gut ausgearbeiteter NDVP stärkt zudem die allgemeine Widerstandsfähigkeit des Gesundheitssystems.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer multisektoralen Zusammenarbeit. Es wird hervorgehoben, dass Vorbereitungsmaßnahmen bereits in interpandemischen Phasen stattfinden sollten.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert umfassende Empfehlungen für die verschiedenen Phasen der Pandemieplanung.

Planung und Koordination

Es wird die Einrichtung eines nationalen Koordinierungskomitees (NCC) empfohlen. Dieses soll die Vorbereitungsaktivitäten überwachen und bei einer Pandemie die Einsatzleitung übernehmen.

Zudem wird die Einbindung der nationalen technischen Beratergruppen für Immunisierung (NITAG) angeraten.

Priorisierung und Zielgruppen

Laut Leitlinie ist die Definition von Schlüsselpopulationen für die Impfung ein zentraler Schritt. Die Priorisierung sollte auf epidemiologischen Daten und ethischen Prinzipien wie Gleichberechtigung basieren.

Folgende Gruppen werden häufig als prioritär eingestuft:

  • Gesundheitspersonal und essenzielle Arbeitskräfte

  • Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen

  • Benachteiligte Bevölkerungsgruppen in vulnerablen Situationen

Impfstrategien und Logistik

Die Leitlinie empfiehlt eine Mischung aus verschiedenen Bereitstellungsstrategien, um eine hohe Abdeckung zu erreichen. Dazu gehören feste Impfzentren, mobile Kliniken und aufsuchende Impfteams.

Für die Lieferkette wird eine genaue Bedarfsermittlung für Kühlkettenkapazitäten und medizinisches Zubehör empfohlen. Dies schließt die Planung für Ultrakaltketten ein.

Überwachung und Sicherheit

Es wird der Aufbau robuster Systeme zur Überwachung der Impfstoffwirksamkeit und -sicherheit empfohlen.

Die Leitlinie rät zur Implementierung von Meldesystemen für unerwünschte Ereignisse nach der Immunisierung (AEFI).

Regulatorische Vorbereitung

Die Leitlinie empfiehlt die frühzeitige Festlegung regulatorischer Pfade für die Zulassung von Pandemie-Impfstoffen.

Folgende Zulassungswege werden unterschieden:

Regulatorischer PfadBeschreibungErforderliche Dokumentation (Beispiele)
Vollständige PrüfungStandardprozess für neue oder bereits zugelassene ImpfstoffeVollständiges CTD-Dossier (Module 1-5)
Notfallzulassung (EUA)Beschleunigtes Verfahren während einer Notlage mit begrenzter GültigkeitNachweis von Qualität, Sicherheit und GMP-Zertifikat
Reliance (Vertrauen)Nutzung von Bewertungen anderer anerkannter Behörden (WLA)Unredigierte Bewertungsberichte der Referenzbehörde
WHO EULRisikobasierte Listung für unlizenzierte Impfstoffe bei GesundheitsnotständenWHO EUL-Bewertungsbericht
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie ist die Bedeutung der interpandemischen Phase für die Vorbereitung. Es wird betont, dass rechtliche Rahmenbedingungen und Kühlkettenkapazitäten bereits vor Ausbruch einer Pandemie geklärt und ausgebaut werden sollten. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine transparente Risikokommunikation essenziell ist, um Infodemien vorzubeugen und das Vertrauen der Bevölkerung zu sichern.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, die Priorisierung an den übergeordneten Gesundheitszielen auszurichten. Dabei sollten Gruppen mit hohem Risiko für schwere Verläufe sowie essenzielles Gesundheitspersonal bevorzugt werden.

Es wird der Einsatz von mobilen Kliniken und aufsuchenden Impfteams empfohlen. Zudem rät die Leitlinie zur Nutzung digitaler Mikropläne und Geodaten, um Versorgungslücken zu identifizieren.

Die Leitlinie rät zur Etablierung passiver und aktiver Überwachungssysteme für unerwünschte Ereignisse (AEFI). Diese Systeme sollten eine Echtzeit-Datenanalyse ermöglichen, um Sicherheitssignale frühzeitig zu erkennen.

Laut Leitlinie bieten bestehende saisonale Impfprogramme einen erheblichen Vorteil. Sie ermöglichen das Testen von Lieferketten, stärken das Vertrauen der Bevölkerung und erleichtern die schnelle Anpassung von Impfstoffstämmen.

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Quelle: Guidance on development and implementation of a national deployment and vaccination plan for vaccines against pandemic influenza and other respiratory viruses of pandemic potential (WHO, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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