Osteosarkom: Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Hintergrund
Das Osteosarkom ist ein seltener, meist hochmaligner mesenchymaler Tumor, dessen Zellen direkt Knochen oder Osteoid bilden. Die Inzidenz liegt bei zwei bis drei Fällen pro einer Million Einwohner pro Jahr.
Das Prädilektionsalter für diese Erkrankung ist die zweite Lebensdekade. Der Primärtumor betrifft meist die Metaphyse eines langen Röhrenknochens, insbesondere in der Knieregion.
Sowohl primär manifeste als auch okkulte Metastasen betreffen in erster Linie die Lunge und in zweiter Linie das Skelett. Etwa 80 bis 90 Prozent aller Osteosarkome sind konventionelle, zentral im Markraum entstehende hochmaligne Tumoren.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, Biopsien bei Verdacht auf ein Osteosarkom außerhalb von spezialisierten Zentren oder ohne vorherige interdisziplinäre Abstimmung durchzuführen. Zudem wird betont, dass eine unzureichende lokale Bildgebung vor der Biopsie als obsolet gilt. Ein weiterer wichtiger Hinweis ist, dass eine Modifikation der adjuvanten Chemotherapie allein aufgrund eines schlechten präoperativen Tumoransprechens nicht zu besseren Ergebnissen führt und daher außerhalb von Studien vermieden werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt primär ein Röntgenbild in zwei Ebenen sowie eine MRT der gesamten betroffenen Region. Zur Metastasensuche wird obligatorisch ein Thorax-CT sowie eine Skelettszintigraphie empfohlen.
Laut Leitlinie erfolgt die Standardtherapie multimodal durch eine Kombination aus präoperativer Chemotherapie, chirurgischer Resektion und postoperativer Chemotherapie. Eine alleinige Operation oder alleinige Chemotherapie gilt als obsolet.
Es wird der Einsatz einer Polychemotherapie empfohlen, die meist aus Hochdosis-Methotrexat, Adriamycin und Cisplatin besteht. Gelegentlich wird dieses Schema durch Ifosfamid ergänzt.
Bei vollständig resektablen Tumoren wird von einer Bestrahlung abgeraten. Die Leitlinie empfiehlt eine Strahlentherapie jedoch bei inoperablen Herden oder wenn nur eine marginale Resektion möglich ist.
Es werden regelmäßige klinische und bildgebende Kontrollen der Primärtumorregion sowie Röntgenuntersuchungen des Thorax empfohlen. Zudem betont die Leitlinie die Wichtigkeit der Überwachung von therapiebedingten Spätfolgen wie Herz-, Nieren- oder Hörschäden.
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Quelle: Osteosarkome (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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